Erblindung

(Amaurose)

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Rund 155000 Menschen in Deutschland sind erblindet.
Getty Images/iStockphoto

Erblindung: Grundlagen

Eine Erblindung (Amaurose) liegt vor, wenn ein oder beide Augen gar nichts mehr sehen können oder die Fähigkeit zu sehen, stark eingeschränkt ist. Sie kann die Folge einer angeborenen, erworbenen oder genetisch bedingten Erkrankung sein.

Erblindung beziehungsweise Blindheit, im medizinischen Fachjargon Amaurose oder Amaurosis genannt, ist die fehlende oder stark eingeschränkte Fähigkeit eines oder beider Augen, Licht wahrzunehmen. Amaurose bedeutet genau „fehlende Lichtscheinwahrnehmung eines Auges“. Es ist in Deutschland gesetzlich definiert, dass eine Person auch dann blind ist, wenn das besser sehende Auge nicht mehr als zwei Prozent (0,02 beziehungsweise 1/50 der normalen Sehschärfe) der normalen Sehschärfe hat und das Gesichtsfeld weniger als fünf Grad beträgt. Ist die Sehschärfe auf dem besseren Auge auf weniger als 30 Prozent verringert, aber größer als zwei Prozent, spricht man von einer Sehbehinderung.

Insgesamt leben nach Schätzungen (Jahr 2007) des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) etwa 155.000 blinde und 500.000 sehbehinderte Menschen in Deutschland. Das Statistische Bundesamt spricht dagegen 2005 von noch nicht ganz 80.000 blinden Menschen und etwa 51.000 hochgradig sehbehinderten (Sehtest kleiner/gleich fünf Prozent) sowie knapp 217.000 sehbehinderten Menschen in Deutschland. Jährlich erblinden hierzulande etwa 10.000 Menschen neu. Etwa 41 bis 48 Prozent der Neuerblindungen betreffen Menschen über 80 Jahre. Blindheit kann angeboren, Folge einer genetischen Veranlagung oder erworben sein. Die häufigsten Ursachen der Erblindung in Europa sind Schädigung der Netzhaut oder des Sehnervs beispielsweise im Zuge einer Optikusatrophie oder altersbedingten Makula-Degeneration sowie Verletzungen. In den unterentwickelten Ländern stehen dagegen Katarakt (Grauer Star), Trachom, Onchozerkose und Keratomalazie an erster Stelle.

Während bei Kindern unter 15 Jahren ZNS-bedingte Blindheit, Frühgeborenenretinopathie und Optikusatrophie die Hauptursachen darstellen, sind es bei Menschen über 74 Jahre Erkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration, der Grüne Star (Glaukom) und die Diabetische Retinopathie, die eine Erblindung (Amaurose) nach sich ziehen. Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung. Das gilt auch für die Prognose und mögliche Präventionsmaßnahmen. Farbenblindheit und Nachtblindheit fallen nicht unter die Amaurose.

Autor: Gerlinde Felix
Letzte Aktualisierung: 29. September 2011
Quellen: Augenheilkunde, Prof. Franz Grehn, Springer Medizin Verlag, März 2008; Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, de Gruyter 256. Auflage; Springer Lexikon Medizin, P. Reuter, Springer Medizin Verlag, 2004; Finger R.P.: Blindheit in Deutschland: Dimensionen und Perspektiven. Ophthalmologe (2007), 104:839-844, Springer Medizin Verlag; Krumpaszky Hans G. et al.: Neuerblindungen in Württemberg-Hohenzollern, Ophthalmologe (1997), 94: 234-236, Springer Medizin Verlag

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