Brustkrebs - Mammakarzinom

Brustkrebs entsteht immer in der Brustdrüse. Die genaue Bezeichnung der Erkrankung richtet sich nach dem Zelltyp. Hier finden Sie alles zum Thema.


Definition

Brustkrebs entsteht immer in der Brustdrüse. Die genaue Bezeichnung der Erkrankung richtet sich nach dem Zelltyp, der betroffenen Stelle im Drüsengewebe und danach, ob der Tumor schon ins Nachbargewebe eingebrochen ist.

Brustkrebszellen wachsen wie alle Krebszellen schnell und teilen sich überstürzt. Dabei schleichen sich Fehler ein. Die Zellen verändern ihr Aussehen. Sie funktionieren auch nicht mehr richtig. Man sagt, die Zellen sind entdifferenziert. Vom Carcinoma in situ (Cis), dem Krebs an Ort und Stelle, spricht man, wenn die Zellen die Basalmembran nicht durchbrechen. Dieses Häutchen begrenzt das Gewebe und trennt es von seiner Nachbarschaft. Ein Carcinoma in situ ist heilbar, da es niemals Tochterzellen ausstreut. Wenn der Tumor (Gewebsknoten) aber diese Barriere in die Nachbarschaft durchbricht, dann nennt man das Wachstum invasiv oder infiltrierend. Jetzt kann er Tochterzellen über die Blut- oder Lymphwege ausstreuen. Tochtergeschwülste entstehen, die so genannten Metastasen.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Für jede Patientin wird ein eigener Behandlungsplan erstellt. Genauer Zelltyp, Einbruch ins Nachbargewebe und die Lymphbahnen oder Tochtergeschwülste bestimmen das Vorgehen. Auch das Alter der Patientin und eine mögliche familiäre Krebsbelastung spielen bei der Behandlung eine Rolle.

Typisierung der Brustkarzinome

Der Pathologe untersucht das erkrankte Gewebe und bestimmt die Form von Brustkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation teilt die Erkrankung in 15 Klassen ein.

Die wichtigsten Formen von Brustkrebs


FormBeschreibung
Duktales Carcinoma in situ (DCIS) Cis der Milchgänge (Ductuli), es gibt verschiedene Subtypen mit unterschiedlicher Prognose. Meist ist es nicht zu tasten. Ob die Entfernung der ganzen Brust nötig ist, oder ob eine brusterhaltende Operation ausreicht, ist auch von der Tumorgröße abhängig. Bei einzelnen Herden unter vier Zentimeter ist eventuell eine Brusterhaltung je nach Brustgröße möglich. Der Tumor muss auf jeden Fall vollständig entfernt werden, da eine Weiterentwicklung in einen invasiven Krebs nicht selten ist. Eventuell muss bei einem Tumor, der große Anteile der Brust einnimmt, auch eine Nachbestrahlung durchgeführt werden.
Carcinoma lobulare in situ (CLIS) Cis der Drüsenläppchen (Lobuli), tritt häufig an verschiedenen Stellen in ein und derselben Brust (multizentrisch; zirka 70 Prozent) aber auch in beiden Brüsten gleichzeitig (bilateral; zirka 30 Prozent) auf. Dieser Tumor ist nur in Ausnahmefällen von außen zu tasten. Es entsteht aus ihm aber nur sehr selten ein infiltrierender Krebs, der ins Nachbargewebe einbricht und Tochterzellen ausstreut. Da dieser Tumor häufig multizentrisch wächst, muss meist eine Entfernung der gesamten Brust (Ablatio) vorgenommen werden.
Invasives duktales Karzinom Etwa 85 Prozent aller invasiv wachsenden Brustkrebsformen gehen vom Milchgang aus, nur 15 Prozent von den Drüsenläppchen. Das Bindegewebe um die Krebszellen vermehrt sich. Das führt wiederum zu den derben und unscharf begrenzten Knoten.
Invasives lobuläres Karzinom
Schleimbildendes (muzinöses) Karzinom Bei diesen Sonderformen ist die Prognose relativ günstig.
Medulläres Karzinom
Papilläres Karzinom
Tubuläres Karzinom
Pagetkarzinom der Brustwarze Seltenes Karzinom derjenigen Milchgänge, die direkt hinter der Brustwarze liegen. Der Bereich um die Brustwarze ist gerötet und juckt, bevor ein Knoten tastbar wird. Ein tiefer liegender zusätzlicher invasiver Krebs muss immer vom Arzt ausgeschlossen werden.
Inflammatorisches Karzinom Sehr seltene Form des Brustkrebses, die mit einer Entzündung der Brust einhergeht. Das inflammatorische Karzinom hat leider eine schlechte Prognose.
Sarkome der Brust Rarität. Sie gehen vom so genannten Weichteilgewebe der Brust aus (zum Beispiel Bindegewebe, Gefäße, Lymphgewebe) und haben je nach Art und Ausdehnung eine unterschiedliche Prognose.

Grading

Der Pathologe begutachtet nicht nur den Zellverband, sondern auch das Aussehen der Zellen im Einzelnen. Er zählt die Zellteilungen (Mitosen) und bewertet das Aussehen der Zellkerne und der Drüsen. So kann er bestimmen, wie sehr sich die Zellen von ihrem ursprünglichen Aussehen her verändert haben. Dieses so genannte Grading fließt ebenfalls in die Therapieplanung ein. Grading 1 bedeutet, dass die Zellen gut differenziert sind, also normalen Brustdrüsenzellen noch ähneln und weniger aggressiv wachsen. Entsprechend haben sich die Zellen bei Grading 3 schon stark verändert.

Staging

Mit dem Staging wird das Krankheitsstadium beschrieben. Vor Beginn der Therapie muss man dazu eine Reihe von Untersuchungen durchführen. Ausdehnung des Tumors, Befall von Lymphknoten und gegebenenfalls Metastasen werden erfasst. Während der Operation und besonders durch den histologischen Befund kann der Arzt das Krankheitsstadium noch genauer bestimmen.

Das Ergebnis des Staging wird in der Tumorformel zusammengefasst. T steht dabei für Tumor, N für Lymphknoten (von dem englischen Begriff "Nodes" für Lymphknoten) und M für Tochtergeschwülste, die so genannten Metastasen. Tis N0 M0 bedeutet zum Beispiel Carcinoma in situ, kein Lymphknotenbefall und keine Metastasen. Bei T2 N1 M1 ist der Tumor höchstens fünf Zentimeter im Durchmesser, Achsellymphknoten auf der gleichen Seite sind befallen und eine oder mehrere Fernmetastasen (zum Beispiel im Knochen oder der Leber) sind nachweisbar.


Umfassende Information zum Thema Brustkrebs auf www.special-brustkrebs.de

Quelle: Springer Medizin

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