Bakterielle Infektionskrankheit

Cholera: Impfung gegen schwere Durchfallerkrankung

Charakteristisch für die bakterielle Infektionskrankheit Cholera ist starker wässriger Durchfall, der vom Choleratoxin des Erregers Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Eine Impfung sowie sauberes Trinkwasser und konsequente Hygiene können auf Reisen vor Cholera schützen.

Junge Frau mit Durchfall
Charakteristisch für Cholera ist starker wässriger Durchfall.
© iStock.com/Moyo Studio

Die Infektionskrankheit Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht und führt typischerweise zu akuten wässrigen Durchfällen, auch "Reiswasserdurchfall" genannt. In Deutschland tritt der Erreger nur sehr selten auf, eine Infektion ist meldepflichtig. Möglich sind Infektionen bei Reisen in manche afrikanischen Länder wie Kenia oder Tansania sowie in die Dominikanische Republik. Eine Impfung kann vor Cholera schützen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Wie schnell wirkt die Cholera-Impfung?

Wer in ein Endemiegebiet (zum Beispiel Kenia, Malawi, Mosambik, Nigeria, Tansania, Dominikanische Republik oder Haiti) reisen möchte, kann sich vor dem Erreger der Cholera mit einer Schluckimpfung schützen. Der Arzt stellt ein Rezept für den Cholera-Impfstoff aus, den der Reisende auf Selbstkosten in der Apotheke erhält. Viele Krankenkassen übernehmen teilweise die Kosten von Reiseimpfungen, wenn man das Rezept nach der Impfung einreicht.

Die Cholera-Impfung besteht aus zwei Dosen mit abgetöteten Erregern (Totimpfstoff), die im Abstand von einer Woche eingenommen werden. In der Packung sind der Cholera-Impfstoff sowie eine Pufferlösung als Schutz vor der Magensäure enthalten, die man mit Wasser anrührt und trinkt. Nach einer Impfung besteht der Schutz gegen Cholera für sechs bis zwölf Monate. Empfohlen wird eine Auffrischung nach zwei Jahren, sodass ein dauerhafter Schutz gegen den Erreger vorhanden ist.

Wie infiziert man sich mit Cholera?

Der Erreger der Cholera, Vibrio cholerae (Typ O1 und O139), wird durch den Verzehr von infizierten Nahrungsmitteln und bakteriell verunreinigtem Trinkwasser übertragen. Besonders gefährdet sind rohe Lebensmittel oder nicht ausreichend erhitzte Speisen. Möglich ist auch eine Infektion, indem man mit dem Erreger verschmutzte Oberflächen oder Wasser berührt. In der Regel dauert die Inkubationszeit, also bis ein Mensch nach Infektion Symptome der Cholera zeigt, zwischen 12 Stunden und fünf Tagen.

Symptome: Wasserartiger Durchfall

Cholera ist durch schwere Durchfälle mit großem Wasser- und Salzverlust charakterisiert – bis zu 30 Stühle pro Tag sind möglich. Der Erreger Vibrio cholerae produziert das Choleratoxin, das den starken Durchfall verursacht. Da die Farbe und Konsistenz der Durchfälle an gekochtes Reiswasser erinnern, sprechen Mediziner beim Hauptsymptom von Cholera auch von Reiswasserdurchfall. Er enthält üblicherweise Wasser, den Erreger und Schleim aus dem Darm. In den meisten Fällen verlaufen Cholera-Infektionen jedoch ohne oder mit nur sehr schwach ausgeprägten Symptomen.

Als Folge der wässrigen Durchfälle kann es zu einem Kaliummangel (Hypokaliämie) kommen, der zu Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) führt. Auch Kreislaufbeschwerden und Auszehrung treten infolge des massiven Flüssigkeitsverlustes auf. Für den Wassermangel im Körper ist die "stehende Hautfalte" (Hauttugor) typisch: Man nimmt die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger, nach dem Loslassen bleibt die Hautfalte stehen.

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Diagnose einer Cholera-Infektion

Im ersten Schritt erfolgt die Diagnose über das klinische Bild und die auftretenden Symptome. Zudem ist Vibrio cholerae bis zu zehn Tage im Stuhl des infizierten Menschen nachweisbar. Auch eine Antikörperlösung, die eine Immunantwort des Erregers hervorruft ist zur Schnelldiagnostik verfügbar.

Therapie bei Cholera: Viel Wasser trinken

Die wichtigste Behandlung bei Cholera ist ein schneller Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes durch die zahlreichen wässrigen Durchfälle. In der Regel reicht es, wenn erkrankte Menschen viel sauberes Trinkwasser sowie eine Salz- und Zuckerlösung trinken. Wird der Flüssigkeitshaushalt dadurch nicht ausreichend ausgeglichen, können Ärzte auch eine Infusion legen.

In schweren Fällen der bakteriellen Infektion ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich – Mittel der Wahl ist Tetracyclin. Hat der zu behandelnde Mensch gegen das Antibiotikum bereits eine Resistenz entwickelt, kommen Cotrimazol, Erythromycin, Doxycycline, Chloramphenicol und Furazolidin infrage. Durch die weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen könnte die Cholera laut WHO zukünftig wieder an Bedeutung für die Weltgesundheit gewinnen.

Verlauf: Ist Cholera tödlich?

Unbehandelt entwickeln infizierte Menschen schnell einen lebensbedrohlichen Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung). Laut WHO erkranken weltweit jährlich schätzungsweise 1,3-4,0 Millionen Menschen an Cholera, 21.000-143.000 Menschen sterben an der Infektionskrankheit. Durch Hygienemaßnahmen und sauberes Wasser sowie Trinkwasser kann einer Cholera jedoch gut vorgebeugt werden.

Epidemien

Immer wieder gibt es in Ländern mit schlechten Hygienebedingungen und einem unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser schwere Cholera-Ausbrüche. Zuletzt kam es nach den Zyklonen Idai und Kenneth im April 2019 zu Ausbrüchen von Cholera in Mosambik, Malawi und Simbabwe. Seit 2016 sind im Jemen zwei schwere Cholera-Epidemie bekannt – die WHO vermutet über 1,7 Millionen Fälle von erkrankten Menschen. In Krisenfällen versuchen WHO und Ärzte ohne Grenzen die Epidemie mit Cholera-Impfungen und sauberem Trinkwasser einzudämmen. Der letzte Ausbruch einer Cholera-Epidemie in Deutschland war im Jahr 1892 in Hamburg.

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