Nahrungsergänzungsmittel

Glucosamin: Wie wirksam ist es bei Gelenkbeschwerden?

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Glucosamin ist eine körpereigene Substanz und wird auch als Wirkstoff in Medikamenten verwendet, um Arthrose zu behandeln. Zudem ist es Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln. Ob es als Supplement bei Gelenkschmerzen empfohlen wird und welche Nebenwirkungen auftreten können, lesen Sie hier.

glucosamin
Glucosamin wird vor allem bei Arthrose am Kniegelenk eingesetzt, auch wenn die Wirkung bisher nicht belegt ist.
© iStock.com/stefanamer

Im Überblick:

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Was ist Glucosamin?

Glucosamin ist ein organischer Einfachzucker (Aminozucker), der im menschlichen Körper natürlicherweise vorkommt. Es ist Bestandteil der Knorpelsubstanz, Gelenkflüssigkeit und des Bindegewebes. Als Arzneimittel wird es zur Behandlung von Kniearthrose eingesetzt. Zudem ist es auch ein Inhaltsstoff für Nahrungsergänzungsmittel. Die als "Gelenkkapseln" dargestellten Präparate sollen das Gelenk stärken, dem Abbau der Knorpelsubstanz vorbeugen oder bei Gelenkbeschwerden heilungsfördernd sein.

Pharmazeutisch hergestellt wird der Aminozucker aus Chitin, welches aus Krustentieren wie Langusten, Krebsen und Krabben gewonnen wird. Glucosaminpräparate werden häufig auch mit Chondroitin kombiniert. Dieser Wirkstoff ist ebenfalls eine natürlich vorkommende Knorpelsubstanz. Die Wirksamkeit von glucosamin- und chondroitinhaltigen Mitteln ist allerdings sehr umstritten. Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege für deren gesundheitlichen Nutzen.

Anwendungsgebiete

Als Arzneimittel wird Glucosamin zur Behandlung von Verschleißerscheinungen am Kniegelenk (Arthrose) eingesetzt, vor allem um Symptome wie Schmerzen oder Steifigkeit zu lindern. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie spricht sich allerdings in ihren Leitlinien zur Behandlung von Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) gegen eine Verwendung des Medikaments aus, weil es keinen therapeutisch belegten Nutzen dafür gibt. Lediglich für Patienten, die bestimmte Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika) nicht vertragen, könne es eine Therapiealternative sein. Zudem empfehlen sie, die Einnahme abzubrechen, wenn nach drei Monaten keine Besserung eingetreten ist.

Glucosamin wird außerdem als Nahrungsergänzungsmittel freiverkäuflich im Handel als Tabletten, Kapseln, Flüssigkeit oder Pulver angeboten. Diese Produkte dürfen nicht mit gesundheitsbezogenen Aussagen beworben werden. Sie werden allerdings häufig mit Vitamin C kombiniert. Da Vitamin C die Knorpelfunktion nachweislich positiv beeinflusst, sind Aussagen wie "für einen gesunden Knorpel" oder "trägt zu einer normalen Knorpelbildung bei" zulässig.

Wirkung von Glucosamin bisher nicht nachgewiesen

Glucosamin ist ein körpereigener Baustein des Knorpelgewebes und der Gelenkflüssigkeit. Wie es darüber hinaus wirkt, ob es zum Beispiel den Knorpelabbau stoppt oder die Bildung neuer Knorpelbestandteile anregt, ist nach wie vor unklar. Bisher gibt es auch keine unabhängigen Studien, die eine schmerzlindernde oder knorpelunterstützende Wirkung durch die Einnahme tatsächlich nachweisen.

Welche Nebenwirkungen hat Glucosamin?

Die meisten Präparate werden aus Chitin gewonnen. Wer eine Allergie auf Schalentiere hat, sollte Glucosamin deshalb nicht einnehmen. Hautausschlag, Juckreiz, Ekzeme und sogar ein anaphylaktischer Schock könnten sonst die Folge sein.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

Gibt es bei der Einnahme etwas zu beachten?

Wer anhaltende Gelenkbeschwerden hat, sollte sich grundsätzlich an seinen Arzt wenden und mit ihm die Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Gelenkschmerzen oder Arthrose besprechen.

Werden glucosaminhaltige Präparate eingenommen, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Glucosamin kann zu Wechselwirkungen im Glukosestoffwechsel führen. Menschen mit Diabetes mellitus oder einer eingeschränkten Glukosetoleranz sollten deshalb ihren Blutzuckerspiegel überwachen.

  • Glucosamin kann die Blutgerinnung hemmen. Personen, die bestimmte Blutgerinnungshemmer einnehmen (Cumarin-Antikoagulantien), sollten auf glucosaminhaltige Produkte verzichten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist zudem darauf hin, dass aufgrund fehlender Studien eine gesundheitliche Bewertung von Glucosamin bei Kindern, Jugendlichen, schwangeren und stillenden Frauen nicht möglich ist.

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