Hautkrankheit verursacht dauerhaft rote Wangen und Nase

Couperose

Rote Äderchen auf Wangen und Nase, die unter Stress stärker werden: Couperose ist keine echte Krankheit, stört viele Betroffene aber in ästhetischer Hinsicht. Woher die Gesichtsrötung kommt und was am besten gegen Couperose hilft, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

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Anfangs verleihen bei Couperose die roten Wangen noch einen frischen Teint, später treten die roten Äderchen deutlicher hervor und stören viele Betroffene.
© iStock.com/russaquarius

Wenn die Wangen und die Nasenspitze vorübergehend rot werden, ist das ganz natürlich. Es passiert beispielsweise, wenn man aus der Kälte in die Wärme kommt oder umgekehrt, nach ein paar Tassen starkem Kaffee oder durch Alkohol. Auch Stress oder Schamgefühl lösen Erröten aus. Die Ursache: All diese Faktoren erweitern die Gefäße. Unter der Haut füllen sich die  Kapillaren, also die kleinsten Blutgefäße, sichtbar mit Blut. Nach wenigen Minuten normalisiert sich der Zustand, die Rötung verschwindet.

Tipps gegen Rosacea und Couperose

Anzeichen der Couperose

Bei Couperose bleibt die Rötung im Gesicht jedoch dauerhaft bestehen. Die kleinen, roten Äderchen sind ständig erweitert, das Blut staut sich darin und sie werden deutlich als Gefäßnetz unter der Haut sichtbar – ähnlich wie Besenreiser an den Beinen. Diese Gefäßerweiterungen, medizinisch Teleangiektasien, stellen keine Krankheit dar, gefährden also die Gesundheit nicht und tun auch nicht weh. Allerdings ist Couperose ein kosmetisches Problem –  nicht zuletzt, weil gerötete Nasen schnell als „Trinkernasen“ fehlgedeutet und Betroffene als Alkoholiker abgestempelt werden.

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Rund zwei bis fünf Prozent der Deutschen sind von Couperose betroffen, Männer und Frauen gleichermaßen. Gefährdet sind vor allem hellhäutige Menschen mit blauen Augen, roten oder blonden Haaren, also der sogenannte keltische Hauttyp. Im Englischen heißt Couperose deshalb auch „curse of the celts", also Fluch der Kelten. Das Wort Couperose stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Kupferrose. Denn Wangen und Nase können dabei kupferrot aussehen.

Ursachen und Auslöser der Couperose

Was tatsächlich schuld daran ist, wenn sich die kleinsten Gefäße auf den Wangen und der Nase dauerhaft erweitern, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass verschiedene Risikofaktoren, oft auch in Kombination, wichtige Rollen spielen. So kann eine genetische Veranlagung zur Bindegewebsschwäche dazu führen.

Sie geht mit Besenreisern, Krampfadern und Couperose einher. Fest steht außerdem, dass das fortschreitende Alter die Couperose begünstigt. Meist erscheint die Gefäßveränderung erst nach dem 30. Lebensjahr. Von den Hochbetagten entwickelt daher ein besonders großer Anteil eine Couperose. Es handelt sich dabei also auch um eine Alterserscheinung.

Risikofaktoren für eine Couperose

Besteht eine Veranlagung für Couperose, können folgende Faktoren das Risiko für die Hautveränderung verstärken:

  • exzessives Sonnenbaden

  • ausgeprägter Koffeinkonsum

  • viel Alkohol

  • starkes Rauchen

  • deutliche Temperaturschwankungen, wie etwa in der

  • Massive körperliche Belastung mit starkem Schwitzen

Stadien und Symptome der Couperose

Dabei entsteht die Couperose nicht von gestern auf heute. Reize wie die genannten Risikofaktoren, also starkes Schwitzen, viel Kaffee, Alkohol und weitere, lassen anfangs für kurze Zeit Wangen und Nase stark erröten. Später wird diese Zeitspanne der Rötung immer länger und bleibt schließlich bestehen.

Mittel gegen starkes Schwitzen

Die roten Äderchen sind in diesem Stadium auch dann noch sichtbar, wenn keine Belastung vorliegt. Sie können sogar platzen und es kommt zu kleinen Einblutungen.

Zeigen sich zusätzlich Wucherungen und Eiterpickel, ist jedoch Rosacea aufgetreten. Diese entzündliche Hautkrankheit geht mit Geschwüren einher und muss anders behandelt werden als die Couperose. Wichtig: Couperose kann, muss aber nicht die Vorstufe einer Rosacea sein. Nicht jeder, der geplatzte Äderchen auf den Wangen hat, muss gleich fürchten, zu bekommen.

Wann zum Arzt? Diagnose der Couperose

Auf jeden Fall sollten Sie bei den ersten auffälligen und bleibenden Äderchen im Gesicht zum Hautarzt gehen. Denn die Symptome können auch auf eine andere Hautkrankheit hinweisen oder den Beginn einer Rosacea ankündigen. Anhand genauer Inspektion der Haut kann der Arzt die Diagnose Couperose stellen und sie von einer Rosacea abgrenzen. In Absprache mit dem oder der Betroffenen legt er dann einen Behandlungsplan fest.

Couperose kosmetisch abdecken

In den meisten Fällen kann spezielle Pflege bereits die Haut etwas beruhigen und die Rötung mildern. Dazu gibt es von verschiedenen medizinischen Kosmetikreihen Produkte, die hautberuhigende Inhaltsstoffe enthalten und speziell für Couperose-Patienten entwickelt wurden. Dazu gehören etwa folgende Wirkstoffe:

  • ,

  • Dexpanthenol,

  • Echinacea (Sonnenhut)

  • Kamille

  • Leinöl oder Nachtkerzenöl

  • Weihrauch

Für Frauen ist darüber hinaus die richtige Schminktechnik eine gute Hilfe gegen die sichtbaren Couperose-Äderchen. Sie tragen nach der hautberuhigenden Creme eine abdeckende Creme auf. Sind die roten Äderchen besonders ausgeprägt, neutralisiert das optisch eine Camouflage mit grünen Pigmenten. Denn Grün ist die Komplementärfarbe von Rot. Darüber kommt eine dem natürlichen Hautton angepasste Abdeckcreme und etwas Puder.

Therapie von Couperose: Laser ist die erste Wahl

Ist die Couperose stark ausgeprägt und der Leidensdruck groß, können die Äderchen mit dem Laser behandelt werden. Der kontrollierte Lichtimpuls wird vom roten Blutfarbstoff im erweiterten Äderchen absorbiert und in Wärme umgewandelt. Das Blut gerinnt, das Blutgefäß verklebt und stirbt ab. Die Reste werden vom Körper abgebaut.

Die Lasertherapie gegen Couperose dauert rund zehn Minuten und sollte je nach Ausprägung ein paar Mal wiederholt werden. Die Kosten belaufen sich pro Sitzung auf rund 80 Euro. Die Krankenkassen erstatten sie nicht, weil Couperose keine Krankheit ist, sondern ein kosmetisches Problem.

Prognose bei Couperose

Allerdings kann nach einiger Zeit die Couperose erneut auftreten. Eine Lasertherapie ist nochmals möglich. Sinnvoll ist jedoch, den roten Äderchen vorzubeugen, damit sie nicht so schnell wieder kommen – oder noch besser gar nicht mehr. Sinnvoll ist dabei, die oben aufgeführten Risikofaktoren zu meiden. Zusätzlich sollten Sie:

  • im Freien am besten immer einen Sunblocker im Gesicht auftragen, auch bei bewölktem Himmel.

  • auf achten – keine parfümierten Cremes fürs Gesicht und keine Gesichtswässer mit Alkohol.

  • Gesichtspeelings meiden: Schleifkörper sollten bei einer Anlage zu Couperose tabu sein.

  • auf Gesichtsmasken verzichten, die die Durchblutung fördern.

  • keine Gesichtsmassage durchführen lassen.

  • das Essen besser nicht stark würzen. Ähnlich wie Alkohol und Kaffee kann scharfes Essen die Gefäße erweitern und Couperose fördern.

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