Auf die richtige Planung kommt es an

Mit Rheuma auf Reisen

Selbst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium brauchen Rheumatiker nicht auf ihr Reisevergnügen zu verzichten. Dank moderner Therapien können sie auch exotische Reiseziele ansteuern. Tipps für Ihre Reiseplanung.

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Damit der Urlaub zur schönsten Jahreszeit wird, kommt es auf die richtige Reisevorbereitung an.
Getty Images/Polka Dot RF

Rheuma ist eine chronische Krankheit. Das bedeutet, dass sie ständig präsent im Leben der Betroffenen ist. Medikamenteneinnahme, Arztbesuche, Krankengymnastik - schön, wenn man da mal etwas aus seinem Trott herauskommt. Moderne Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen heute vielen Patienten eine bessere Beweglichkeit und bieten damit auch mehr Lebensfreude. Immer mehr Menschen mit Rheuma können daher auch Urlaube in fernen Ländern machen. Reisen regt den Geist an und der Klimawechsel kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Im Urlaub lädt unser Körper seine Energiereserven wieder auf und wir sind fit für den Alltag. Damit der Urlaub auch zur schönsten Jahreszeit wird, kommt es aber auf die richtige Reisevorbereitung an. Möchte ich alleine oder mit einer Reisegruppe fahren? Welches Ziel kommt für mich in Frage? Wie kann ich meine Medikamente richtig transportieren?

Gut geplant steht dem Reisevergnügen nichts im Wege

Bevor Sie eine Reise buchen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Er kann Ihnen raten, ob das Klima ihres Traumziels ihrer Gesundheit schaden kann oder welche Impfungen erforderlich sind. Er wird Ihnen auch sagen können, was Sie bei der Einnahme Ihrer Medikamente beachten müssen, wenn Ihre Reise Sie durch mehrere Zeitzonen führt.

Gedanken machen sollten sich Rheumatiker auch darüber, welche Versicherungen sie abschließen möchten. Denn bei einem schubförmigen Krankheitsverlauf muss man immer auf unangenehme Überraschungen gefasst sein. Hier ist eine Reiserücktrittsversicherung hilfreich, die im Krankheitsfall die anfallenden Kosten ganz oder teilweise übernimmt.

Auch eine Reisekrankenversicherung ist zu empfehlen. Wird eine medizinische Behandlung im Ausland notwendig, fallen sehr schnell hohe Kosten an. Achten Sie dabei aber auf die Versicherungsbedingungen. Im Leistungsspektrum sollte auch eine Gesundheitsverschlechterung bei chronischer Erkrankung abgedeckt sein.

Welche Reiseziele bei Rheuma geeignet sind

Bei Reisen mit Rheuma denkt so mancher eher an Kurorte wie Bad Füssing oder Piestany in der Slowakei. Doch es müssen keine klassischen Kurorte sein. Rheumatiker sollten allerdings darauf achten, dass das Klima am Urlaubsort ihrer Krankheit keinen Vorschub leistet. Generell gilt: Starke Klimareize sind nicht gut für die Erkrankung. Günstige klimatische Verhältnisse herrschen beispielsweise an den Küsten der Mittelmeerregion. Das trockene und warme Klima empfinden viele Patienten als wohltuend.

Gerade im Herbst, wenn hierzulande Nässe und Kälte Einzug halten, locken Länder wie Griechenland oder Italien mit warmem Wetter, das sich günstig auf die Beweglichkeit von Rheumatikern auswirkt. Auch das Klima in den Mittel- und Hochgebirgen ist günstig für Rheumatiker.

Ein Wort noch für Sonnenanbeter: Einige Medikamente, die in der Rheumatherapie eingesetzt werden, erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Dazu zählen beispielsweise Methotrexat, NSAR oder Sulfasalazin. Daher sollte immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden.

Individual- oder Gruppenreise?

Wer nicht auf eigene Faust die große weite Welt erkunden möchte, dem helfen zahlreiche Reiseveranstalter, die sich auf Reisen für Menschen mit Handicap spezialisiert haben. Die kleinen Reisegruppen werden dabei oft von speziell geschultem Personal betreut. Das gibt Sicherheit bei Reisen in fremde Länder.Aber auch für Individualtouristen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten.

Reiseimpfung und Rheuma

In vielen Urlaubsländern rät die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts zu Impfungen. Für Menschen mit Rheuma stellt sich hier das Problem, dass nicht alle Impfungen bei ihnen aufgrund der Therapie vorgenommen werden können. So sollten Menschen, die beispielsweise eine Biologika-Therapie machen oder mit Basistheratherapeutika wie Methotrexat und Leflunomid behandelt werden, nicht mit Lebendimpfstoffen immunisiert werden. Dazu zählt beispielsweise die Gelbfieberimpfung. Sie ist für die Einreise in einige Länder wie Madagaskar zwingend erforderlich. Ihr behandelnder Arzt, ein Reisemediziner oder das Tropeninstitut wird Sie hier fundiert beraten können.

Was muss ich bei der Mitnahme von Medikamenten beachten?

Einige Medikamente, wie Biologika, müssen ständig bei zwei bis acht Grad Celsius gekühlt bleiben, dürfen aber auf keinen Fall eingefroren werden. Bei der Reiseplanung sollte daher darauf geachtet werden, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Spezielle Reisekühltaschen sind über den Fachhandel oder Apotheken zu beziehen.

Wenn Sie mit dem Flugzeug verreisen oder ins Ausland, ist es ratsam, eine ärztliche Bescheinigung mitführen, die bestätigt, dass es sich um persönlich benötigtes medizinisches Material handelt. So vermeiden Sie Probleme bei der Einreise.

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen sollten ihre Medikamente bei Flugreisen im Handgepäck mit sich führen. Denn Gepäck kann auch mal verloren gehen oder verspätet ankommen. Im Urlaubsland sind die erforderlichen Medikamente oft nur schwer zu bekommen. Nehmen Sie daher immer etwas mehr Medikamente mit, als für die Reisezeit erforderlich. So sind sie im Falle eines Streiks oder sonstiger Reiseverzögerungen gut gerüstet.

So gewappnet steht einem gelungenen Urlaub nichts mehr im Wege.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2016
Durch: es
Quellen: Nach Informationen der Lufthansa sowie Krawinkel M.: Reisen mit chronisch kranken Kindern. Monatsschr Kinderheilkd 2006. 154:271–282.

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