Menstruationsbeschwerden

Regelschmerzen

Dysmenorrhö

Als Regelschmerzen (medizinisch: Dysmenorrhö) werden ausgeprägte Schmerzen im Unterleib bezeichnet, die vor Beginn und/oder während der Menstruationsblutung einer Frau auftreten.

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Bei starken Schmerzen während der Monatsblutung ist eine Untersuchung durch den Frauenarzt ratsam, um eine ernste Erkrankung auszuschließen.
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Regelschmerzen entstehen durch die Kontraktionen der Gebärmutter, wenn das Organ seine Schleimhaut abstößt, weil sich kein Ei eingenistet hat. Ein gewisses Maß an Krämpfen und Beschwerden während der Menstruation ist also durchaus normal und kein Grund zur Sorge.

Bei sehr heftigen Regelschmerzen zum Arzt gehen

Führen starke Regelschmerzen aber zu Einschränkungen im Alltag zum Beispiel durch Krankschreibungen, ist ein Arztbesuch ratsam. Denn auch körperliche Ursachen wie eine Endometriose können übermäßig starke Schmerzen während der Regel auslösen.

Begleitend können bei Regelschmerzen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen vorkommen, auch allgemeines Unwohlsein ist häufig. Oft strahlen die Schmerzen auch in den Rücken aus (mehr dazu auf unserem Spezialportal zu Rückenschmerzen lesen). Regelschmerzen zählen neben dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) und Blutungsunregelmäßigkeiten zu den Menstruationsstörungen.

Regelschmerzen werden nach ihrer Ursache eingeteilt

Man unterscheidet zwei Formen der Regelschmerzen: Primäre Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhö) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie in jungen Jahren, meist kurz nach der Menarche, also der ersten Regelblutung, auftreten. Sie sind relativ häufig: Bis zu drei Viertel aller jungen Mädchen leiden daran. Bei sekundären Regelschmerzen setzen die Beschwerden in der Regel deutlich später ein und gehen meist auf eine organische Ursache zurück.

Wichtige Warnsignale der Periode

Regelschmerzen auch ohne Regel möglich – und trotz Schwangerschaft

Dabei ist das Auftreten von Regelschmerzen kein Garant dafür, dass keine Schwangerschaft vorliegt: Viele Frauen berichten, trotz "trockenen" Regelschmerzen zu diesem Zeitpunkt bereits schwanger gewesen zu sein. Das selbe gilt für den umgekehrten Fall: Wenn bei Kinderwunsch die Regelschmerzen ausbleiben, heißt das nicht zwingend, dass eine Einnistung stattgefunden hat.

Was tun gegen Regelschmerzen?

Wenn eine Frau unter starken Regelschmerzen leidet und der Arzt bereits eine ernste organische Ursache (zum Beispiel Endometriose) durch geeignete Untersuchungen wie Ultraschall ausschließen konnte, gibt es mehrere Möglichkeiten, mit den Beschwerden umzugehen.

Krampflösende Medikamente und Langzyklus gegen Menstruationsbeschwerden

Zu den bewährten medikamentösen Hilfen gegen Regelschmerzen zählen Präparate mit dem Wirkstoff Butylscopolamin, die es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen gibt. Auch Schmerzmittel auf Basis von Paracetamol und Ibuprofen eignen sich. Acetylsalicylsäure dagegen verdünnt das Blut und sollte bei Regelschmerzen nicht zum Einsatz kommen.

Frauen, die zusätzlich verhüten wollen, entscheiden sich bei starken Menstruationsbeschwerden häufig für eine Antibabypille, die den sogenannten Langzeitzyklus erlaubt. Dabei werden mehrere Pillenblister am Stück verwendet, die siebentägige Einnahmepause fällt so für bis zu sechs Monate weg – und mit ihr die Monatsblutung samt unangenehmen Begleiterscheinungen wie PMS und Regelschmerzen. Allerdings kommt es zu Beginn der Umstellung auf den Langzyklus der Pille häufig zu Schmierblutungen.

Bewährte Hausmittel bei Regelschmerzen

Auch verschiedene Hausmittel haben sich als gut wirksam gegen Regelschmerzen erwiesen. Dazu zählen so einfache Maßnahmen wie eine Wärmflasche auf den schmerzenden Bereich zu legen. Aber auch Kamillentee, die Einnahme von Magnesium und bestimmte Yoga-Übungen können gegen die krampfartigen Beschwerden helfen. Weitere einfache und natürliche Hilfen gegen Regelschmerzen sehen Sie in der Bilderstrecke:

20 Tipps gegen Regelschmerzen

Autor: / ah
Letzte Aktualisierung: 11. Februar 2015
Quellen: H. Brühwiler, D. Sieger, K. P. Lüscher. Primäre Dysmenorrhö. Schweiz Med Forum 2006;6:919–922. http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2006/2006-41/2006-41-401.PDF G. München, J. Reitz. Grundlagen der Krankheitslehre. Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Hamburg. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. 2. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart.

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