Schnell und richtig selbst behandeln mit Hausmitteln und Medikamenten

Erkältung und Grippe bei Kindern – Das hilft Ihrem Baby oder Kleinkind

Die Nase läuft, die Stirn glühend heiß und immer dieser Husten, mal trocken, mal verschleimt – zwischen September und Mai erscheint das Eltern schon fast als Normalzustand bei ihren Kindern, die sich in der Erkältungssaison mit bis zu zehn Infekten beinahe nahtlos von einem Schnupfen in die nächste Grippe schleppen. Und am schlimmsten wird es immer abends oder nachts, wenn Kinderarztpraxen und Apotheken bereits geschlossen haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Baby oder Kleinkind schnell bei Fieber, Schnupfen und Husten helfen, welche Hausmittel geeignet sind und welche Medikamente immer in der Hausapotheke sein sollten.

Kind bekommt Medikamente gegen Erkältung
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Erkältungen bei Kindern sind vergleichsweise häufig. Während ein Erwachsener durchschnittlich vier Atemwegsinfekte pro Jahr durchmachen muss, gelten bei Kindern acht bis zehn grippale Infekte jährlich als normal. Sie alle sind einem noch unerfahrenen Immunsystem geschuldet und trainieren die Abwehrmechanismen des Körpers auch gegen andere Erkrankungen als nur Husten und Schnupfen.

Obwohl die Symptome einer Erkältung für Kinder jeden Alters beschwerlich sind, geht von einer Erkältung meist keine Gefahr aus, da nur die oberen Atemwege in Nase und Rachen betroffen sind und es in der Regel nicht zum gefürchteten Etagenwechsel mit einem Befall der Lunge und einer sich daraus entwickelnden Bronchitis oder gar Lungenentzündung (Pneumonie) kommt.

Lesen Sie hier, was eine Virus-Grippe von einer Erkältung unterscheidet, wie Sie Ihrem Kind mit Hausmitteln helfen können, welche Medikamente Sie selbst zur Therapie der Erkältung bei Kindern einsetzen können und wann es unbedingt zum Arzt gehen muss. Außerdem haben wir viele wertvolle Tipps, wie Sie das Immunsystem stärken können – auch das von Mama, Papa, Geschwistern oder Großeltern – und wie Sie einer Infektion und deren Verbreitung vorbeugen können.

Ursachen: Darum bekommen Kinder und Babys eine Erkältung

Die Ursachen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts bei Babys und Kleinkindern sind keine anderen als bei Erwachsenen. Die Übertragung erfolgt als Tröpfcheninfektion, also durch krankheitsauslösende Viren und Bakterien, die nach einem Niesen ohne Handvorhalten in der Luft schweben oder durch ein offenes Husten wie Kugeln einer Schrotflinte durch den Raum geschossen werden.

So werden sie eingeatmet oder die Ansteckung erfolgt über direkten Hautkontakt. Auch indirekt können die Erreger eingebracht werden, wenn über eine kontaminierten Oberfläche, auf der sich die Erreger über mehrere Stunden halten können, etwa die Hand die Keime aufnimmt. Dann ist es nur noch ein Frage der Zeit, bis die Erreger durch eine auch nur kurze Berührung im Gesicht und den dortigen Eintrittspforten für die Krankheitserreger, wie Nase, Augen oder Mund, über deren Schleimhaut aufgenommen werden und es somit zur Infektion kommt (Schmierinfektion).

Typische Symptome einer Erkältung bei Baby und Kleinkind

Hat sich Ihr Kind oder Baby mit einer Erkältung angesteckt, so kommt es erst nach einigen Tagen zu den leicht erkennbaren Symptomen wie

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) kann bei einer Erkältung zwischen zwei bis fünf Tagen betragen, während eine Virusgrippe deutlich heftigeren Symptomen führt. Bahnen sich diese Symptome dann eben nicht über mehrere Tage hinweg an, sondern entstehen binnen Stunden mit hohem Fieber, ist von einer Virusgrippe (Influenza) auszugehen. Besonders fatal: In dieser Zeit ist Ihr Kind bereits ansteckend und kann die Krankheit an die Familie oder andere Erwachsene und Kinder seiner Umgebung übertragen.

Symptome beim Baby leichter zu erkennen als beim Kleinkind

Erst ab dem fünften Lebensjahr können Kinder ein Unwohlsein direkt ausdrücken und teilen Schmerzen oder Bauchweh auch direkt so mit. Vorher müssen Eltern oftmals zwischen den Zeilen lesen, etwa wenn ein Kind, das sonst durchschläft, nachts plötzlich am Bett steht, anstatt zu spielen lieber schlafen möchte oder keinen Appetit hat, obwohl es eigentlich hungrig sein müsste. Erkrankte Kleinkinder werden eher ruhig und ziehen sich zurück, wodurch sie zunächst nicht weiter auffallen.

Babys hingegen teilen Ihr Unwohlsein deutlicher mit. Neben einer Nahrungsverweigerung wählt das Baby den ihm meist einzigen Weg zur Mitteilung: Es weint und schreit. Ob sich dahinter nur eine volle Windel, eine Cholik oder eine sich anbahnende Erkrankung verbirgt, ist dann allerdings schon wieder viel schwieriger zu erraten.

Diese Symptome müssen Sie erkennen

  • Fieber
    Bei einer Erkältung steigt die Körpertemperatur an, selten aber über 39 Grad Celsius. Bei einer Virusgrippe können schnell Körpertemperaturen von 41 Grad Celsius erreicht werden. Kinder neigen zum Fiebern, heißt es allgemein und diese Aussage beschreibt, dass Kinder häufiger Fieber bekommen als Erwachsene. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass das Immunsystem gerade aktiv wird, weil es bei höheren Temperaturen schneller funktioniert. Das Immunsystem lernt noch dazu, während das des Erwachsenen bereits reagieren kann und deshalb die Körpertemperatur nicht erhöhen muss.

  • Husten und Schnupfen
    Am Anfang läuft die Nase nur wässrig und ein Kratzen macht sich im Hals breit. Ihr Kind hustet noch trocken. Erst später wird das Sekret in der Nase dickflüssiger, bleibt aber zunächst klar. Sobald das Immunsystem greift und Viren und Bakterien unschädlich machen kann, verändert sich die Farbe des Schleims in der Nase und des Lungensekrets, das dann abgehustet wird. Ist es gelb bis grün, enthält es abgetötete Bakterien und inaktive Viren und die Erkältung wird vom Immunsystem erfolgreich bekämpft.

  • Verlegte Atmung
    Eine kleine Nase ist schnell mit Sekret verstopft und die geschwollenen Nasenschleimhäute verengen den Atemweg durch die Nase. Ihr Kind beginnt durch den Mund zu atmen und schnarcht beim Schlafen. Die Lippen trocknen aus und springen auf. Es kann zu Mundgeruch kommen.

  • Geschwollene Lymphknoten
    Lymphknoten befinden sich im ganzen Körper. Die Knoten im Bereich der Leiste, Achseln und am Hals schwellen unter ihrer erhöhten Immunaktivität an und lassen sich leicht ertasten. Ein Blick in den Rachen zeigt eine Rötung und häufig weiß-gelbliche Beläge auf der Zunge, am Gaumen und im Schlund, wo weitere als Rachenmandeln bekannten Lymphknoten sitzen

Besondere Risikofaktoren für eine Erkältung bei Babys und Kleinkindern

Tröpfchen- und Schmierinfektion sind die Hauptübertragungswege für Erkältungserkrankungen. Dies geschieht besonders leicht, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, in denen nicht immer alle hygienischen Bedingungen (einwandfrei) eingehalten werden können. Für unseren Nachwuchs heißen diese Orte KiTa, Kindergarten oder Schule...

Nasebohren beim Essen
Funfact: Das Essen von Popeln trainiert das Immunsystem, da Krankheitserreger im Darm erkannt und neue Antikörper ausgebildet werden. Beim gemeinsamen Essen in der KiTa werden hingegen meist mehr Viren verteilt, als das Immunsystem kompensieren kann.

Einmal in die Hand geniest oder direkt auf die Bauklötzchen und schon kommt das nächste Kind damit in Berührung. Wo Kinder auf engem Raum miteinander spielen oder sich Spielzeuge, Malstifte und natürlich auch sanitäre Einrichtungen oder Geschirr miteinander teilen, können sich Krankheitserreger direkt oder indirekt, also über Dritte oder Gegenstände, leicht verbreiten.

Diese Risikofaktoren für eine Erkältung können Sie beeinflussen

Da Infekte das kindliche Immunsystem trainieren, das in der Kindheit noch viel lernfähiger ist als beim Erwachsenen, wäre es fatal, das Baby oder Kleinkind dem vermeintlich gesundheitsschädlichen Umfeld einer Kinderkrippe oder eines Kindergartens zu entziehen. Das Immunsystem muss trainiert werden. Doch damit die erlernten Abwehrmechanismen auch funktionieren können, muss das Immunsystem gut ausgestattet sein, um letztendlich neue Viren und Bakterien auch erfolgreich abwehren zu können.

Einige Faktoren im Alltag schwächen das Immunsystem, die Sie aber ganz leicht selbst beeinflussen können. Für mehr Infos über diese speziellen Risikofaktoren einfach auf den Begriff tippen:

Erkältet: Wann muss mein Kind zum Arzt?

Bei einer Erkältung helfen Mama und Papa manchmal besser als der Onkel Doktor. Eine Untersuchung beim Arzt ist in den meisten Fällen nicht notwendig und die eher lästigen als ernsthaften Symptome einer Erkältung verschwinden nach wenigen Tagen von selbst. In dieser Zeit können sie mit Hausmitteln und frei verkäuflichen Medikamenten effektiv selbst behandelt werden.

Bei diesen Anzeichen muss Ihr Kind zum Arzt

Halten die Beschwerden länger als drei Tage ohne Tendenz zur Besserung an oder sind sie besonders stark, sollen Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. Für Kleinkinder unter drei Jahren und Babys ist der Arztbesuch unbedingt notwendig bei folgenden Anzeichen:

  • Fieber über 38,5 Grad Celsius
  • unstillbares Schreiben
  • unzureichendes Trinken
  • Fieber und gleichzeitig sehr kranker Gesamteindruck; Schläfrigkeit, Bewusstseinseintrübung, Hautausschlag, Appetitlosigkeit, Atemprobleme kommen hinzu
  • Fieber und Erbrechen treten gemeinsam auf
  • Fieberkrampf
  • Atemnot
  • plötzlich eintretende Halsschmerzen, die von hohem Fieber begleitet werden und gleichzeitig Hautausschlag in Form von kleinen Flecken (Verdacht auf Scharlach)
  • Schnupfen begleitet von Kopfschmerzen und Fieber (Verdacht auf Nasennebenhöhlenentzündung)
  • andauernder Husten mit Fieber und darüber hinaus Kopf- und Brustschmerzen
  • blutiger oder eitrig verfärbter Auswurf (gelblich, grünlich)

Welcher Arzt hilft nachts, am Wochenende oder an Feiertagen?

Außerhalb der Sprechzeiten Ihres Kinderarztes oder am Wochenende können Sie sich an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Diesen erreichen Sie bundesweit unter der kostenfreien Telefonnummer: 116 117

Im Notfall rufen Sie den (Kinder-)Notarzt über den Notruf: 112

So stellen Sie selbst die richtige Diagnose

Wenn die Nase läuft und der Husten bellt, ist die Diagnose Erkältung beim Baby oder Kind selbst für den medizinischen Laien einfach zu stellen. Doch wenn Sie auf diese ersten Anzeichen achten, können Sie Ihrem Kind schon zu Beginn der Erkältung Linderung verschaffen.

Die ersten Anzeichen einer Erkältung beim Kind

  • Je nach Alter klagen Kleinkinder über unklare Schmerzen, Babys drücken ihr Unwohlsein durch Schreien aus
  • Ihr Kind trinkt wenig bis gar nicht (trockene Lippen)
  • Lustlosigkeit, auch beim Lieblingsspiel
  • Müdigkeit
  • Mundatmung, da die Nasenschleimhaut angeschwollen ist
  • trockener Husten
  • erhöhte Temperatur über 37 Grad Celsius oder bereits
  • Fieber ab 38,5 Grad Celsius

Erkältung beim Kind selbst behandeln

Quälen Ihr Kind Halsschmerzen oder eine verstopfte Nase, ist gezieltes Handeln unerlässlich. Nicht nur, um das Wohlbefinden zu verbessern, sondern auch, um dem Festsetzen der Erkältung und möglichen Folgeinfektionen mit Bakterien vorzubeugen. Der Arzt spricht hierbei von einer bakteriellen Superinfektion wie Mittelohrentzündung, Sinusitis oder Bronchitis. Je früher Sie also bei einer Erkältung gegensteuern, desto besser.

Die Therapie einer Erkältung orientiert sich sowohl bei Kleinkindern als auch bei Babys an den Symptomen und deren Linderung. Häufig erweisen sich Hausmittel und frei verkäufliche Medikamente bei der Behandlung als ausreichend. Nur in seltenen Fällen sind verschreibungspflichtige Präparate notwendig.

WICHTIG: Verwenden Sie nur für das jeweilige Kindesalter zugelassene Medikamente und halten Sie die genauen Dosierungsgrenzen unbedingt ein! Bestimmte Wirkstoffe in der Erkältungstherapie für Erwachsene sind für Kinder und Babys unverträglich bis schädlich!

 

Hier finden Sie eine Übersicht über die Behandlung der wichtigsten Symptome einer Erkältung bei Kindern:

Ab wann ist es Fieber?

Erhöhte Temperatur oder Fieber? Ab welcher Körpertemperatur muss ich mir Sorgen machen? Wann soll ich fiebersenkende Medikamente geben? Viele Fragen, auf die es nicht nur im Internet unzählige Antworten gibt. Dazu die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Die Körpertemperatur bei einem gesunden Kind liegt bei 36,8 Grad Celsius
    Der Normalwert ist aber nicht als absolut zu betrachten, sondern sollte sich beim gesunden Kind zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius befinden. Je nach Messstelle der Körpertemperatur, also im Mund, Ohr, an der Schläfe oder Stirn, in Achsel, Leiste oder im After (diese rektale Temperaturmessung liefert die exaktesten Ergebnisse), können die Werte variieren. Auch die Messtechnik kann zu Abweichungen und Messungenauigkeiten führen. Die Beobachtung von Trends, etwa durch die Eintragung in eine Fieberkurve, ist sinnvoll.

  • Erhöhte Tempertur und Fieber wann zum Arzt?
    Ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad Celsius sprechen Mediziner von einer erhöhten Körpertemperatur, Werte ab 38,1 Grad Celsius gelten als leichtes Fieber, ab 38,6 Grad Celsius als Fieber.

  • Babys unter drei Monaten sollten bereits bei erhöhter Temperatur zum Arzt. Der kleine Körper überhitzt schneller und die Gefahr eines schnellen Anstiegs des Fiebers mit möglichen Folgen wie einem Fieberkrampf ist gegeben.
    Ältere Kinder sollten bei Fieber zunächst strikte Bettruhe einhalten und zunächst die Temperatur nicht gesenkt werden, da das Fieber die Leistung des Immunsystems beschleunigt. Um einen Temperaturstau und ein Überhitzen des Körpers zu vermeiden, sollten nur dünne Decken und ein leichter Schlafanzug getragen werden. Erst ab Temperaturen über 38,6 Grad Celsius sind Maßnahmen wie Wadenwickel oder eine medikamentöse Fiebersenkung notwendig.

    Steigt die Körpertemperatur weiter und erreicht Werte über 39 Grad Celsius und mehr, ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig. Auch ein Hausbesuch durch den Arzt ist in einem solchen Fall gerechtfertigt, um dem erkrankten Kind die körperliche Belastung zu ersparen und die Bettruhe zu wahren.

Tipps zum Fiebermessen bei Kindern

Digitalthermometer sind sehr genau, sofern Sie darauf geachtet haben, dass die Batterien aufgeladen sind. Auch Glasthermometer liefern exakte Messwerte, enthalten aber Quecksilber, was bei einem Zerbrechen gefährlich werden kann. Hier sollten Sie also beim Fiebermessen immer in der Nähe bleiben. Beim Messen im Po können Sie zusätzlich Vaseline auf die Thermometerspitze geben, so ist das Fiebermessen für Ihr Kind weniger unangenehm. Stirnthermometer zählen im Allgemeinen zu den eher ungenauen Messgeräten.

Gut zu wissen: Um 18.00 Uhr ist die Körpertemperatur von Natur aus am höchsten, um 4 Uhr morgens hingegen wird in der Regel die niedrigste Temperatur gemessen. Egal ob nun erhöhte Temperatur oder Fieber – wichtig ist, dass Sie die Körpertemperatur möglichst mehrmals am Tag und regelmäßig kontrollieren. Denn manchmal handelt es sich nur um eine vorübergehende Erhöhung der Körpertemperatur, zum Beispiel wenn das Kind viel getobt oder einfach zu warme Kleidung getragen hat. Hier kann eine erneute Messung nach etwa 30 - 60 Minuten gegebenenfalls Entwarnung bringen.

Falls nicht: Notieren Sie sich bei den Messungen die Werte (Download: Fieberkurve zum Ausdrucken und Eintragen). Steigt das Fieber sehr rasch an, ist ein Arztbesuch ratsam.

Fieber bei Kindern senken

Fieber ist nichts Schlechtes. Wer um die physiologische Funktion der erhöhten Körpertemperatur weiß, senkt Fieber nicht im ersten Schritt. Fieber ist ein Zeichen, dass das Immunsystem einen Infekt erkannt hat und darauf reagiert. Durch die gesteigerte Körpertemperatur können in den Zellen die Stoffwechselreaktionen schneller stattfinden. Für das Immunsystem bedeutet dies, dass Antikörper zur Infektbekämpfung schneller hergestellt werden und Bakterien und Viren bekämpfen können. Geben Sie dem Körper die Chance zum Reagieren. Kontrollieren Sie die Temperatur engmaschig. Reagiert der Körper über und steigert die Temperatur auf Werte über 38,6 Grad Celsius, ist eine Regulierung angebracht.

Vor allem der gute alte Wadenwickel kann beim Fiebersenken noch immer gute Dienste leisten. Wichtig ist, dass immer nur eine Wade eingewickelt wird, und zwar mit einem Küchenhandtuch das mit Wasser von Zimmertemperatur getränkt wurde. Am besten den feuchten Wickel mit einem zusätzlichen Handtuch fixieren. Der Wickel bleibt pro Bein etwa 15 bis 20 Minuten umgelegt und wird spätestens gewechselt, wenn er heiß geworden ist. Sollte Ihr Kind frösteln, ist ein Wadenwickel fehl am Platz.

Notfall: Fieberkrampf! Schnell und richtig handeln

Bei hohem Fieber über mehrere Stunden kann es zu einer Beeinträchtigung des Gehirns kommen, dem sogenannten Fieberkrampf, bei dem das Baby oder Kleinkind in eine kurze Bewusstlosigkeit verfällt und dabei unkontrollierte Muskelzuckungen durchlebt, wie sie etwa bei einem epileptischen Anfall auftreten. Diese Form des Krampfanfalls ist allein der Fiebersituation geschuldet und kein Hinweis auf eine neurologische Erkrankung, soweit es bei einem einmaligen Ereignis bleibt.

Der Fieberkrampf tritt bei Kindern meist nur zwischen dem fünften Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr auf, wenn das Verhältnis zwischen Körpergröße und -Oberfläche noch so ausfällt, dass der Kopf schnell überhitzt, da zu wenig Wärme über die Haut abgestrahlt werden kann.

Kommt es zum Fieberkrampf, ist sofort der (Kinder-)Notarzt unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. Der Krampfanfall sollte so schnell als möglich durchbrochen werden. Dies ist aber nur mit starken Beruhigungsmitteln möglich, die im Normalfall in keiner Hausapotheke verfügbar sind. Eine Applikation passender Wirkstoffe wie Valium oder Midazolam erfolgt dann entweder über einen venösen oder intraossären Zugang (meist wird das Schienbein dazu angebohrt), Injektion in den Muskel durch den Notarzt oder eine Applikation mittels Rektiole oder Katheter als rektalem Einlauf. Letztere Form kann sogar von den Eltern durchgeführt werden. Ist bereits ein Fieberkrampf aufgetreten, sollte ein passendes Medikament nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zu Hause bevorratet und die Verabreichung in der Praxis geübt werden.

Beim Fieberkrampf ist ein früher Notruf eine der wichtigsten Maßnahmen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind keine Verletzungen zuziehen kann, indem es mit Kopf oder Händen etwa am Bettgitter anschlägt. Ein Abpolstern mit Decke oder Kissen schützt Ihr Baby. Halten Sie Ihr Kind nicht fest und versuchen Sie ihm keine Medikamente einzuflößen: Es besteht akute Verschluckungsgefahr. Nach dem Krampfanfall müssen Sie Atmung und Herzschlag überwachen. Lagern Sie Ihr Kind nach dem Fieberkrampfanfall in der stabilen Seitenlage. Bei Babys ähnelt diese der Bauchlage. Tritt ein Atmen- oder Herz-Kreislauf-Stillstand ein, beginnen Sie unverzüglich mit der Reanimation (Wiederbelebung).

Diese Hausmittel und Medikamente helfen Ihrem Kind gegen die Erkältung

Wird Ihr Kind überraschend krank, können Sie erste Symptome oftmals mit Hausmitteln behandeln. Da Infekte bei Kleinkindern aber häufig sind, sollten Sie auch einige Medikamente immer in der Hausapotheke bevorraten. Diese Mittel helfen Ihrem Kind gegen folgende Symptome einer Erkältung:

Hausmittel und Medikamente gegen Fieber

Wenn Ihr Kind plötzlich Fieber bekommt und das Verfallsdatum des Paracetamolsafts von der letzten Erkältung längst überschritten ist, sind Hausmittel gefragt. Ab einer Temperatur von 39 Grad Celsius können Sie das Fieber mit Wadenwickeln senken. Die Wickel müssen allerdings richtig angelegt werden: Dazu ein Handtuch von etwa 120 mal 60 Zentimeter Größe zur Hälfte in lauwarmes Wasser tauchen. Mit den Wadenwickeln soll der Körper nicht aktiv gekühlt werden, sondern durch das Verdunsten des Wassers in den Wickeln entsteht Kälte, die Ihr Kind langsam abkühlt. Außerdem würden sich kalte Wickel unangenehm bis schmerzhaft für Ihr Kind anfühlen.

Tipp der Redaktion: Ein Schuss Essig erhöht die Verdunstung und verbessert die Kühleigenschaften.

Danach wickelt man das Tuch mit der feuchten Hälfte um die Waden und der trockene Teil wird darüber gelegt. Nach außen muss der Wickel mit einer Wolldecke abgedeckt werden. Nach etwa 15 Minuten sollte er erneuert werden. Dann hat er meist Körperwärme erreicht und verliert seine Wirkung.

Ibuprofen und Paracetamol, aber niemals Acetylsalicylsäure

Während bei Erwachsenen häufig Aspirin oder Novalgin als fiebersenkende Mittel eingesetzt werden, sind diese Wirkstoffe für Kinder ungeeignet und sogar gefährlich! Die Leber kann die Wirkstoffe nicht abbauen und kann geschädigt werden. Für Kinder sind ausschließlich Paracetamol und Ibuprofen geeignet. Die Dosierung und Tageshöchstdosis orientiert sich am Körpergewicht des Kindes und muss unbedingt eingehalten werden.

Die Wirkstoffe sind als Zäpfchen, Rektiole und für größere Kinder als Saft mit Orangen- oder Erdbeergeschmack erhältlich.

Das hilft gegen Ohrenschmerzen

Steigen Krankheitserreger aus dem Hals durch die Eustachische Röhre in das Ohr auf, kann es zur Mittelohrentzündung und damit verbundenen Ohrenschmerzen kommen. Spezielle Ohrentropfen enthalten ein Betäubungsmittel und nehmen den Schmerz. Der dahintersteckende meist bakterielle Infekt muss aber mit einem Antibiotikum behandelt werden. Deshalb ist ein Arztbesuch zwingend notwendig. Zur Linderung der Schmerzen bis dahin eignen sich warme Umschläge oder ein warmes Zwiebelsäckchen.

Schnupfen bei Babys und Kindern behandeln

Hauptsymptom und besonders lästig – nicht nur für Kinder – ist bei einer Erkältung die verstopfte und zugleich laufende Nase. Alles, was Mama und Papa dann hilft, ist nicht unbedingt für Babys empfindliche Nasenschleimhaut geeignet. Achten Sie deshalb darauf:

  • Nase freibekommen mit Nasendusche und Nasenspray
    Verwenden Sie isotonische Kochsalzlösung als Nasenspray oder bei größeren Kindern als Nasendusche. Ist die Nasenschleimhaut dafür noch zu angeschwollen, können Sie extra für Babys entwickelt Nasentropfen verwenden. Ihre Bestandteile wirken antibakteriell und abschwellend.

  • Vorsicht beim Inhalieren
    Nutzen Sie keine ätherischen Öl, wie Campher oder Menthol. Spezielle Balsame zum Einreiben von Brust, Rücken und Hals, die sich auch als Inhalationszusatz verwenden lassen, sind deutlich milder als die Produkte für Erwachsene. Zusätzlich muss Ihr Kind alt genug sein, um richtig inhalieren zu können, also durch den Mund einatmen und durch die Nase aus.

  • Jede Menge Papiertaschentücher
    Stofftaschentücher sind zwar weich, aber unhygienisch. Lassen Sie größere Kinder in Papiertaschentücher schnäuzen, die dann gleich mit ihrem infektiösen Inhalt entsorgt werden. Nach dem Schnäuzen Händewaschen nicht vergessen.

  • Nase auch von außen schützen
    Damit die Nase nicht rot und wund vom Schnäuzen wird, gibt es mit Aloe vera oder anderem Balsam getränkte Papiertaschentücher. Ein Einreiben der Nase mit Vaseline oder Wundcreme schützt ebenso.

Den Husten stillen oder zähen Schleim lösen?

Kinderärzte empfehlen in der Regel keine Hustensäfte, da sie das Abhusten von Schleim und den darin gebundenen Bakterien verhindern. Aber mit einer durchwachten Nacht aufgrund eines bellenden, trockenen Hustens ist niemandem geholfen. Soweit Sie Hustensaft verwenden möchten, muss es unbedingt ein für Kinder geeigneter Hustensaft sein. Präparate für Erwachsene enthalten meist Alkohol und sind für Kinder schädlich.

Tagsüber sollte Ihr Kind viel Trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten, die bei der Schleimproduktion viel Flüssigkeit verlieren. Dadurch wird der Schleim weniger zäh und lässt sich leichter abhusten. Warme Kräutertees sind hier besonders geeignet, bei Säuglingen wird der fast universell einsetzbare Fencheltee empfohlen.

Erkältung beim Kind vorbeugen: Diese Tipps schützen vor den Viren

Gleichzeitig gibt es aber auch einige Verhaltensmaßnahmen, die Ihr Kind ganz selbstständig beachten und erlernen sollte, um noch besser vor Erkältungsviren gewappnet zu sein. Hygiene spielt dabei eine herausragende Rolle.

Hier die besten Tipps auf einen Blick, die Sie Ihrem Kind möglichst frühzeitig vermitteln sollten:

  • Oberstes Gebot: Händewaschen! Und zwar am besten mehrmals täglich für jeweils mindestens 20 Sekunden mit warmem Wasser und Seife. Vor allem nach dem Spielen im Freien, nach dem Toilettengang und vor dem Essen ist Händewaschen Pflicht. Gehen Sie am besten mit gutem Beispiel voran und sorgen Sie dafür, dass das Händewaschen zur Selbstverständlichkeit wird.

  • Obst vor dem Essen immer gut abwaschen – denn auch hier können Erkältungsviren lauern.

  • Abstand halten! Sind andere Kinder in der Kindergartengruppe oder Klasse erkältet, dann ist jetzt ein wenig Abstand angesagt. Also jetzt möglichst raufen und knuddeln hinten anstellen und zum Beispiel auch nicht aus demselben Saftbecher trinken.

  • Besser Papiertaschentücher als Stofftaschentücher verwenden. Denn diese können nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden – und das sollten sie auch!

Noch ein Tipp, mit dem Ihr Kind auch andere vor den Erkältungsviren schützen kann: nicht in die Hand, sondern eher in die Armbeuge niesen. So werden die Viren nicht über die Hand auf Stifte, Türklinken, Fernbedienung & Co. verteilt, und das Ansteckungsrisiko für andere sinkt.

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