Gefahr für Schädigungen des Kindes

Alkohol in der Schwangerschaft: Das Baby trinkt mit

Alkohol schadet dem Ungeborenen im Mutterleib. Bereits kleine Mengen können negative Folgen für das Kind haben. Schwangere sollten deshalb komplett auf Bier, Wein, Sekt oder Hochprozentiges verzichten – in jeder Phase der Schwangerschaft.

Schwangere Frau sitzt auf dem Boden
Auf Alkoholisches sollten schwangere Frauen im Interesse eines gesunden Babys verzichten. Es muss ja nicht immer Kräutertee sein: Säfte, Smooties oder Cocktails ohne Alkohol sind leckere und erfrischende Alternativen.
©istock.com/Halfpoint

Über die Nabelschnur wird der heranwachsende Embryo über den Blutkreislauf der Mutter mit allen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Zwar dient die Plazenta (Mutterkuchen) als Schranke zwischen dem mütterlichen und dem kindlichen Blutkreislauf und filtert bestimmte Schadstoffe und Krankheitserreger von der Mutter heraus – allerdings bei weitem nicht alle. Alkohol, Zigaretten und Drogen sind deshalb in der Schwangerschaft tabu – die Mutter hat während der neun Monate die besondere Verantwortung, dass sich das Baby gesund entwickelt.

Warum schwangere Frauen keinen Alkohol trinken sollten

Alkohol ist – wie auch Nikotin – ein Zellgift, welches den Organismus schwer schädigen kann. Es vermindert nicht nur die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann. Das ungeborene Kind ist besonders gefährdet. Es muss bei jedem Glas mittrinken und hat binnen weniger Minuten den gleichen Alkoholspiegel wie die Mutter. Während der Organismus der Mutter die schädigende Wirkung an vielen Stellen kompensieren kann, ist das Baby, welches sich binnen neun Monaten in der Gebärmutter rasant entwickelt, dem Giftstoff schutzlos ausgeliefert.

Schwanger werden – die besten Tipps

Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Der aufgenommene Alkohol kann schwerwiegende Folgen für das Ungeborene haben – zu jeder Zeit der Schwangerschaft. Da sich während der neun Monate die verschiedenen Organsysteme zu bestimmten Zeitpunkten herausbilden, kann sich auch das nur gelegentliche Trinken von Bier, Wein, Sekt oder anderen alkoholischen Getränken bereits auf die gesunde vorgeburtliche Entwicklung des Babys auswirken.

Mediziner gehen davon aus, dass es Tage gibt, die kritischer sind als andere. Erlebt das Ungeborene gerade einen starken Entwicklungsschub, wirkt sich selbst geringer Alkoholkonsum möglicherweise sehr ungünstig auf das Kind aus.

Durch den Konsum von Alkohol erhöhen sich für das Baby folgende gesundheitliche Risiken:

  • Fehlgeburt und Frühgeburt
  • angeborene Herzfehler und Organanomalien
  • Missbildungen, Anomalien an Gliedmaßen, dem Skelett und im Gesicht
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Geringeres Geburtsgewicht, geringere Größe bei der Geburt
  • Wachstumsstörungen im Mutterleib
  • allgemein zurückgebliebene Entwicklung (Mangelgeburt)

Diese durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft hervorgerufenen Defizite werden unter dem Begriff fetales Alkoholsyndrom (FAS) zusammengefasst. Dabei handelt es sich um angeborene, das heißt irreversible Schädigungen. Je nach Ausprägung können die betroffenen Kinder in ihrer Entwicklung stark zurückbleiben und dauerhaft beeinträchtigt sein. So zeigen sich zum Beispiel geistige Entwicklungsverzögerungen, Lernbehinderungen und Sprachstörungen oder auch körperliche Mangelentwicklungen. Die Kinder sind häufig kleiner und dünner, haben Seh- oder Hörfehler oder sind schwer zu beruhigen.

Lesen Sie hier alles zum Thema Fetales Alkoholsyndrom (FAS).

  • zum Wissenstest

    Was darf ich essen, was muss ich meiden? Ist Sport während der Schwangerschaft gefährlich oder gesund?

Auch ADHS kann eine Folge von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sein. Je mehr Alkohol während der Schwangerschaft zu sich genommen wird, desto größer ist das Risiko für das ungeborene Kind, ein fetales Alkoholsyndrom zu entwickeln.

Alkoholgenuss in den ersten Wochen

Die ersten drei Monaten der Schwangerschaft sind besonders wichtig für die gesunde Entwicklung des Embryos. Viele Frauen, die ganz zu Beginn noch nicht wissen, dass sie schwanger sind, haben Sorgen, dass ein Glas Wein oder Sekt das Kind schädigen kann. Diese Sorgen sind zum Teil berechtigt. Allerdings kann der Körper eine Eizelle, die schwer geschädigt und nicht lebensfähig ist, in den ersten Wochen nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ wieder abstoßen. Die Frau merkt dies an einer – möglicherweise verspäteten – Regelblutung.  

Besonders kritisch für Störungen von außen ist die Zeit von der 5. bis zur 12. Schwangerschaftswoche. In diesem Abschnitt der Schwangerschaft werden die wesentlichen Organstrukturen und das Nervensystem angelegt. Alkohol und andere Giftstoffe können diese wichtige Entwicklungsphase stören. Deshalb raten Mediziner Frauen, die schwanger werden wollen, von vornherein abstinent zu leben.

Spätestens wenn sich erste Anzeichen einer Schwangerschaft bemerkbar machen und der Schwangerschaftstest positiv ist, sollte auf Alkohol verzichtet werden. Falls in den ersten Wochen beziehungsweise in der Frühschwangerschaft unwissentlich Alkohol getrunken wurde, sollte die Frau darüber mit dem Frauenarzt sprechen.

Alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft?

  • zu 9monate.de

    Von der Familienplanung über Tipps für die Schwangerschaft und die Zeit danach: Auf 9monate.de finden Frauen alles Wissenswerte und können sich mit Gleichgesinnten austauschen

Als alkoholfrei etikettierte Biere oder auch Wein sind in den meisten Fällen keine Alternative für Schwangere. So können als "alkoholfrei" gekennzeichnete Biere bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Wegen des möglicherweise bestehenden Restalkohols sind diese Getränke nicht für Schwangere und ebenfalls nicht für trockene Alkoholiker geeignet. Komplett promillefrei sind Biergetränke sicher nur dann, wenn sie auf dem Etikett mit dem Hinweis "ohne Alkohol" versehen sind.

Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Nahrungsmittel, die durch den Herstellungsprozess oder durch natürliche Gärung geringe Mengen Alkohol enthalten, sind für Schwangere unbedenklich. Das trifft zum Beispiel auf Backwaren, Sauerkraut oder Säfte zu. Wer Soßen gern mit Wein ablöscht und Kuchen mit Hochprozentigem aromatisiert, muss darauf nicht verzichten, wenn die Speisen ausreichend durchgekocht beziehungsweise gebacken werden. Dann verflüchtigt sich der Alkohol. Abgeraten wird von Pralinen mit Likörfüllung, bei anderen industriell hergestellten Lebensmitteln sollte man sich die Zutatenliste durchlesen.

Vorsicht! Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Auch alkoholhaltige Mundspülungen sind ungefährlich. Zwar ist die Mundschleimhaut für Alkohol durchlässig, doch die Mengen sind so gering, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Zudem werden die Produkte nicht runtergeschluckt. Wer ganz sicher gehen will, benutzt zur Mundpflege während der Schwangerschaft alkoholfreie Spülungen.

Fazit: Schwangere sagen besser nein zum Alkohol

Wie stark die Schädigungen des Kindes durch Alkohol in der Schwangerschaft wirklich sind, ist nicht vorhersehbar. Abhängig ist dies sowohl von der Menge, dem Zeitpunkt und der Regelmäßigkeit des Alkoholtrinkens. Auch das Alter, die Konstitution, die genetische Veranlagung, die Ernährung und der Lebensstil der Mutter haben einen Einfluss. Mediziner sind sich nicht einig, ob eine kleine Menge Alkohol möglicherweise unbedenklich ist. Frauen, die wirklich kein Risiko eingehen wollen, sind deshalb mit völligem Verzicht auf Alkoholisches bis zur Geburt auf der sicheren Seite.

Dieses Gebot sollte die Mutter weiter befolgen, wenn das Kind da ist und gestillt wird. In der Stillzeit ist ein Glas Sekt oder Wein jedoch tolerierbar. Allerdings sollte dabei bedacht werden, dass der Alkohol einige Zeit braucht, bis er vom Organismus der Mutter abgebaut wurde.

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Lifeline / Wochit

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Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Schwangerschaft
    Alkohol zu sich genommen ohne nachzudenken
    13.06.2018 | 09:46 Uhr

    Guten Tag, habe einen Artikel gelesen, der sagt, dass Alkoholfreie Produkte doch Alkohol...   mehr...

  • Expertenrat Schwangerschaft
    Schwanger/Alkohol
    05.10.2017 | 09:07 Uhr

    Guten Tag! Ich habe Anfang September aufgehört zu verhüten. Der 1. Tag meiner letzten...   mehr...

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