Gutartige Wucherung

Nasenpolypen: Wann müssen sie entfernt werden?

Die meisten Menschen haben Nasenpolypen, ohne dass sie dadurch Beschwerden verspüren. Wachsen die gutartigen Polypen, können sie aber Probleme mit sich bringen und müssen behandelt werden.

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Nasenpolypen können zu wässriger Sekretion aus der Nase führen.
(C) 2009 Jupiterimages

Bei Nasenpolypen (nasale Polypen, Polyposis nasi) handelt es sich um gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie treten meist beidseitig und insbesondere im Bereich der mittleren Nasenmuschel auf, aber auch die Nasennebenhöhlen können betroffen sein. Die meisten Menschen haben kleine Nasenpolypen, ohne es zu bemerken. Aus diesem Grund müssen Ausstülpungen nur dann behandelt werden, wenn sie Beschwerden bereiten.

Nicht zu verwechseln sind Nasenpolypen mit vergrößerten Gaumenmandeln, die der Volksmund ebenfalls Polypen nennt und die vor allem bei Kindern auftreten. Gefährdet für Nasenpolypen sind im Gegensatz dazu eher Erwachsene, zu den Risikofaktoren zählen außerdem anhaltende Erkältung, Asthma oder allergischer Schnupfen (Heuschnupfen). Vorbeugen lässt sich demnach nicht den Nasenpolypen an sich, aber den eventuell vorhandenen Grunderkrankungen.

An diesen Symptomen erkennt man Nasenpolypen

Sind die Schleimhautwucherungen nicht sehr ausgeprägt, bleiben Nasenpolypen (nasale Polypen oder Polyposis nasi) oft unbemerkt. Treten Symptome auf, ist in den meisten Fällen durch die Verdickung der Schleimhäute die Nasenatmung behindert. Aufgrund der verschlechterten Belüftung der Nasenhöhlen treten entzündliche Infekte wie Erkältungen vermehrt auf. Sie können sich über die Nasen- und Stirnhöhlen bis zu den Mittelohrgängen erstrecken. Auf diese Weise tragen Nasenpolypen zu vermehrten Mittelohrentzündungen bei, die bei Kleinkindern das Hörvermögen stark einschränken und dadurch sogar die Sprachentwicklung stören können.

Mehr Infekte, schlechter Geruchssinn

Weitere mögliche Beschwerden, die von Nasenpolypen herrühren, sind Schnarchen, Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Zudem ist meist der Geruchssinn und dadurch auch der Geschmackssinn eingeschränkt. Oft atmen Menschen mit großen Nasenpolypen mit offenem Mund, was zusätzlich ihre Anfälligkeit für Racheninfekte erhöht. Zu den Symptomen von Nasenpolypen zählen außerdem übermäßiger, wässriger Ausfluss aus der Nase sowie bei sehr großen Wucherungen eine sichtbar verdickte Nase oder sogar ein breiterer Augenabstand.

Tipps gegen Nasenbluten

Lifeline/Wochit

Symptome von Nasenpolypen im Überblick

  • nasale Stimme
  • wässriges Sekret aus der Nase
  • behinderte Atmung durch die Nase
  • häufige Infekte (Erkältungen, Mittelohr- und Halsentzündungen)
  • eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn, bei Kindern auch schlechtes Gehör
  • Mundatmung und Schnarchen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Ursachen von Nasenpolypen

Ganz sicher wissen Fachleute bis heute nicht, wieso der eine problematische Nasenpolypen entwickelt und der andere keinerlei Symptome durch die Wucherungen bekommt. Einen deutlichen kausalen Zusammenhang scheint es aber zwischen Nasenpolypen und Asthma bronchiale zu geben: Bis zu vierzig Prozent aller Asthmatiker entwickeln Nasenpolypen.

Deutlich ist ebenso ein Zusammenhang mit der Erbkrankheit Mukoviszidose. Das Stoffwechselleiden betrifft Kinder und wird sehr häufig (in jedem dritten Fall) von Nasenpolypen begleitet. Abgesehen davon bekommen fast nur Erwachsene Nasenpolypen.

Chronische Nasenschleimhautentzündung begünstigt Polypen

Auch eine Schiefstellung der Nasenscheidewand, die unter Umständen zu chronischen Entzündungen der Nasenschleimhäute führt, kann zur Bildung von Nasenpolypen beitragen. Desweiteren scheinen chronischer Schnupfen, eine Pollenallergie sowie Schmerzmittelunverträglichkeit (zum Beispiel gegenüber Ibuprofen, ASS oder Diclofenac) Risikofaktoren für Nasenpolypen zu sein. In letzterem Fall führen die jeweiligen Schmerzmittel zu heftigen Asthmaanfällen.

Diagnose von Nasenpolypen

Einen Hinweis auf Nasenpolypen (nasale Polypen, Polyposis nasi) liefern dem behandelnden Arzt meist die typischen Symptome und Vorerkrankungen, die zu den Wucherungen führen können. Große Polypen sind bisweilen mit bloßem Auge zu erkennen. Ansonsten bestätigt eine Nasenspiegelung die Diagnose. Dabei schaut der Mediziner mithilfe eines kleinen Instruments in die Nase und die Nasennebenhöhlen, die Untersuchung ist schmerzfrei.

Reicht das Ergebnis der Nasenspiegelung für eine sichere Diagnose nicht aus, bedienen sich Behandler der Computertomographie (CT) oder der digitalen Volumentomografie (DVT), um nasale Polypen sichtbar zu machen. Geröntgt wird die Nase dazu nur sehr selten, auch Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) haben bei der Diagnose von Nasenpolypen. Treten die Beschwerden nur einseitig auf, schließt das meist die Diagnose von Nasenpolypen aus, da die Wucherungen im Normalfall beide Nasenlöcher betreffen.

Nasenpolypen lindern: Tipps für die Behandlung

Für die Behandlung von Nasenpolypen stehen je nach Ausprägung der Wucherungern verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, die von einfachen Nasensprays bis hin zur Operation reichen.

Nur Kortison-Nasenspray kann Nasenpolypen lindern

Schleimhautabschwellende Nasentropfen können verengte Nasenwege zwar ein wenig freier machen, doch lässt sich damit nichts gegen die Nasenpolypen (nasale Polypen, Polyposis nasi) an sich ausrichten. Außerdem ist dringend davon abzuraten, Nasentropfen über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu benutzen. Abschwellende Mittel trocknen die Nasenschleimhaut mit der Zeit aus und machen sie damit anfälliger für Infekte. Außerdem findet ein Gewöhnungseffekt statt, bis die Schleimhäute irgendwann nicht mehr auf die abschwellenden Wirkstoffe reagieren.

Kleine Polypen können mit Nasensprays, die niedrig dosierte Kortisonverbindungen (Glukokortikoide) enthalten und nur örtlich wirken, behandelt werden. Diese Therapie lässt die Nasenpolypen schrumpfen und kann so die Nasenbelüftung wieder herstellen oder zumindest verbessern. Alternativ verschreibt der behandelnde Arzt Kortisontabletten, die aber vielfach nur kurz zum Einsatz kommen dürfen.

Polypenentfernung meist unter Vollnarkose in der Klinik

Führt die Behandlung mit Kortison zu keinem befriedigenden Ergebnis, kann es nötig sein, die Nasenpolypen operativ zu entfernen. Die Eingriff gilt als anspruchsvoll und findet im Allgemeinen unter Vollnarkose statt, obwohl er minimal-invasiv abläuft. Dabei werden die Operationsinstrumente durch die Nase eingeführt und die Polypen mittels einer Schlinge oder einem rotierendem Messer ("Shaver") vorsichtig abgetragen. Danach bleiben Patienten meist noch einige Tage im Krankenhaus. Kleine, vereinzelte Polypen kann der Arzt ambulant aus der Nase entfernen, dazu ist nur eine örtliche Betäubung notwendig. Operativ beglichen werden kann außerdem eine schiefe Nasenscheidewand, falls diese die Polypenbildung begünstigt.

Hohe Rückfallrate bei Problemen durch Nasenpolypen

Da der Großteil der Nasenpolypen (nasale Polypen, Polyposis nasi) niemals Beschwerden bereitet, bedürfen die gutartigen Wucherungen meist keiner Behandlung. Treten Belüftungs- oder Atemprobleme auf, lassen sich mit örtlich wirkenden Kortikosteroiden gute Erfolge erzielen. Andernfalls können Nasenpolypen meist ohne Probleme operativ entfernt werden.

Werden mögliche Grunderkrankungen nicht mit therapiert, die häufig mit Nasenpolypen einhergehen, etwa Asthma bronchiale, Heuschnupfen oder eine chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), treten Nasenpolypen nach einer erfolgreichen Behandlung häufig erneut auf. Fachleute sprechen von einer hohen Rückfall- oder Rezidiv-Rate. Kommen auch die beschwerlichen Symptome der Nasenpolypen zurück, wird eine Wiederholung der Therapie – etwa in Form einer minimal-invasiven Operation – nötig.

Therapie der Grunderkrankung verhindert Rückkehr der Nasenpolypen

Um die Risikofaktoren von Nasenpolypen auszuschalten, eignet sich beispielsweise eine Hyposensibiliserung (im Fall einer Allergie als Grunderkrankung) oder die Behandlung der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.

Nasenpolypen vorbeugen durch Therapie der Grunderkrankung

Eine Vorbeugung im engeren Sinn ist bei Nasenpolypen (nasalen Polypen, Polyposis nasi) nicht möglich. Einzig die sorgsame Behandlung möglicher Grunderkrankung, die häufig zu Nasenpolypen führen, kann dazu beitragen, dass sich Nasenpolypen entweder nicht bilden oder keine nennenswerten Beschwerden verursachen.

Zu den Krankheiten, die als Risikofaktoren für Nasenpolypen gelten, zählen etwa Asthma bronchiale, Heuschnupfen, chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Schiefstellung der Nasenscheidewand.

Bestimmte Erbkrankheiten hängen mit Nasenpolypen zusammen

Auch Erbkrankheiten wie Muskoviszidose oder das sehr seltene Kartagener-Syndrom können Nasenpolypen auslösen und machen häufig wiederholte Operationen notwendig, um die Wucherungen zu entfernen.

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Letzte Aktualisierung:11. Februar 2014
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Diagnose und Therapie der Sinusitis und Polyposis nasi. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/015 (Stand: August 2007)

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