Publikumsliebling auf dem Weihnachtsmarkt

Glühwein: Genießen mit Bedacht

Er wärmt, er duftet nach Zimt und Nelke und macht einen angenehmen Schwipps: Glühwein gehört für viele zum Weihnachtsmarkt wie gebrannte Mandeln und Glöckchengebimmel. Trinken sollten Sie ihn mit Bedacht, denn er hat es in sich.

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Glühwein besteht aus Rot- oder Weißwein, Gewürzen - und oft viel Zucker. Eine genaue Zutatenliste auf dem Etikett ist nicht vorgeschrieben.
Getty Images/iStockphoto

Was genau in einer Tasse Glühwein drin sein muss, ist wenig geregelt. Laut EU-Verordnung darf er ausschließlich aus Rot- oder Weißwein mit Hilfe von Zuckerstoffen und Gewürzen hergestellt werden, auch künstliche Aromen sind erlaubt. Der Alkoholgehalt muss zwischen sieben und 14,5 Volumen-Prozent liegen. Das ist schon fast alles.

Kalorienfalle Weihnachtsmarkt

Zutatenliste ist freiwillig

Auf dem Etikett erfährt der Verbraucher meist nichts über die verwendeten Weinsorten und deren Herkunft, über den genauen Zuckergehalt und ob „richtige“ Gewürze oder nur Aromastoffe eingesetzt wurden. Das alles sind freiwillige Angaben des Herstellers, eine Zutatenliste wie bei anderen Lebensmitteln ist nicht vorgeschrieben.

Der Glühwein ist wie viele andere Weihnachtsmarkt-Leckereien ein Kalorien-Schwergewicht: Eine Tasse des Heißgetränks enthält rund 200 Kalorien und sollte der Figur zuliebe nicht in großen Mengen getrunken werden. Besonders vorsichtig sollten Diabetiker sein - Alkohol und Zucker wirken sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus. Eine Alternative ist Glühwein mit Süßstoff, wie er auf manchen Märkten ausgeschenkt wird. Nicht empfehlenswert für Diabetiker ist Kinderpunsch. Der ist zwar ohne Alkohol – dafür umso stärker gesüßt.

Glühwein-Alkohol wirkt schneller

Auch Gesunde sollten den Alkoholgehalt von Glühwein nicht unterschätzen. Der liegt zwar ähnlich hoch wie bei einem Glas Wein, jedoch steigt er viel schneller zu Kopf. Das Heißgetränk regt die Durchblutung in der Mund- und Magenschleimhaut an. Zusätzlich überdeckt der Zucker den Alkoholgeschmack und sorgt dafür, dass der Alkohol über die Darmwände zügiger in den Körper gelangt. Für die Fahrtüchtigkeit kann ein Becher Glühwein mitunter schon zu viel sein.

Zubereitung beeinflusst den Geschmack

Wer das Auto stehen lässt und weiter bechert, hat am nächsten Tag oft einen besonders heftigen Glühwein-Schädel. Kopfschmerzen und Übelkeit sind die typischen Anzeichen eines Katers. Auf diese etwas schmerzhafte Art baut der Körper den Alkohol ab. Beim Glühwein kommt hinzu, dass oft sehr preiswerte Basisweine für die Produktion eingesetzt werden, die niemand mehr in Flaschen abfüllen möchte. Ein minderwertiger Geschmack dieser Billigweine wird mit extra viel Zucker und Aromastoffen übertüncht. Das wird nicht von jedem gleich gut vertragen.

Auch die Zubereitung am Weihnachtsmarkt-Stand kann den Glühwein-Genuss trüben. Wird das Getränk zu lange warm gehalten, verfliegt nicht nur der Alkohol, auch Gewürze oder Aromastoffe können geschmacklich umschlagen. Der Glühwein ist dann nicht mehr rot, sondern eher von bräunlicher Farbe. Stehen obendrein noch schmutzige Tassen im Ausschankbereich, ist das ein Zeichen, dass es das Personal mit der Hygiene nicht so genau nimmt. Spätestens dann sollten Sie lieber zum nächsten Glühwein-Stand aufbrechen.

Alkohol: 25 Fakten und Mythen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. November 2017

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Ernährung, Diät und Abnehmen
    Alkohol
    17.06.2013 | 03:56 Uhr

    sehr geehrter herr dr, es geht um einen guten freund. er macht mir etwas sorgen. er kam...   mehr...

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