Chronisch oder nicht?

8 Tipps für Arthrose und Heuschnupfen

Viele von Ihnen werden das schon erlebt haben: Sie gehen zum Arzt. Zugegeben, es ist nicht das erste Mal, dass Sie mit den gleichen Beschwerden kommen. Ebenso zugegeben, Ihre Beschwerden sind in den letzten Monaten immer etwas stärker geworden und treten häufiger auf. Dennoch überrascht Sie nun die Reaktion des Arztes: „Na, hoffentlich wird das nicht chronisch!“ Sie reagieren ein wenig verunsichert. Und sind erstaunt: Was meint der Arzt damit? Ab wann ist eine Krankheit eigentlich chronisch? Wie geht man damit um? Kann man das gar umkehren? Oder kommen meine Beschwerden nun immer wieder?

Patientin im Aufklärungsgespräch mit Arzt
Chronische Krankheiten führen regelmäßig zum Arzt.
© iStock.com/Tinpixels

Chronische Krankheiten: Ganz gleich verschieden

Zunächst einmal gibt es – neben vielen anderen -  auch eine ganz einfache Daumenregel für eine chronische Krankheit. Und die lautet: Wenn Sie eine Krankheit mindestens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal zum Arzt führt, dann spricht man von „chronisch“. Das gilt z. B. für Diabetes, Rheuma und Bluthochdruck gleichermaßen. Schon hier merken Sie, wie unterschiedlich chronische Krankheiten sein können. Während Diabetes und Rheuma schon sehr früh Beschwerden bzw. Schmerzen machen und Akutsituationen verursachen können, ist Bluthochdruck meist lange Jahre unbemerkt und eher eine Erkrankung auf dem Papier. Seine Gefährlichkeit liegt darin, dass er das Risiko für weitere Herz-/Kreislauferkrankungen deutlich erhöht. In allen drei Fällen gilt dennoch:  früh und konsequent behandeln.

Früher war alles anders

Der Wechsel der Krankheiten von „chronisch“ zu „akut“ ist die wichtigste Wandlung innerhalb der Medizin der letzten 100 Jahre. Und zugleich ihr größter Erfolg. Früher waren akute Infektionskrankheiten, die nur schwer beherrschbar waren, das größte Problem der Menschen. Hygiene, Impfungen und Arzneimitteln wie Antibiotika ist es aber zu verdanken, dass Infektionskrankheiten heute nur noch eine kleine Rolle spielen. Doch die modernen Lebensgewohnheiten mit vielem Sitzen, wenig Bewegung, üppigem Essen, viel Stress und Umweltverschmutzung haben eine neue Klasse von Krankheiten geschaffen: die chronischen Volkskrankheiten. Ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer herauskommt.

Chronisch oder nicht – wo geht es los?

Chronische Erkrankungen sind heute in international gültigen Listen geführt. Die Betroffenen sind in der Regel in einer entsprechenden Behandlung beim Haus- oder Facharzt. Sie haben sich also daran gewöhnt, dass sie eine chronische Erkrankung haben. Für andere ist es erst einmal ein großer Schock, wenn sie erfahren, dass sie z.B. in ganz jungen Jahren schon an einer chronischen Darmerkrankung leiden. Die gute Nachricht ist: Chronische Erkrankungen haben anerkannte Behandlungsstandards, sogenannte „Leitlinien“, die heute sehr professionell umgesetzt werden. Die weniger gute Nachricht: Chronische Erkrankungen nehmen in der Bevölkerung weiter zu – auch bei Kindern. Doch es gibt eine Chance: In vielen Fällen könnte man verhindern, dass sich aus immer wieder kehrenden Symptomen eine chronische Krankheit entwickelt. Ebenso kann man in vielen Fällen dafür sorgen, dass man die Krankheit fast vergessen kann und Langzeitfolgen minimiert werden. Doch wie geht das?

Zwei typische Beispiele für „moderne“ Krankheiten verdeutlichen, an welcher Stelle man es selbst in der Hand hat, die Entwicklung der Krankheit positiv zu beeinflussen.

Beispiel Eins: Gelenkverschleiß/Arthrose

Achtung, mit Gelenkverschleiß sind nicht rheumatische Erkrankungen gemeint, die sich aufgrund einer inneren Entzündung schon in frühen Jahren entwickeln. Gelenkverschleiß, auch als Arthrose bekannt, entsteht meist als Folge von einerseits übermäßiger Belastung (z. B. Leistungssportler), andererseits falscher und zu geringer Belastung der Gelenke. So kurios es klingt, ein Gelenk braucht „Bewegung“, damit die im Inneren des Gelenkes zirkulierenden Nährstoffe verteilt werden. Und es darf auch nicht durch einseitige Belastung, etwa durch langes Stehen oder Sitzen und auch durch Übergewicht über Jahre „fehl“ belastet werden. Auf den ersten Blick scheint es also ganz einfach zu sein, dem Gelenkverschleiß vorzubeugen. Dennoch muss man aber sagen, dass auch zunehmendes Alter die Entstehung der Arthrose fördert. Wirkungsvolle Tipps gegen Gelenkverschleiß sind:

  1. Ernährung mit ausgewogener, frischer sowie vitaminreicher Kost mit überwiegend pflanzlichen Fetten und wenig Kohlehydraten, um durch falsche Ernährung ausgelöstes Übergewicht zu vermeiden.
  2. Regelmäßig Sport treiben, gelenkschonend aber konsequent, z.B. Schwimmen, Walken, Radfahren, mindestens 20 Min. pro Tag. Zusätzlich moderates Krafttraining, um die Gelenke zu entlasten (vor allem die Wirbelsäule, die dankbar ist für starke, stützende Muskeln um sie herum).
  3. Am Arbeitsplatz auf „Gelenk-Abwechslung“ umstellen, z.B. auf einem „Pezziball“ sitzen statt einem Bürostuhl, öfter stehen, öfter den Gang auf und ab laufen, aktive Bewegungs-Pausen machen.
  4. Last but not least lassen sich beginnende Beschwerden auch mit homöopathischen Mitteln behandeln (Apotheke). Das hat den Vorteil der sehr guten Verträglichkeit. Es kann sich auch der Besuch eines homöopathischen Arztes oder Heilpraktikers lohnen, der für Sie das individuell passende Mittel verordnet.

Beispiel Zwei: Heuschnupfen/Allergien

Eine sehr erstaunliche Entwicklung machen Allergien: Die Zahl der Betroffenen hat sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt. Immer mehr leiden auch Kinder darunter. Es gibt viele Gründe die als dafür verantwortlich diskutiert werden. Angefangen von der ungeheuren Vielfalt künstlicher Stoffe in der Nahrung oder der Umwelt, über Luftverschmutzung und Fastfood bis hin zu einem völlig überlasteten Immunsystem. Bei Allergien gilt es zu beachten, dass sie sich oftmals quasi von außen nach innen bewegen. Das heißt: Aus Hauterscheinungen, laufender Nase und tränenden Augen können Atemnot und sogar beengende (obstruktive) Lungenerkrankungen werden. Daran sieht man, dass es auch bei zunächst leichten Beschwerden sinnvoll ist, geeignete Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Was kann man sonst noch tun? Hier sind vier weitere wirkungsvolle Tipps:

  1. Ganz am Anfang und am wichtigsten sind eine umfassende Anamnese und Diagnostik: Wogegen bin ich eigentlich genau allergisch? Was sind die auslösenden Allergene? Dazu wird ein Test, meist auf der Haut, gemacht. Dieser ist ganz entscheidend, da saisonal vorkommende Allergene wie Pollen der Auslöser sein können. Oder auch gelegentliche Kontakte zu Allergenen, wie Tierhaare oder aber ganzjährig und überall zu erwartende Allergene, wie Hausstaubmilben. Aber auch Metalle und Kunststoffe können allergische Reaktionen in Form eines Kontaktekzems auslösen.  
  2. Der Arzt, der die Diagnostik durchgeführt hat, wird mit Ihnen besprechen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Am besten ist natürlich, wenn man Allergene meiden kann. „Allergenkarenz“ heißt das und führt manchmal dazu, dass Betroffene den Job wechseln müssen (z.B. bei Nickelallergie in der Gastronomie).
  3. Bei Pollenallergie ist eine nachhaltige und ursächliche Strategie die Hyposensibilisierung, quasi eine „Allergie-Impfung“. Sie ermöglicht es dem Immunsystem, wieder ganz normal zu arbeiten und nicht mehr überschießend zu reagieren. Damit hat man dann die chronische Entwicklung gestoppt!
  4. Wer typischer Saisonallergiker ist (Heuschnupfen) kommt zumindest am Anfang auch mit Mitteln gegen die Symptome aus. Eine hilfreiche Ergänzung kann der Einsatz von Homöopathika sein, die die Selbstheilungskräfte aktiviert (fragen Sie einfach Ihren homöopathischen Arzt oder Heilpraktiker).

Die beiden Beispiele zeigen, dass konsequente Maßnahmen mögliche Chronifizierungen und Langzeitfolgen bei bestimmten Erkrankungen abwenden bzw. abschwächen, wenn nicht gar gezielt aufhalten können.

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