Gesunde Schärfe

Chili gegen Schmerzen und Übergewicht

Es gibt Hunderte von Chili-Sorten – von superfeurig bis hin zu milder Schärfe. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie tun unserer Gesundheit gut.

chilis auf holz
Auf der Suche nach der schärfsten Chili übertreffen sich die Züchter weltweit immer wieder gegenseitig.
iStock

Klein, aber oho! Chili hat es in sich: Das darin enthaltene Capsaicin ist der Scharfmacher schlechthin. Doch die Kraft der Chili wird auch verstärkt in der Medizin genutzt:

  • Deckt den Vitaminbedarf: Frisch gekocht versorgt Chili den Körper mit doppelt so viel Vitamin C wie die vergleichbare Menge Zitrone. Der Tagesbedarf (100 mg) entspricht etwa fünf kleinen Chilischoten.Die Vitamine A, B1, B2, B3 und E, Eisen und Kalzium bleiben auch erhalten, nachdem die Schote getrocknet wurde.

  • Lindert Muskelschmerz: Der in Chili enthaltene Wirkstoff Capsaicin wird in vielen Mitteln zur Schmerzlinderung eingesetzt, ist wesentlicher Bestandteil von ABC-Pflastern und Wundsalben. Der Vorteil: Außer einem leichten Brennen ist Capsaicin bei äußerlicher Anwendung frei von Nebenwirkungen.

  • Regt den Stoffwechsel an: Durch die thermogenetischen (fettreduzierenden) Eigenschaften der Pfefferschote kommen Magen- und Darmtätigkeit in Schwung. Der Sfoffwechsel wird durch Chili regelrecht angeheizt, der Körper verbrennt mehr Kalorien.

  • Schützt das Herz: Die Scharfmacher des Chili beeinflussen die Cholesterinwerte positiv. Sie senken das "böse" LDL- Cholesterin und verbessern den Blutfluss zu den Organen. Das Herzinfarktrisiko sinkt.

  • Hilft gegen Migräne: Beißen Sie bei starken Kopfschmerzen in eine Pepperoni. Das verbessert die Durchblutung im Gehirn. Die Gefäße weiten sich und das Kopfweh lässt weitgehend nach.

  • Senkt das Krebsrisiko: Chili ist ein wahres Allroundtalent. Die darin enthaltenen Antioxidantien gehen gezielt gegen krebserregende Giftstoffe vor, ohne die gesunden Zellen zu schädigen.

  • Beugt Infektionen vor: Das Capsaicin in den Schoten regt die Produktion von  Magensäure an. Das macht es schädlichen Bakterien schwer, sich zu vermehren.

  • Macht glücklich: Nicht umsonst gilt die scharfe Schote als gesündeste Droge der Welt: Chili macht glücklich! Das liegt daran, dass unser Körper Schärfe nicht als Geschmack, sondern als Schmerz empfindet. Um diesen zu lindern, kommt es nach scharfem Essen zur Ausschüttung von Endorphinen. Das sind Glückhormone, die unser Wohlbefinden steigern.

Die 10 schärfsten Chilis der Welt

Lifeline/Wochit

Schärfe-Liebhaber sollten für den Notfall Toast und Mascarpone zu Hause haben

Was tun, wenn man vor Schärfe kaum noch Luft bekommt und Wasser aus allen Poren strömt? Genau dieser Frage ist eine deutsche Wissenschaftlerin in ihrem feurigen Forschungsprojekt nachgegangen. Das Ergebnis: Eine gewöhnungsbedürftige Kombination neutralisiert Chili-Schärfe am besten.

Gelandet ist Désirée Schneider schließlich bei der Erkenntnis: Die Kombination von Mascarpone auf nicht geröstetem Toastbrot löscht den gefühlten Flächenbrand in Mund und Rachen noch am wirkungsvollsten. "Bis wir das herausgefunden haben, mussten meine Probanden und ich aber ganz schön leiden", sagt die 29-Jährige.

Für Schneider hatte das Forschungsprojekt auch einen faden Beigeschmack: Ihre Doktor-Arbeit ist zwar so gut wie abgeschlossen, doch die Lust auf scharfes Essen ist ihr vergangen. "Ich habe mit reinem Capsaicin gearbeitet. Da kam es auch mal zu heftigem Husten und Hautreizungen."

Chili-Schärfe gaukelt dem Gehirn Schmerz vor

"Chili ist das schärfste Lebensmittel überhaupt", weiß Schneider. Nach dem Biss in eine Schote – "Jalapeño und Habanero sind mit am schärfsten" – dockt das enthaltene Capsaicin an die Schmerzrezeptoren an und führt zu heftigem Brennen. "Wenn scharfe Produkte verkostet werden, dominiert lange Zeit dieses Empfinden", erklärt Ingrid Seuß-Baum, Professorin für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Fulda.

In der Praxis haben Profis wie Christoph Sippel bisher zu Milchprodukten wie Speisequark oder Joghurt gegriffen, um Schärfe bei Tests in den Griff zu bekommen. Der Lebensmittelchemiker ist der stellvertretende Vorsitzende des Sensorik-Ausschusses der DLG. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft führt Qualitätskontrollen für die Ernährungswirtschaft durch. Auch für Sippel ist Schärfe bei Geschmackstests ein Problem. Deswegen sei das Forschungsergebnis aus Fulda sehr interessant für die Branche: "Mascarpone auf Toast – das werden wir mal ausprobieren."

Was noch gegen den Schärfe-Schock hilft

Die Probanden mussten bei den Tests an der Hochschule Fulda in Wasser gelöstes Capsaicin zu sich nehmen und dann bewerten, welche Mittel die Schärfe am besten mildern. Am wirkungsvollsten waren demnach Toastschnitten mit Mascarpone. "Das Capsaicin ist fettlöslich und das Toastbrot reibt die Schärfe wie ein Zungenschaber von den Rezeptoren auf der Zunge", erläutert Studienautorin Désirée Schneider das Prinzip.

Generell gilt: Fett, Stärke und Zucker mildern Schärfe. So helfen auch mit Zucker gesüßte Kondensmilch oder anderes Weißbrot. Oder, wenn auch weniger wirkungsvoll, süße Limonade. Wichtig sei: bloß kein Wasser. Das verteilt die Schärfe nur, warnen die Experten.

Rezept für Chili con carne

Zutaten für drei Personen:

  • 450 g Rindergulasch
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Dosen Tomaten in Stücken (je 400 g)
  • 1/2 EL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Oregano
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1 Topf Paprika-Würze
  • 1 Dose Kidney-Bohnen
  • 1 Dose Mais

Zubereitung: In einem großen Topf Fleisch in Olivenöl rundherum anbraten. Zwiebeln und Knoblauch würfeln, zugeben und anbraten. Dosentomaten, Gewürze und Paprika-Würze zufügen. Bei schwacher Hitze zugedeckt etwa 80 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren. Bohnen und Mais zugeben, zehn Minuten köcheln lassen. Mit Baguette servieren.

Pro Portion: 504 kcal

Rezept für vegetarisches Chili sin carne

Zutaten für vier Personen:

  • 100 g Bulgur
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Möhren
  • je 1 rote und grüne Paprikaschote
  • 100 g Champignons
  • 1 rote Chilischote 
  • 1 kleine Dose Bambusstreifen (225 g) 
  • 1 Dose Mais (425 ml) 
  • 1 Dose Kidneybohnen (425 ml) 
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 g stückige Tomaten (Konserve) 
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sojasoße
  • Paprikapulver, edelsüß
  • Cayenne­pfeffer 
  • Currypulver
  • 60 g Crème fraîche 
  • Korianderblätter

Zubereitung: Bulgur nach Packungsanweisung zubereiten. Zwiebel fein würfeln, Knoblauch zerdrücken. Möhren und Paprikaschoten in Würfel schneiden. Champignons evtl. waschen, putzen und vierteln. Chilischote halbieren, putzen, Kerne entfernen, die Schote waschen und fein würfeln.  Bambus, Mais und Kidneybohnen abtropfen lassen. Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Paprikaschoten und Champignons in Öl andünsten. Chili, Tomaten, Brühe und Sojasoße zufügen, aufkochen und abgedeckt ca. 10-15 Minuten garen.  Bulgur dazugeben, kurz miterhitzen und das Chili mit Paprikapulver, Cayennepfeffer und Currypulver abschmecken. Chili mit Crème fraîche verfeinern, mit Koriander garnieren.

Pro Portion: 391 kcal

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Rezept für Cocktailtomaten in Chili-Würzöl

Zutaten für vier Personen:

  • 12 Cocktail-Tomaten
  • 250 g Doppelrahmfrischkäse
  • 2 EL Schlagsahne
  • 1 Beutel Salatgewürz Gartenkräuter
  • 1 rote Chilischote
  • 1 rote Zwiebel
  • 3 Stiele Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 6 EL Olivenöl

Zubereitung: Tomaten waschen, am Stielansatz einen Deckel abschneiden. Kerne mit einem Teelöffel herauslösen. Frischkäse, Schlagsahne und Salatgewürz verrühren. Die Creme in die Tomaten füllen. Chilischote halbieren, Kerne entfernen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Petersilie klein hacken. Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Chili, Zwiebel, Petersilie und Knoblauch mit Olivenöl verrühren. Über die gefüllten Tomaten verteilen und 30 Minuten im Würzöl ziehen lassen.

Pro Portion: 290 kcal

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2017
Durch: sba

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