Rauchen aufhören
Lungenkrebs trifft zunehmend junge Frauen
Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums berichten von einem dramatischen Anstieg der Lungenkrebsfälle bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. Allein in den Jahren von 1990 bis 2000 haben die Krebstodesfälle in dieser Bevölkerungsgruppe um 60% zugenommen. "Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie auch wie Männer", wird die Expertin Martina Pötschke-Langer im Vorfeld der 2. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg zitiert. Neben den Krebserkrankungen zeigen auch andere, durch das Rauchen begünstigte Erkrankungen, wie Herzinfarkte eine steigende Tendenz.
Mehr als 110.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an den Folgen des Rauchens. Immer häufiger sind es Frauen - und sie werden immer jünger! Kein anderes europäisches Land musste im letzten Jahrzehnt mit derzeit etwa drei Prozent pro Jahr einen so dramatischen Anstieg der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen in der Altersgruppe zwischen 35 und 55 Jahren verzeichnen wie die Bundesrepublik. Diese alarmierenden Zahlen kommen in erster Linie durch den Tabakkonsum zustande. Während immer mehr Männer das Rauchen aufgeben und auch die Zahl der Lungenkrebsfälle bei ihnen leicht abgenommen hat, steigt die Anzahl der Raucherinnen vor allem in den jungen Altersklassen: Umfragen zufolge raucht derzeit jede dritte Deutsche.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Gerade in den letzten Jahren sind Frauen von der Tabakindustrie besonders mit "Light"- und den so genannten "Slim"-Produkten gezielt beworben worden. Auch haben Frauen im Berufsleben ihre männlichen Kollegen längst eingeholt und nehmen dabei verstärkt männliche Verhaltensmuster wie das Rauchen an - sei es durch Stress, sei es durch unbewusste Nachahmung. Nicht zuletzt dämpfen Zigaretten den Appetit und viele Ex-Raucherinnen greifen wieder zum Glimmstängel, wenn der Zeiger der Waage nach oben wandert.
Besonders alarmierend ist das junge Einstiegsalter und daraus resultierend die zunehmende Zahl junger Krebspatientinnen. Das krebsbedingte Sterben beginne bereits mit dem 35. Lebensjahr, wenn man bereits als 10- bis 15-Jährige mit dem Rauchen anfängt, so die Experten des Krebsforschungszentrums Heidelberg. Weitere entscheidende Risikofaktoren sind die Dauer, über die eine Person raucht und die Anzahl der gerauchten Zigaretten. So erhöht sich das Lungenkrebsrisiko bei 25 Zigaretten täglich etwa um das 25fache.
"Die lange Latenzzeit zwischen Rauchbeginn und Auftreten der ersten Gesundheitsschäden täuscht viele Menschen über die Gefahren des Nikotinkonsums hinweg", warnt die Deutsche Krebshilfe. Zu diesen zählen neben dem Lungenkrebs auch andere Krebsarten wie Kehlkopf-, Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen-, Harnblasen und Nierenkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Folgen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Kürzlich wurden auch Magen-, Leber- und Gebärmutterhalskrebs sowie die myeloische Leukämie als tabakbedingt identifiziert. Jeder Raucher sollte sich vor Augen halten, dass sich dieses Risiko bei Tabak-Abstinenz wieder reduziert und etwa 10 bis 15 Jahre nach dem Rauchstopp dem eines Nichtrauchers entspricht.



