Meist eine Alterserkrankung

Arthrose: Was tun bei schmerzhaftem Gelenkverschleiß?

Arthrose ist eine durch Abnutzungserscheinungen hervorgerufene Gelenkkrankheit. Diese Abnutzung des Gelenkknorpels kann im Rahmen des normalen Alterungsprozesses oder durch Verletzungen entstehen. Wird die Arthrose nicht frühzeitig behandelt, können Gelenkentzündungen folgen, die bis hin zu Instabilität des betroffenen Gelenks und dem Verlust der Beweglichkeit führen. Damit es nicht soweit kommt, können Sie einiges tun.

Arthrose ist eine typische Alterserkrankung. Frauen sind vom Gelenkverschleiß häufiger betroffen.
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Arthrose macht die Gelenke steif und verursacht starke Schmerzen. Sie zählt zu den rheumatischen Erkrankungen. Insgesamt werden mehr als hundert verschiedene Krankheitsbilder, die zu übermäßigen Abbauprozessen im Gelenk führen, unter dem Sammelbegriff Arthrose zusammengefasst. Im Anfangsstadium ist nur der Gelenkknorpel betroffen. Die Gelenke sind die Verbindungsstelle zwischen zwei benachbarten Knochen. Damit diese nicht aufeinander reiben, sind sie von einer Knorpelschicht umgeben – sie wirkt wie ein Stoßdämpfer. Nimmt die Knorpelmasse ab, geht auch ihre Gleit- und Pufferfunktion zunehmend verloren. Im weiteren Verlauf der Arthrose werden auch Knochen und Gelenkflächen in Mitleidenschaft gezogen.

Artikelinhalte im Überblick:

Schmerzen lindern bei Arthrose

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung

Arthrose ist eine typische Alterserscheinung und die häufigste Gelenkerkrankung. Frauen leiden häufiger daran als Männer. Bei fast jedem Menschen über 70 Jahren ist sie insbesondere im Hüft- und Kniegelenk feststellbar – aber nicht jeder bemerkt sie. Denn eine Arthrose muss nicht immer Schmerzen oder eine spürbare Bewegungseinschränkung für den Betroffenen bedeuten. Meistens verursacht sie jedoch diese Beschwerden.

Arthrose ist zu unterscheiden von der rheumatoiden Arthritis. Bei ersterer tritt in erster Linie eine Abnutzung der Gelenke auf, während bei der rheumatoiden Arthritis eine entzündliche Erkrankung für die Gelenkbeschwerden verantwortlich sind. Diese entzündlichen Veränderungen können neben den Gelenken auch die umgebenden Muskeln, Bänder und Sehnen betreffen.

Formen von Arthrose

Nicht alle Gelenke sind in gleicher Weise gefährdet. Besonders häufig betroffen sind Hände, Knie und Hüftgelenke. Je nachdem, welches Gelenk betroffen ist, wird die Arthrose medizinisch unterschiedlich bezeichnet.> Die wichtigsten Formen sind

Ursachen: Wie Arthrose entsteht und was sie begünstigt

Jeder, der Arthrose bekommt, stellt sich die Frage, was schuld ist an dieser schmerzhaften Erkrankung. Bei den Ursachen muss man zwischen einer anlagebedingten (primären) und erworbenen (sekundären) Arthrose unterscheiden.

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Oft kommen mehrere Arthrose-Ursachen zusammen

Die primäre Form entsteht durch eine und den natürlichen Alterungsprozess. Mit fortschreitendem Alter nutzt sich nämlich bei jedem Menschen die Knorpelmasse in den Gelenken mehr oder weniger stark ab.

Das Knorpelgewebe ist sehr empfindlich. Es wird nicht von Blutgefäßen durchzogen, sondern bekommt alle Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Störungen in diesem Versorgungssystem ziehen Knorpelschäden nach sich. Auch kleine Schädigungen oder Verletzungen summieren sich im Laufe der Jahre.

Eine Arthrose – egal in welchem Gelenk – wird oft durch übermäßige Belastung (Fehlstellung, vermehrte Inanspruchnahme des Gelenks) ausgelöst. Der Knorpel verliert seine Elastizität, er wird dünner. Teilweise werden kleinste Anteile abgeschilfert und in die Gelenkflüssigkeit abgestoßen. Dort führen sie zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion, die sich zudem durch Schwellung, Überwärmung, Rötung und eingeschränkte Gelenkfunktion äußert. In diesem Fall spricht man von aktivierter Arthrose. Von einer ruhenden Arthrose ist die Rede, wenn zwar der Gelenkknorpel abgebaut ist, aber keine Entzündungszeichen vorliegen.

Wurde Gelenkknorpel abgerieben, wird der entstandene Defekt zwar wieder repariert, allerdings nicht mehr mit dem sehr gleitfähigen ursprünglichen Glasknorpel, sondern mit einem derberen Faserknorpel.

Die Gleiteigenschaften des Gelenks verschlechtern sich, durch die nun rauere Oberfläche beschleunigt sich der Verschleiß. Als Ausgleich lagert der unter dem Knorpel liegende Knochen vermehrt Mineralstoffe ein und verdickt sich – die Form wird plumper, wodurch die optimale Gelenkbeweglichkeit weiter eingeschränkt wird.

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Ursachen für eine sekundäre Arthrose können sein

Oft hat die Arthrose auch mehrere Ursachen, wenn beispielsweise ein übergewichtiger Diabetiker zudem Fehlstellungen der Beine aufweist. Dann kann die Gelenkerkrankung besonders schnell voranschreiten.

Typische Symptome der Arthrose

Die Anzeichen einer Arthrose können ganz unterschiedlich ausfallen. Typische Symptome, die auf eine Arthrose in einem Gelenk hinweisen, sind

Verschleiß-Anzeichen: zuerst Anlaufschmerz, später Dauerschmerz

Kommt es bei einer Arthrose zu Beschwerden, handelt es sich hierbei anfangs um Schmerzen, die bei Belastung, Ermüdung oder bei Beginn einer Bewegung im Gelenk auftreten. Das ist der typische Anlaufschmerz. Später kann sich daraus ein Dauer- oder Muskelschmerz entwickeln. Häufig kommt es auch zu nächtlichen Schmerzen und Wetterfühligkeit. Zunehmend wird die Beweglichkeit eingeschränkt.

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Bei Arthrose verändern sich die Gelenke

Entsteht die Arthrose durch eine Entzündung im Gelenk, spricht man von einer sogenannten aktivierten Arthrose. Dabei ist das betroffene Gelenk überwärmt, schmerz- und druckempfindlich. Außerdem kann ein Gelenkerguss mit Schwellung auftreten. In diesem fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer krankhaften Veränderung des Gelenks wie einer Verdickung oder Verformung. Das Gelenk wird dadurch unbeweglich und ist nicht mehr stabil. Verletzungen können infolge der Arthrose schneller auftreten.

Wichtig: Es müssen nicht zwangsläufig Symptome auftreten. Häufig wird Arthrose zufällig entdeckt, etwa beim Röntgen. Denn jeder zweite Betroffene bemerkt nichts von der Erkrankung (sogenannte klinisch stumme Arthrose).

Verlauf der Arthrose: Von der Entzündung zur Gelenksteife

Arthrose beginnt meist unbemerkt. Erst wenn Schmerzen auftreten, wird in der Regel eine Gelenkschädigung festgestellt. Die Knorpelschicht kann dann schon so weit abgetragen sein, dass die Knochenenden freiliegen und direkt aufeinander reiben.

Gelenkinnenhaut entzündet sich

Dadurch wird die empfindliche Innenhaut gereizt, Schmerzen entstehen. Auch abgeriebene Knorpel- oder Knochenhaut kann diesen Effekt haben. Die Folge in diesem fortgeschrittenen Stadium ist häufig eine Entzündung der Gelenkhaut oder ein Gelenkerguss (aktivierte Arthrose).

Knorpel, der einmal zerstört ist, baut sich nur unwesentlich wieder von selbst auf. Stattdessen bildet der Körper häufig verstärkt Knochensubstanz, die Knochenausläufer rund um das Gelenk bilden (Osteophyten). Dadurch kommt es zu Verformungen und Verdickungen der betroffenen Gelenke.

Verletzungen treffen instabile Gelenke

Im Endstadium einer Arthrose sind Gelenke wenig bis gar nicht mehr beweglich und werden letztlich instabil. Dann können Verletzungen schneller auftreten, die typisch für das fortgeschrittene Stadium der Erkrankung sind.

Wie der Arzt die Arthrose feststellt

Ansprechpartner bei Gelenkbeschwerden ist der Hausarzt oder der Orthopäde. Als ersten Schritt der Arthrose-Diagnose wird er ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese). Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Beschwerden genau beschreiben: wann sie auftreten, unter welchen Bedingungen, wann sie leichter und schwerer sind. Außerdem sollten sie bestehende Grunderkrankungen nennen.

Mit Ultraschall Gelenkverschleiß aufdecken

Danach wird der Arzt das möglicherweise betroffene Gelenk untersuchen. Dabei überprüft er den Bewegungsumfang und kontrolliert das Gelenk auf mögliche Schwellungen. Schädigungen im Gelenk können durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) Röntgenuntersuchung, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar gemacht werden. Die Diagnose von Arthrose ist meist nicht schwierig.

Möglichkeiten, auch kleine Gelenkveränderungen festzustellen

Manchmal nutzt der Arzt jedoch zur genaueren Abklärung weitere Untersuchungsmöglichkeiten:

Behandlung von Arthrose

Arthrose ist nicht heilbar. Es gibt also keine Therapie, mit der die Gelenkerkrankung rückgängig gemacht werden kann. Deshalb ist es so wichtig, mit der Behandlung möglichst früh zu beginnen. Auf diese Weise können Gelenkschäden eingegrenzt und die Lebensqualität der Betroffenen weitestgehend wiederhergestellt werden. Die Therapie von Gelenkverschleiß hat die Ziele,

Welche Therapie hilft gegen Gelenkverschleiß?

Ist die Arthrose aufgrund anderer Erkrankungen oder Verletzungen entstanden, werden im Rahmen der Therapie diese Ursachen behandelt. Welche Behandlungsmethode der Arzt wählt, hängt vom Stadium und der Form der Arthrose ab. Grundsätzlich können physikalische, medikamentöse, orthopädische, physiotherapeutische und operative Maßnahmen erforderlich sein.

Vorbeugen: Das können Sie zum Schutz vor Arthrose tun

Das Entstehen einer Arthrose können Sie nicht gänzlich verhindern – vor allem, wenn eine Veranlagung dafür besteht. Aber Sie können einiges tun, damit der natürliche Abbauprozess im Gelenk verlangsamt wird.

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Rat und Hilfe bei Gelenkverschleiß

Das Internet bietet einige seriöse Anlaufstellen für Menschen, die Gelenkbeschwerden und Arthrose haben. Auf folgenden Seiten finden Sie im Internet Rat und Hilfe bei Arthrose:

Zwei Übungen gegen Hüftschmerzen durch Arthrose

Liebscher & Bracht / YouTube

Zusammenfassung

Arthrose ist eine durch Abnutzungserscheinungen hervorgerufene Gelenkkrankheit. Diese Abnutzung des Gelenkknorpels kann im Rahmen des normalen Alterungsprozesses oder durch Verletzungen entstehen. Wird die Arthrose nicht frühzeitig behandelt, können Gelenkentzündungen folgen, die bis hin zu Instabilität des betroffenen Gelenks und dem Verlust der Beweglichkeit führen.

Typische Symptome, die auf eine Arthrose in einem Gelenk hinweisen, sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Überwärmung, Verdickung und Bewegungseinschränkung.

Arthrose ist nicht heilbar. Es gibt keine Therapie, mit der die Gelenkerkrankung rückgängig gemacht werden kann aber der Verlauf der Krankheit kann positiv beeinflusst werden.

Autor: / Dipl. Biol. Tanja Rojewski, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 23. August 2018
Quellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie: Gonarthrose. AWMF-Leitlinien-Register Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie: Koxarthrose. AWMF-Leitlinien-Register; J. Fischer, Das Arthrose-Stopp-Programm, Trias Verlg 2012; Orthopädische Gelenk-Klinik Sindelfingen: https://gelenk-klinik.de/
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