Reiseimpfungen

Gelbfieber und Meningokokken

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Gelbfieber und Meningokokken: Bei manchen Ländern Pflichtimpfung nötig
Getty Images/iStockphoto

Für die Einreise in manche Länder werden bestimmte Pflichtimpfungen vorausgesetzt, darunter gegen Gelbfieber und Meningokokken. Nur Reisende, die sich vorher informiert und sich impfen lassen haben, werden die Einreise in diese Länder erlaubt.

Gelbfieber

Gelbfieberviren werden von Mensch zu Mensch oder von Affe zu Mensch durch Stechmücken (Aedes) übertragen. Die Inkubationszeit des Gelbfiebers liegt bei drei bis sechs Tagen. In diesem Zeitraum überträgt der Mensch das Virus auf Mücken. Bisher ist die Erkrankung nur in Afrika oder in Südamerika verbreitet.

Gelbfieber beginnt mit plötzlich einsetzendem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Nach einer kurzen Besserung entwickeln sich bei fünf bis 20 Prozent der Erkrankten ernsthafte Symptome in Form von Gelbsucht (Ikterus), Nierenversagen und inneren Blutungen. Die Sterberate variiert zwischen fünf und mehr als 50 Prozent bei Epidemien. Tödliche Gelbfieberinfektionen bei Reisenden sind in den letzten Jahren im Amazonasgebiet, in Venezuela und in Westafrika vorgekommen.

Indikation: Die Gelbfieber-Impfung ist die einzige Impfung, für die die Gesundheitsbehörden vieler Länder Vorschriften erlassen haben.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Impfung gegen Gelbfieber für alle Reisenden in Länder, in denen Gelbfieber vorkommt oder in denen das Virus vermutlich unter Primaten (Feucht- und Trockennasenaffen) verbreitet ist. Formell darf die Impfung in Deutschland nur durch zugelassene Gelbfieberimpfstellen verabreicht werden.

Impfstoffe: Eine Einzeldosis des Lebendimpfstoffes führt bei mehr als 95 Prozent der Geimpften zu einer mindestens zehnjährigen Immunität gegen Gelbfieber. Kombinationen mit anderen Lebendimpfungen (zum Beispiel MMR oder Zoster) sind am selben Tag oder mit einem mindestens vierwöchigen Abstand möglich. Totimpfstoffe können jederzeit und in beliebiger Menge mit der Gelbfieberimpfung kombiniert werden. Das internationale Gelbfieberzertifikat ist ab dem zehnten Tag bis zehn Jahre nach der Impfung gültig.

In sehr seltenen Fällen kann es nach der Gelbfieberimpfung zu Impfgelbfieber mit potenziell tödlichen Komplikationen kommen. Daher sollte die Impfung gegen Gelbfieber nur dann verabreicht werden, wenn sie wirklich notwendig ist.

Meningokokken-Meningitis (Meningokokken-Hirnhautentzündung)

Meningokokken werden über Tröpfcheninfektion oder durch Kontakt übertragen, auch durch gesunde Personen. Eine Meningokokkeninfektion gilt als sehr ansteckend. Als häufigstes Krankheitsbild tritt eine Hirnhautentzündung mit oder ohne Sepsis („Blutvergiftung“) auf. Die Erkrankung tritt in Deutschland besonders oft bei jungen Menschen unter 20 Jahren auf und nimmt bei ca. fünf Prozent einen tödlichen Verlauf.

In Europa und Nordamerika wird die Erkrankung zu 40 bis 70 Prozent von Meningokokken der Gruppe B und zu 20 bis 40 Prozent von Meningokokken der Gruppe C verursacht. In den Tropen geht das Infektionsrisiko von den Meningokokken der Serogruppen A und C aus, seltener von den Serogruppen Y oder W135.

Die wichtigsten Verbreitungsgebiete befinden sich im afrikanischen „Meningitisgürtel“, der sich südlich der Sahara von West- nach Ostafrika erstreckt. In den betroffenen Ländern treten in der Trockenzeit (Dezember bis Mai) regelmäßig Epidemien auf. Das Risiko für Reisende, an einer Meningokokkeninfektion zu erkranken, wird mit 0,4/100 000 pro Monat Aufenthalt als sehr gering eingeschätzt.

Indikation: Saudi-Arabien verlangt von Pilgern für ein Visum den Nachweis einer Meningokokken-Impfung, die auch gegen die Serogruppe W135 schützt. Das Impfzertifikat wird erst nach zehn Tagen gültig und endet nach drei Jahren.

Für Erwachsene ist eine Impfung gegen Meningokokken bei einem längerfristigen Aufenthalt in endemischen Gebieten anzuraten. Dies gilt insbesondere bei Kontakt mit vielen Einheimischen, Übernachtung in Schlafsälen oder unter einfachen Bedingungen und bei Reisen in Gebiete mit einem aktuellen Meningitisausbruch. Darüber hinaus sollten auch Schüler und Studenten geimpft werden, die zu Langzeitstudienaufenthalten in Länder reisen, die generell für Jugendliche (Belgien, England, Griechenland, Niederlande, Irland, Spanien, Kanada) oder gefährdete Risikogruppen (Neuankömmlinge in Internaten in den USA) eine Meningokokken-Impfung empfehlen.

Impfstoffe: In Deutschland werden Kinder und Jugendliche allgemein mit Konjugatimpfstoffen gegen den Serotyp C geimpft. Die Konjugatimpfstoffe können bereits ab der neunten Lebenswoche eingesetzt werden.

Für die Impfung gegen die Meningokokken-Serogruppen A, C, W, Y stehen verschiedene Polysaccharidimpfstoffe zur Verfügung, die ab dem zweiten Lebensjahr verabreicht werden können.

Autor: PD Dr. Tomas Jelinek / Von der Lifeline-Redaktion für Patienten überarbeitet
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2010
Quellen: MMW, Fortschritte der Medizin Nr. 47/19. November 2009: 32

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