Nichtraucher

Wie gefährlich ist Passivrauchen?

Egal, wo man sich aufhält, nach wie vor wird aus Leibeskräften blauer Dunst in die Luft gepustet. Den notorischen Paffern ist dabei so gut wie kein Ort heilig, manche machen selbst vorm Kinderwagen des eigenen Kindes nicht halt. Dabei ist längst bekannt: Auch Passivrauchen schadet der Gesundheit erheblich. Neuen Studienergebnissen zufolge verursacht es die gleichen akuten und chronischen Krankheiten wie Rauchen.

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Raucher schaden nicht nur sich, sondern auch den Menschen in ihrer Umgebung.
(c) Stockbyte

Vom Passivrauchen spricht man dann, wenn Tabakrauch aus der Raumluft durch einen Nichtraucher eingeatmet wird. Die Hauptbelastung geht dabei von dem Rauch aus, der durch glimmende Zigaretten ausgelöst wird. Enthalten sind darin 4.800 verschiedene Substanzen, darunter auch viele hochgiftige: etwa Blausäure, Ammoniak oder Kohlenmonoxid und jede Menge krebsauslösende Stoffe. Doch auch kalter Rauch ist ein Problem: Die schädlichen Substanzen bleiben meist lange in der Luft oder lagern sich auf Gegenständen ab, um später erneut aufgewirbelt und eingeatmet zu werden.

Somit liegt auf der Hand: Wer zu Hause raucht, schadet damit auch seinen nichtrauchenden Angehörigen und – besonders schlimm – auch seinen eigenen Kindern. Kinder, die passivrauchen müssen, sind besonders anfällig für Erkrankungen wie Atemwegsbeschwerden, Asthma, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfektionen. Darüber hinaus sind viele Menschen am Arbeitsplatz vom Passivrauchen betroffen, zum Beispiel in Gaststätten oder anderen Einrichtungen mit Publikumsverkehr.

Welche Risiken ergeben sich durch Passivrauchen?

Zu den Sofortwirkungen von Zigarettenqualm gehören Reizungen der Schleimhäute und Atemwege. So leiden Nichtraucher durch Passivrauchen häufig unter tränenden oder brennenden Augen. Weitere Symptome, die sich schon nach kurzzeitigem Passivrauchen einstellen können, sind Hustenanfälle, teils mit Auswurf, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Kurzatmigkeit. Außerdem besteht bei Passivrauchern häufig eine allgemein erhöhte Infektanfälligkeit. Langfristig können sich durch das oft unfreiwillige permanente Eingenebeltsein schwerwiegende Krankheiten, etwa Krebs, Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, ausbilden oder erheblich verschlechtern.

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gefäßwandschädigungen (Arteriosklerose) und auch die so genannte koronare Herzkrankheit (KHK), die mit einer Verengung der Herzkranzgefäße einhergeht, gehören beispielsweise zu den Langzeitfolgen von Passivrauchen. Manche Passivraucher müssen das Laster ihrer Mitmenschen sogar mit dem Leben bezahlen. Jedes Jahr sterben in Deutschland aktuellen Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge etwa 2.150 Menschen an einer koronaren Herzkrankheit, die durch Passivrauchen bedingt ist. Darüber hinaus gehen etwa 770 Schlaganfall-Tote jährlich auf das Konto des Passivrauchens.

Höchste Gefahr für die Atemwege

Zigarettenrauch besteht aus gasförmigen Substanzen und winzigkleinen „Feinstaub"-Partikeln. Diese können bis tief in die Lunge vordringen und dort das Gewebe erheblich schädigen. Sie können Allergien oder Asthma auslösen oder bereits bestehende chronische Atemwegserkrankungen wie eine Lungenentzündung oder Bronchitis erheblich verstärken. Außerdem werden durch das Passivrauchen Selbstreinigungsmechanismen der Atemwege und die Immunabwehr gestört.

Nicht verwunderlich erscheint es also, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Lungenerkrankung durch das Rauchen hervorgerufen werden. Aber auch beim Passivrauchen ist die Bilanz erschreckend: Das Deutsche Krebsforschungszentrum geht davon aus, dass knapp zwei Prozent aller Todesfälle, die durch eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung bei lebenslangen Nichtrauchern hervorgerufen werden, eine Folge des Passivrauchens sind. Dies entspricht etwa 60 Todesfällen im Jahr, wenn man allein das Passivrauchen im häuslichen Umfeld berücksichtigt.

Deutlich erhöhtes Krebsrisiko durch Passivrauchen

Schließlich kann die beschriebene Vielzahl krebserregender Substanzen im Tabakrauch auch durch Passivrauchen dafür sorgen, dass eine Krebserkrankung entsteht. Nachgewiesen sind Zusammenhänge etwa bei Brust-, Gebärmutterhals- und Nasennebenhölenkrebs – und ganz besonders bei Lungenkrebs. So hat der Passivraucher im Vergleich zum unbelasteten Nichtraucher ein um 20 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wie beim Aktivraucher steigt dieses Risiko auch hier mit der Dauer und Menge des Zigarettenrauches an, dem der Passivraucher durch seine Umgebung ausgesetzt ist. Berechnungen des DKFZ zufolge sind in Deutschland 7,5 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle bei Nie-Rauchern, also 260 Todesfälle im Jahr, dem Passivrauchen verschuldet.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Lifeline-Special Lungenkrebs.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. November 2014
Quellen: Nach Informationen der GSF – Gesellschaft für Umwelt und Gesundheit, GmbH Neuherberg

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