Cumarin im Weihnachtsgebäck

Zimt: Sorte entscheidet über Giftigkeit

Cumarin in Zimt und Zimtsternen kann die Leber schädigen. Wie Sie guten Zimt erkennen

Zimt ist in der Vorweihnachtszeit allgegenwärtig. Allerdings enthält er den gesundheitsschädlichen Stoff Cumarin. Während für gekaufte Zimtsterne seit einigen Jahren Höchstwerte gelten, gibt es für gemahlenen Zimt oder ganze Stangen von dem Gewürz keinen Cumarin-Grenzwert. Es gibt aber Tricks, um guten Zimt zu erkennen und die Cumarin-Aufnahme gering zu halten.

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Im billigeren Cassia-Zimt steckt bis zu zehn Mal so viel Cumarin wie in Ceylon-Zimt (Bild). Cumarin kann die Leber schädigen.
Jens Schierenbeck / dpa

Auf die Zimt-Sorte kommt es an: Je nachdem enthält das Gewürz unterschiedlich große Mengen des gesundheitsschädlichen Stoffs Cumarin. Wer möglichst wenig davon zu sich nehmen will, greift beim Einkauf am besten zu Ceylon-Zimt oder Kaneel. Darauf weist die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hin. Diese Zimt-Sorte enthält deutlich weniger Cumarin als Cassia- oder China-Zimt. Anbieter sind jedoch nicht verpflichtet, auf die Sorte hinzuweisen. Außerdem gibt es keine gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen für Cumarin in Zimt als Gewürz.

Sorte von Zimtstangen anhand des Aussehens bestimmen

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In manchen Fällen reichen schon ein paar Zimtsterne aus, um den Cumarin-Grenzwert zu überschreiten.
Getty Images/iStockphoto

Wenn die Sorte nicht auf der Packung zu finden ist, kann die Herkunft Aufschluss geben: Ceylon-Zimt kommt meist aus Madagaskar oder dem namensgebenden Sri Lanka. Cassia-Zimt stammt dagegen vor allem aus Indonesien. Bei Zimtstangen hilft außerdem die Optik bei der Unterscheidung: Ceylon-Zimt lässt sich an seinen sehr dünnen und ineinander gerollten Rindenschichten erkennen. Eine Cassia-Zimtstange ist dagegen als dicke, an den Seiten eingerollte Rinde zu identifizieren.

Cumarin: Für Kinder können schon wenige Zimtsterne zu viel sein

Nach Angaben der Experten ist die tolerierbare Tagesdosis für Cumarin überschritten, wenn ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener zwei Gramm Cassia-Zimt oder mehr als sechs Milligramm (mg) Cumarin am Tag zu sich nimmt. Diese Menge kann bei stark belasteten Produkten schon mit drei Zimtsternen erreicht sein, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Bei einem 15 Kilogramm schweren Kind ist die Grenze bei 0,5 Gramm Cassia überschritten. Das entspricht im Schnitt sechs kleinen oder drei Zimtsternen pro Tag oder aber hundert Gramm Lebkuchen, so das BfR. Erwachsene können dem Institut zufolge täglich rund 24 kleine Zimtsterne genießen.

Der Aromastoff Cumarin in Zimtsternen, anderem Gebäck, Glühwein oder Currys kann der Leber schaden. Bei empfindlichen Personen reichen dazu schon kleine Mengen. Meist sind die Organschädigungen reversibel, es kann aber auch zu einer schweren Leberentzündung (Hepatitis) mit Gelbsucht kommen. In Cassia-Zimt können rund 3.000 mg Cumarin pro Kilogramm (kg) stecken, in Ceylon-Zimt dagegen höchstens 297. Im günstigeren Cassia-Zimt fand das BfR vereinzelt sogar Rekordmengen von bis zu 10.000 mg Cumarin.

Bio-Zimt ist klarer gekennzeichnet

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale hat ergeben, dass auf 19 von 28 Verpackungen von konventionell hergestelltem Zimt (gemahlen und Stangen) weder Sorte noch Herkunft zu finden war. Diese Angaben fehlten dagegen nur bei zwei von 15 Bio-Produkten, zwei weitere gaben immerhin die Zimt-Sorte an.

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Letzte Aktualisierung: 08. Dezember 2014
Quellen: FAQ des BfR zu Cumarin in Zimt und Zimtsternen

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