Was bedeutet Heilfasten?

Fasten

Nahrungskarenz

Frau mit Tasse in Hand, Thinkstock-Nr. 56459771.JPG
Fasten soll in der Regel der Regeneration des Körpers dienen.
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Fasten, im Allgemeinen auch unter dem Begriff „Heilfasten“ bekannt, wird im medizinischen Bereich als Maßnahme der Ernährungstherapie eingesetzt. Dabei wird die Nahrungsaufnahme unter fachkundiger Anleitung über einen festgelegten Zeitraum beschränkt. Häufig werden Fastenkuren stationär in einer Fastenklink durchgeführt.

Fasten – eine alte Tradition

Fasten oder eine Nahrungskarenz bedeutet freiwillig und zeitlich begrenzt auf Nahrung und Genussmittel zu verzichten. Es besitzt mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen eine lange Tradition. So kann eine Fastenzeit religiös verankert sein wie etwa die Wochen nach Karneval bis Ostern im Christentum oder den Fastenmonat Ramadan im Islam. Aber auch Fasten aus gesundheitlichen Gründen gibt es bereits seit Jahrhunderten. Schon im antiken Rom und Griechenland setzten Ärzte das Fasten ein, um die Körpersäfte wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aus medizinischer Sicht werden verschiedene Methoden des Fastens unterschieden:

  • Nulldiät
    Hierbei handelt es sich um vollständiges Fasten, auch Tee-Fasten genannt. Die Betroffenen nehmen ausreichend Flüssigkeit zu sich, eventuell auch Mineralien und Vitamine, jedoch keine energieliefernden Nährstoffe.
     
  • Fasten, Nahrungskarenz oder Heilfasten
    Fasten als ganzheitliche Methode der Naturheilkunde, bei der neben Fastengetränken (Saft- und Teefasten) leicht verwertbare Kohlenhydrate in geringer Menge und eventuell auch Eiweiß (150 bis 300 kcal/Tag) zugeführt werden. Zu einer vollständigen Fastenkur gehören die Nachfastendiät (Fastenbrechen) und umfangreiche Ernährungsberatungen zur Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Es geht nicht nur um die Regulierung des Körpergewichts, sondern insbesondere um die Vorbeugung und/oder Behandlung von Krankheiten.
     
  • Modifiziertes Fasten
    Fasten mithilfe von Formula-Diäten, ausschließlich mit dem Ziel, das Körpergewicht zu senken (Reduktionskost).

Fasten: Heilfasten nicht allein zur Senkung des Körpergewichts

Das Fasten oder das Heilfasten dient längst nicht nur der Senkung des Körpergewichts bei Übergewicht. Sie wird auch zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung chronischer Erkrankungen wie Gicht, Hautkrankheiten - etwa einer - oder Bluthochdruck eingesetzt.

Neben den körperlichen Aspekten spielt beim Fasten aber auch der seelische Reinigungsprozess eine Rolle. So stehen bei der von dem deutschen Arzt Otto Buchinger (1878-1966) begründeten Methode des Heilfastens die medizinische und die seelisch-geistige Dimension des Fastens gleichberechtigt nebeneinander. Die psychischen Effekte – die Betroffenen berichten beispielsweise über geschärfte Sinne und eine gesteigerte Aufmerksamkeit - gehen auf Veränderungen des Stoffwechsels im Gehirn infolge des Hungerns zurück. So kommt es etwa zu einer vermehrten Freisetzung von Serotonin, einem Botenstoff des Gehirns.

Was genau passiert beim Fasten?

Beim Fasten wird der Umstand ausgenutzt, dass der Körper versucht, zu jedem Zeitpunkt genügend Zucker (Glukose) zur Versorgung bestimmter Organe und Gewebe (z. B. Gehirn, Nerven, Nierenmark, rote Blutkörperchen) bereitzustellen. In der Frühphase des Fastens, die etwa zwölf Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme einsetzt, greift der Körper deshalb zunächst auf die begrenzten Zuckerreserven (vor allem aus der Leber) zurück. Diese sind jedoch schon nach einem bis drei Tagen Fasten weitgehend aufgebraucht. Der Körper zieht deshalb im nächsten Schritt Eiweiße aus der Muskulatur zur Energieversorgung heran. Um größere Proteinverluste allerdings zu umgehen, wird langfristig auf das Fettgewebe als dem größten Energiespeicher zurückgegriffen. Der anfängliche Gewichtsverlust beim Fasten geht vor allem auf eine erhöhte Wasser- und Elektrolytausscheidung zurück. Allerdings kommt es bei längerem Fasten auch zu einer Senkung des Energiebedarfs, wodurch sich der Gewichtsverlust deutlich verlangsamt.

Wer übernimmt die Kosten einer Fastenzeit in der Klinik?

Unter bestimmten Umständen werden die Kosten für eine Fastenkur von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen: Wenn sie im Einzelfall als Heilfastenmaßnahme bei einer chronischen Erkrankung anerkannt wird. Eine entsprechende Begründung durch den Arzt ist allerdings notwendig. In den übrigen Fällen müssen die Patienten die Kosten selbst tragen.

Statt Fasten: Zwölf Wege, nachhaltig abzunehmen
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    Nachschlag freundlich ablehnen

    Wer satt ist, sollte mit dem Essen aufhören - egal, wie nett die Runde ist. Übereifrige Gastgeber freundlich in ihre Schranken weisen: „Bitte nicht so viel, sonst schaffe ich das Dessert nicht.“

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    Mahlzeiten zusammenlegen

    Nach üppigen Festen hilft es, Mahlzeiten zusammenzufassen, etwa in einem ausgiebigen Brunch. So lässt einen das Kuchenbuffet am Nachmittag kalt und man braucht nur ein leichtes Abendessen.

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    Süßigkeiten verschenken

    Pro Tag sind rund 200 Kilokalorien aus Süßigkeiten erlaubt. Wer seiner Figur Gutes tun möchte, verschenkt Leckereien am besten weiter. An Süßkram satt essen sollte man sich nie.

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    Eiweißreich essen

    Eiweißhaltiges macht lange satt. Auf den Tisch kommt am besten Fisch. Und wenn es doch Fleisch sein soll: Lieber fettarmes Huhn oder Roastbeef als Ente und Schwein.

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    Gemüse und Obst

    Gemüse versorgt den Körper mit wichtigen Ballaststoffen, auch Obst sättigt mit wenigen Kalorien. Zu jeder Mahlzeit sollte daher viel Grün auf dem Teller liegen.

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    Heimliche Kalorien meiden

    Leere Energie verbirgt sich dagegen in flüssigen Dickmachern wie Alkohol, aber auch in Fruchtsäften. Setzen Sie stattdessen auf Schorlen.

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    Klare Ziele motivieren

    Ohne Ziele keine Motivation, das ist sicher. Klären Sie zwei Punkte: Was will ich erreichen und bis wann? Zwölf Wochen sind ein guter Zeitraum, um schon etwas zu bewirken.

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    Kein falscher Ehrgeiz

    So wichtig Ziele sind, so wichtig ist es auch, sie nicht zu hoch zu stecken. So schafft man sich zu Beginn Erfolgserlebnisse und hält die Motivation hoch.

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    Moderater Muskelaufbau

    Wer den Stoffwechsel auf Trab bringt, sorgt dafür, dass der Körper in Ruhe mehr Energie verbrennt. Auch moderater Muskelaufbau hilft: Ein Kilo Muskelmasse verbrennt pro Tag rund 75 kcal, die gleiche Menge Fettgewebe nur etwa vier.

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    Diäten

    Eine Crash-Diät ist kurzfristig vielleicht eine Möglichkeit, wieder ins Cocktailkleid zu passen. Langfristig aber schaden sie dem Körper, der Jojo-Effekt droht. Sie entgehen ihm durch behutsame Ernährungsumstellung.

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    Bewegung im Alltag

    Ob Holzhacken oder beim Umzug helfen: Sportmuffel tun ihrem Körper mit mehr Bewegung im Alltag Gutes. Auch mit einem Hund muss man einfach raus – und merkt vielleicht, wie viel Spaß Bewegung macht.

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    Regelmäßiger Ausdauersport

    Zur Arbeit radeln oder zwei Mal pro Woche walken: Auch ein bisschen Sport tut gut.

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Autor: Sabine Letz
Letzte Aktualisierung: 07. März 2014
Quellen: Lexikon der Ernährung: in drei Bänden. Heidelberg, Berlin: Spektrum, Akademie Verlag, Bd. 1 A bis Fettk. – 2001 und Bd. 2 Fettl. bis M - 2002. Elmadfa, I. & Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. 4., korrigierte und aktualisierte Auflage, Stuttgart: Ulmer Taschenbuchverlag, 2004. Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V., URL: http://www.heilpraktiker.org/ (Stand: Januar 2012). Brockhaus Gesundheit. Schulmedizin und Naturheilkunde, Arzneimittel, Kinderheilkunde und Zahnmedizin. 8., aktualisierte und überarbeitete Auflage, 2010.

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