Störungen des weiblichen Zyklus

Verstärkte Menstruation

Hypermenorrhoe und Menorrhagie

Unter einer Hypermenorrhoe ist eine verstärkte Regelblutung zu verstehen. Die Periodenblutung tritt also im normalen zeitlichen Abstand ein, der Blutabgang ist jedoch deutlich kräftiger als normalerweise üblich.

Tampons
Bei einer verstärkten Menstruation liegt oft eine Grunderkrankung vor.
© iStock.com/matka_Wariatka

Eine sehr starke Regelblutung wird in der medizinischen Fachsprache als Hypermenorrhoe bezeichnet und ist definiert als regelmäßiger Blutverlust von mehr als 80 Milliliter während der Menstruation. Normal sind insgesamt 20 bis 60 Milliliter Blut.

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Voller Tampon in zwei Stunden

Zur Verdeutlichung: Bei einer normalen Blutungsstärke dauert es durchschnittlich etwa vier Stunden, bis ein Tampon oder eine Binde normaler Größe vollgesogen sind, wobei die Blutungsstärke variiert und nicht an allen Tagen gleich stark ist.

Bei einem Blutverlust von über 80 Milliliter dagegen dauert es weniger als zwei Stunden, bis Hygieneartikel normaler Größe gewechselt werden müssen. Am Tag sind dann mehr als fünf Tampons oder Vorlagen notwendig. Allerdings wird auch eine starke Blutung, die noch nicht die Kriterien Hypermenorrhoe erfüllt, als belastend empfunden und führt Betroffene in die Arztpraxis. Ist die Regelblutung nicht nur sehr stark, sondern auch verlängert, liegt eine Menorrhagie vor. Die Begriffe Hypermenorrhoe und Menorrhagie werden oft synonym verwendet.

In seltenen Fällen kann Krebserkrankung die Ursache sein

Auslöser für die starken Blutungen sind meist gutartige Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut (Polypen) oder in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myome), die oft keine weiteren Beschwerden machen. Auch eine Endometriose oder die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren kann zu verstärkten Blutungen führen. Gelegentlich werden übermäßige Regelblutungen bei Trägerinnen einer Spirale (Intra-uterin-Pessar) beobachtet. Nur in seltenen Fällen weisen diese Beschwerden auf ernsthafte Erkrankungen wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs hin.

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Lifeline/Wochit

Folgen: Bei länger anhaltender Hypermenorrhoe droht Blutarmut

Nicht selten führt der Blutverlust zu Müdigkeit und Eisenmangel. Eine länger anhaltende Hypermenorrhoe kann durch den verstärkten Blutverlust Eisenmangel bedingte Blutarmut (Annämie) zur Folge haben.

Die Ursache einer Hypermenorrhoe sollte immer ärztlich abgeklärt werden, am besten durch den Frauenarzt. Wenn eine Ultraschalluntersuchung keine exakte Ursache belegen kann, wird möglicherweise eine Kürettage (Ausschabung) notwendig. Hierbei wird unter Narkose Schleimhaut aus der Gebärmutter gewonnen und unter dem Mikroskop untersucht.

Therapie bei verstärkter Blutung: Hormone oder Operation

Die Therapie der Hypermenorrhoe richtet sich nach den jeweils vorliegenden Beschwerden und danach, ob ein Kinderwunsch besteht. Denn die wirkungsvollsten Behandlungen stehen dem entgegen. Dies sind zum einen operative Methoden wie die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) oder der Gebärmutterschleimhaut. Zum anderen sind auch hormonbasierte Therapien erfogreich, die auch zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden: die Antibabypille und die Hormonspirale.

Nicht hormonbasierte Wirkstoffe, die ebenfalls bei verstärkten Monatsblutungen eingesetzt werden, sind Tranexamsäure zur Senkung der Blutungsneigung oder Mefenaminsäure, ein Wirkstoff, der auch bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen Anwendung findet.

Auch Entspannungsmethoden können helfen

Wer auf pflanzliche Mittel setzt, kann zu Präparate mit Mönchspfeffer oder Mutterkorn greifen. Allerdings ist deren Wirkung bei Menorrhagie noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Manchmal können auch Entspannungstechniken wie Yoga helfen.

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