Verschleiß des Hüftgelenks

Coxarthrose: Symptome der Hüftarthrose

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Die Coxarthrose gilt als die häufigste Form der Arthrose. Dabei handelt es sich um einen Knorpel- und Gelenkverschleiß der Hüfte. Die nicht-entzündliche Erkrankung schreitet langsam fort und geht oftmals mit starken, anfangs belastungsabhängigen Schmerzen einher. Wann ist ein künstliches Hüftgelenk notwendig?

Coxarthrose: Arthrose im Hüftgelenk
© Getty Images/Jan-Otto

Kurzübersicht: Coxarthrose

Was ist eine Coxarthrose? Coxarthrose ist der Fachbegriff für einen Verschleiß des Hüftgelenks. Dabei kommt es zu einem Abbau der schützenden Knorpelschicht. Bildet sich der schützende Knorpel zurück, wird der Gelenkspalt der Hüfte schmaler. Ist der Knorpel ganz abgebaut, reiben die knöchernen Gelenkflächen aneinander.

Ist eine Coxarthrose heilbar? Eine Arthrose der Hüfte ist nicht heilbar, jedoch behandelbar. Das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich durch verschiedene Therapien verlangsamen. Zudem können akute Beschwerden gelindert werden.

Wie häufig ist eine Coxarthrose? Rund fünf Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an einer Hüftarthrose.

Im Überblick:

Arthrose-Behandlung: Wichtige Therapiemaßnahmen im Überblick

Was ist eine Coxarthrose?

Coxarthrose (auch Hüftarthrose oder Hüftgelenksarthrose) ist der medizinische Begriff für eine Gelenkveränderung an der Hüfte aufgrund von Verschleiß und Alterung (Degeneration). Der Gelenkverschleiß führt zunächst zum Abbau und schließlich zur Zerstörung des Gelenkknorpels in der Hüfte. In späteren Krankheitsstadien werden auch andere Gelenkstrukturen mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen, darunter Muskeln, Knochen, Bänder und die empfindliche Gelenkschleimhaut.

So kommt es etwa im Zuge des Knorpelschwunds zu einer Fehlbelastung des Knochens, dessen Oberfläche sich nach und nach verändert. Typisch hierfür sind zunächst knöcherne Auswüchse, sogenannte Osteophyten, an den Gelenkflächen. Später kommt es zu einer Verdichtung und Verhärtung des Knochens. Fachleute sprechen auch von einer subchondralen Sklerosierung, im weiteren Verlauf kann es zur Zystenbildung und Zerstörung der Gelenkpartner kommen.

Eine Coxarthrose verläuft schleichend und verursacht zu Beginn keine oder kaum Beschwerden, später kommt es dann zu Schmerzen bei Belastung. Auch wenn es sich beim Hüftgelenkverschleiß allgemein um keine entzündliche Erkrankung handelt, kann die Coxarthrose mit entzündlichen Schüben einhergehen (aktivierte Arthrose). Dabei kommt es phasenweise zu akuten und anhaltenden Schmerzen des Gelenks sowie weiteren Entzündungszeichen.

Coxarthrose: Häufigste Arthroseform

Die Coxarthrose gehört neben der Kniegelenksarthrose zu den häufigsten Formen der Arthrose. Schätzungsweise fünf Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter dem schmerzhaften Verschleiß des Hüftgelenks, die Häufigkeit nimmt im Alter zu. Betroffen sind vor allem Menschen über 45 Jahren, Frauen erkranken dabei häufiger als Männer.

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Die Hüftgelenksarthrose verursacht erhebliche Kosten im Gesundheitssystem. Die stark eingeschränkte Beweglichkeit erfordert in einigen Fällen das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Im Jahr 2020 wurde in Deutschland pro 100.000 Einwohner*innen rund 294 mal eine "künstliche Hüfte" eingesetzt. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich eine Operation jedoch lange vermeiden.

Coxarthrose: Symptome beginnen schleichend

Die Symptome der Hüftgelenksarthrose sind sehr charakteristisch. Sie treten allerdings erst auf, wenn die Knorpelschädigung voranschreitet und sich der Gelenkspalt verkleinert. Wesentliche Krankheitszeichen sind: 

  • Hüftschmerzen: Bei rund 95 Prozent der Betroffenen tritt der Schmerz zunächst bei Beginn eines Bewegungsablaufes als Anlaufschmerz auf. Nach längerem Ruhen sowie morgens kann ein Gefühl der Steifigkeit dazukommen. Die Anlaufschmerzen gehen nach einer kurzen Zeit zunächst zurück und treten erst bei längerer Belastung als Ermüdungsschmerz erneut auf. Im späteren Verlauf bestehen die Schmerzen schließlich auch in Ruhe. Bei der Arthrose der Hüfte ist typischerweise das Aufstehen aus einem tiefen Sessel sehr schmerzhaft; die Hüftschmerzen ziehen oft von der Leiste in den Oberschenkel und teilweise bis ins Knie.

  • Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen: Bewegungseinschränkungen sind zunächst durch Schmerzen bedingt, wenn Patient*innen eine Schonhaltung einnehmen, um schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden. Dies sorgt für reflexhafte, also unwillkürliche Muskelverspannungen, die zu weiteren Schmerzen führen. Länger (über mehr als zwei Wochen) andauernde Muskelverspannungen enden in Verkürzungen (Kontrakturen) der Muskeln und schränken den möglichen Bewegungsumfang weiter ein.

  • Reibungsgeräusch: Abrieb von Knorpelteilchen und die aufgeraute Knorpeloberfläche führen im Falle einer fortgeschrittenen Arthrose oftmals zu einem weiteren Symptom: Über dem Gelenk können Reibegeräusche hörbar oder als Knirschen beim Betasten des Gelenks fühlbar sein.

Bei der aktivierten Arthrose kommen auch Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung dazu.

Ursachen und Risikofaktoren einer Coxarthrose

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Coxarthrose sind bislang nicht abschließend geklärt. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten der Gelenkerkrankung begünstigen. Dabei kommt unter anderem eine erblich bedingte Veranlagung infrage.

Weitere möglichen Ursachen für die Coxarthrose:

  • angeborene Fehlstellungen des Hüftgelenks (Hüftdysplasien)

  • Überlastungen

  • Gelenkverletzungen (etwa Knochenbrüche, vor allem im Bereich des Oberschenkelhalses)

  • Störungen im Gelenkstoffwechsel und Entzündungen (nicht-bakterielle Entzündungen, rheumatoide Arthritis, bakterielle Entzündungen)

  • Hüftimpingement (Auswüchse am Gelenkknochen führen zu Engstellen und verminderter Beweglichkeit)

  • Übergewicht

  • Leistungssport (etwa Fußball und Handball)

  • schwere körperliche Arbeit

Daneben können Krankheiten im Kindesalter wie die jugendliche Hüftkopflösung oder die Perthes-Krankheit eine Coxarthrose auslösen. Bei Morbus Perthes wird der Hüftkopf nicht ausreichend durchblutet, stirbt ab und verformt sich.

Diagnose: Wie wird eine Coxarthrose festgestellt?

In der Regel sind die Symptome einer Coxarthrose recht charakteristisch und deuten eindeutig auf die Erkrankung des Hüftgelenks hin. Gesichert wird die Diagnose nach Erhebung der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung meist mithilfe eines Röntgenbilds.

Darüber hinaus stehen Ärzt*innen noch eine Vielzahl weiterer apparativer Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Coxarthrose sicher festzustellen, darunter etwa eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Beide Verfahren werden etwa eingesetzt, um andere Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden auszuschließen. Hierfür können auch Blutuntersuchungen notwendig sein.

Behandlung einer Coxarthrose: Wann ist eine Hüftprothese sinnvoll?

Eine Coxarthrose ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach den Beschwerden sowie dem vorliegenden Krankheitsstadium. Ziele der Behandlung sind die Linderung der Schmerzen sowie der Erhalt der Beweglichkeit.

Coxarthrose ohne Operation behandeln

Bevor eine Operation und ein Gelenkersatz infrage kommen, wird die Coxarthrose mit konservativen Behandlungsmethoden behandelt.

Hierbei wird vor allem auf eine Veränderung des Lebensstils gesetzt, um mögliche Risikofaktoren, die ein Fortschreiten des Gelenkverschleißes begünstigen, zu minimieren. Betroffene mit erhöhtem Körpergewicht, sollten beispielsweise daran arbeiten, Übergewicht abzubauen, um das Hüftgelenk zu entlasten. Darüber hinaus können Bewegungstherapie und gelenkschonender Reha-Sport dazu beitragen, die Hüfte zu entlasten und Muskulatur im Oberschenkel aufzubauen. Bei einer aktivierten Coxarthrose ist jedoch Vorsicht geraten: Während einer Entzündung sollte das Gelenk bestmöglich geschont werden.

Auch wird das Tragen flacher und bequemer Schuhe empfohlen. Zusätzliche Entlastung ist durch weiche Schuhsohlen möglich (Pufferabsätze). Sie verhindern, dass sich die Stöße beim Auftreten bis ins Hüftgelenk übertragen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Wärme-/Kältetherapie
  • entzündungshemmende Schmerzmittel (etwa NSAR)
  • Kortisonspritzen (nicht zur Daueranwendung geeignet)

Daneben gibt es viele frei verkäufliche pflanzliche Arzneien und Nahrungsergänzungsmittel, etwa mit Extrakten aus Avocado, Soja und Teufelskralle oder Wirkstoffen wie Glucosamin und Chondroitin. Die Wirksamkeit dieser Präparate ist jedoch nicht in Studien erwiesen. Von einer Behandlung einer Coxarthrose mit entsprechenden Mitteln ist deshalb im Zweifel abzusehen.

Operation bei Hüftarthrose

Wird der Alltag von Betroffenen stark durch den Gelenkverschleiß der Hüfte erschwert und sind Therapieversuche andere über drei Monate hinweg wirkungslos, ist meist eine Operation das Mittel der Wahl. In der Regel kann das Hüftgelenk nicht erhalten werden, es wird der Einsatz einer Hüftprothese (künstliches Hüftgelenk) notwendig. Häufig werden sowohl Gelenkkopf als auch die Hüftpfanne ersetzt, Fachleute sprechen auch von einer Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP).

Ob, wann und für wen eine Operation und ein neues Hüftgelenk infrage kommen, kann nur ein*e Arzt*Ärztin entscheiden. Die Operation zum Einsatz Totalendoprothese verspricht langfristige Hilfe, ist jedoch auch mit Risiken verbunden. Mögliche Komplikationen sind:

  • Thrombose
  • Wundheilungsstörungen
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Nervenschäden
  • Probleme während der Narkose

Nach der Hüftoperation und dem Einsatz der Prothese ist eine Rehabilitation sehr wichtig. Betroffene sollen etwa mithilfe von Physiotherapie die Beweglichkeit des Hüftgelenks trainieren und gezielt Muskulatur aufbauen.

Wie lässt sich einer Hüftarthrose vorbeugen?

Der Arthrose an der Hüfte kann recht gut vorgebeugt werden. Bei größeren Fehlstellungen, zum Beispiel einer erst spät entdeckten angeborenen Hüftdysplasie, können Operationen, die z.B. die Überdachung des Kopfes verbessern, die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes hinauszögern. Das ist auch deshalb von Vorteil, weil kein künstliches Hüftgelenk ewig hält, selbst wenn die Fortschritte auf diesem Gebiet heute groß sind.

Die möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung der Coxarthrose umfassen:

  • Vermeidung einer Überlastung: Abbau von Übergewicht, Meiden von Fehlbelastungen

  • Regelmäßige Bewegung: gelenkschonende Sportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen

  • Abwechslungsreiche Ernährung: Nährstoffe für gesunden Knorpel

  • Angemessene Behandlung von Verletzungen des Gelenks: etwa durch Ruhigstellen

  • Behebung möglicher Fehlstellungen: zum Beispiel durch Operationen

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