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Die Krebszelle

Wie ein Krebsgeschwür entsteht

Der Begriff "Krebs" ist nicht gleichbedeutend mit einer speziellen Krankheit, denn es gibt über hundert unterschiedliche Krebs-Typen. Diese entstehen aber offenbar durch ähnliche Prozesse: das unkontrollierte Wachstum von erkrankten Zellen. Die Erkrankung beginnt in einer der etwa 30 Billionen Zellen im Körper, die sich ständig erneuern.

Der Körper verändert sich fortwährend. Es gibt kein Stopp in der Erneuerung und im Wachstum der Zellen: Deutlich wird dies besonders an Haaren und Nägeln. Dieses normale kontinuierliche Wachstum wird streng kontrolliert, damit es nicht zu einer überschießenden Zellvermehrung kommt. Das "innere Programm" für das Wachstum der Zelle befindet sich auf der zelleigenen DNA (engl. für Desoxiribonukleinsäure), die Träger der genetischen Information ist.

Die einzelne Zelle lebt jedoch nicht isoliert: Ständig prallen Einflüsse von außen auf sie ein. Mittlerweile sind eine Vielzahl von Risikofaktoren bekannt, die eine Krebserkrankung auslösen können:


  • Giftstoffe im Tabakrauch

  • Sonnenstrahlung

  • Radioaktivität

  • bestimmte Schimmelpilze in Lebensmitteln

  • Fehlernährung

  • einige Virusinfektionen

  • manche Chemikalien


Die DNA verfügt durch eine Vielzahl von Genen über komplexe Reparaturmechanismen, die als "Krebsunterdrücker" fungieren: Auf diese Weise lassen sich immerhin pro Minute bis zu 300 Schäden an der Zelle reparieren. Wenn sie die Gesundheit der Zelle nicht wiederherstellen können, springt das Selbstmordprogramm der Zelle ein: Dieses bedeutet zwar den Untergang der einzelnen Zelle - es sichert aber den Fortbestand der Zellgemeinschaft, also des Körpers.

Dass einige Menschen trotzdem an Krebs erkranken, hat oft mit einer erblichen Veranlagung zu tun: Ihre Zellen sind empfindlicher gegenüber schädlichen Einflüssen oder ihr Körper ist nur begrenzt in der Lage, Schäden am Erbgut im Zellkern zu reparieren.

Hat sich trotz aller Sicherheitssysteme eine Zelle - z.B. durch Mutation des genetischen Materials - verändern können und überlebt, durchläuft sie etliche Vorstufen, ehe sie als Krebsgeschwulst erkennbar wird. Am Ende aber ist das Innere der Krebszelle - verglichen mit einer gesunden Zelle - stark verändert:


  • Die Zelle erzeugt fehlerhafte Produkte.

  • Ihre Zellwände sind anders aufgebaut.

  • Der Zellkern ist größer.

  • Das Erbmaterial in der DNA ist umprogrammiert.

  • Die Tumorzelle ist "unsterblich" geworden.

  • Sie missachtet den ursprünglichen Zellverband, in dem sie entstanden ist, und wächst ohne Rücksicht auf Verluste.

  • Die Krebszelle kann schließlich den Zellverbund verlassen und über den Blut- oder Lymphweg an entfernte Stellen des Körpers wandern, wo sie Metastasen bildet. (BSMO)


Autor: Springer Medizin
Stand: Jul 24, 2003


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