Niereninfektion

Nierenbeckenentzündung

Pyelitis und Pyelonephritis erkennen, vorbeugen, behandeln

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Trinken und Bettruhe unterstützen die Therapie einer akuten Nierenbeckenentzündung.
Getty Images/iStockphoto

Der Name Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis von griechisch Pyelos: Nierenbecken und Nephritis: Nierenentzündung) ist eigentlich irreführend: Der Großteil der meist einseitigen Infektion sitzt im Nierengewebe. Das trichterförmige Nierenbecken, in dem der Urin gesammelt wird, ist aber mitbetroffen. Eine Nierenbeckenentzündung ist mit starken Schmerzen und Fieber verbunden.

Eine Nierenbeckenentzündung ist in den meisten Fällen das Ergebnis einer Blasenentzündung (Zystitis), die entlang der Harnwege nach oben zu den Nieren gewandert ist (aufsteigender Harnwegsinfekt). Meist greift die Infektion auf das Nierengewebe über, eine reine Nierenbeckenentzündung ohne Nierenbeteiligung heißt Pyelitis.

Auslöser der Pyelonephritis sind in acht von zehn Fällen Darmbakterien der Art E. coli, die auch den Großteil der Blaseninfektionen hervorrufen. Dementsprechend sind Frauen wegen ihrer sehr viel kürzeren Harnröhre und deren Nähe zum Anus drei Mal häufiger von einer Nierenbeckenentzündung betroffen als Männer.

Wechseljahre und Blasensteine erhöhen das Risiko

Risikofaktoren für eine Nierenbeckenentzündung umfassen Harnabflussstörungen durch Steine in der Blase oder Niere, Hormonschwankungen in und nach den Wechseljahren sowie Schwangerschaft oder ein generell schwaches Immunsystem. Ältere Männer sind durch eine vergrößerte oder entzündete Prostata gefährdet. Daneben gehören Diabetiker zur Risikogruppe für Harnwegsinfekte.

Die Nierenbeckenentzündung beginnt meist plötzlich und geht mit einem heftigen Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit einher. Zu den Symptomen der Pyelonephritis gehören Fieber, dumpfer Rücken- und Flankenschmerz, Schüttelfrost sowie Brennen beim Pinkeln und Rotfärbung des Urins.

Chronische Nierenbeckenentzündung bleibt oft unentdeckt

Behandelt wird eine Nierenbeckenentzündung meist mit einer Antibiotikagabe über einen längeren Zeitraum (mindestens zehn Tage). Außerdem ist körperliche Schonung angesagt. Akute Nierenbeckenentzündungen heilen durch diese Therapie meist komplett aus, Spätfolgen bleiben dem Patienten keine.

Unbehandelt kann aus der akuten allerdings eine chronische Pyelonephritis entstehen, die zu Schädigungen am Nierengewebe führt. Letztere verläuft oft ohne Symptome oder mit unspezifischen Anzeichen, so dass sie schwer zu erkennen ist.

Nierenbeckenentzündung vorbeugen: genug Trinken und zur rechten Zeit aufs Klo

Vorbeugen lässt sich einer Nierenbeckenentzündung durch genügend Wassertrinken. Für Frauen ist es ratsam, möglichst bald nach dem Sex zur Toilette zu gehen, um die Erreger von Blasenentzündung und Nierenbeckenentzündung aus den Harnwegen zu spülen. Ist eine Harnabflussstörung schuld an den chronischen Beschwerden, kommt eine Operation in Frage, um die Nierenbeckenentzündung loszuwerden.

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Letzte Aktualisierung: 21. Januar 2014
Quellen: nach Informationen der Techniker Krankenkasse sowie des Nierenportals der DGfN

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