Elektrische Alternative

E-Zigarette: Schädlich oder Hilfe bei der Tabakentwöhnung?

Gesunde Alternative zur Zigarette oder gefährlicher Einstieg in die Abhängigkeit für Jugendliche? Die Beliebtheit von E-Zigaretten steigt. Sie werden auch als Möglichkeit zum Rauchstopp angepriesen. Alles zu Funktionsweise, Inhaltsstoffen und Risiken elektronischer Zigaretten.

Mann dampft E-Zigarette
© Getty Images/Martina Paraninfi

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Wie funktionieren E-Zigaretten? E-Zigaretten bestehen aus einem Akku, einem Verdampfer und einem Liquid-Tank. Der Akku erhitzt eine Spule im Verdampfer, die das Liquid in Dampf umwandelt. Dieser wird inhaliert.

Wie schädlich sind E-Zigaretten? E-Zigaretten gelten im Vergleich zu Tabakzigaretten als weniger gesundheitsgefährdend, da sie weniger Schadstoffe enthalten. Harmlos ist das Inhalierte jedoch nicht. So gibt es Hinweise, dass E-Zigaretten das Risiko für Herzkrankheiten steigern können.

Was ist in den Liquids enthalten? Liquids bestehen in der Regel aus Propylenglykol, pflanzlichem Glyzerin, Aromen und weiteren Zusatzstoffen sowie optional Nikotin.

Artikelinhalte im Überblick

22 Tipps für ein gesundes Herz

Was sind E-Zigaretten?

Eine E-Zigarette – auch "Dampfer" oder "Vape" (englisch für "verdampfen") genannt – ist ein kleines Gerät mit einem Akkuträger, das als Alternative zur klassischen Zigarette eingesetzt wird. In seinem Inneren wird eine mit Aromen und oft Nikotin versetzte Flüssigkeit erhitzt. Der dabei entstehende Dampf wird inhaliert.

Wie verbreitet sind E-Zigaretten?

Lange galten E-Zigaretten als Nischenprodukt. In den letzten Jahren wurden Einweg-Vaporizer aber immer beliebter. Dies liegt auch daran, dass es inzwischen mehr Möglichkeiten gibt, entsprechende Produkte zu kaufen.

Nicht nur Shops im Internet werben mit sogenannten Startersets oder Systemen für Einsteiger*innen. Mittlerweile werden E-Zigaretten überall dort, wo es ein Sortiment an Tabakprodukten gibt, angeboten.

Es gibt zahlreiche verschiedene Marken beziehungsweise Hersteller. Dabei kann die Qualität bezüglich der Verarbeitung des Geräts und der Herkunft der Liquids stark variieren.

Vor allem bei Jugendlichen sind Einweg-E-Zigaretten beliebt. Mehr als ein Drittel der Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gab im Jahr 2023 an, schon einmal Vapes ausprobiert zu haben.

Wie funktionieren E-Zigaretten?

Anders als bei einer klassischen Zigarette wird in einer E-Zigarette kein Tabak verbrannt, sondern eine Flüssigkeit (das sogenannte Liquid) verdampft. 

Das dafür erforderliche Gerät besteht häufig aus einem Mundstück, einem Akku, einem elektrischen Verdampfer (Verdampferkopf, früher auch Clearomizer genannt) und einem kleinen Tank, in dem sich das Liquid befindet.

Auf Knopfdruck oder über einen Zug am Mundstück wird das Liquid vernebelt und inhaliert. Bei vielen Modellen leuchtet dabei am vorderen Ende eine kleine Leuchtdiode auf, um das Glimmen einer Tabak-Zigarette zu simulieren.

Zu den ersten Systemen auf dem Markt gehörten sogenannte Pod-Systeme. Hersteller betonen, dass sie besonders für Anfänger*innen geeignet sind, da sie einfach zu bedienen sein sollen.

Unterschied zwischen E-Zigarette, E-Shisha und Tabakerhitzer

E-Shishas unterscheiden sich vor allem optisch von elektrischen Zigaretten und sind in der Regel nikotinfrei. Der Name leitet sich von der Wasserpfeife ab, weil der oft fruchtige oder süße Geschmack der darin verwendeten Liquids an den Tabak von Shishas erinnert.

Elektrische Shishas sind als Einwegprodukte konzipiert und werden nach Gebrauch weggeschmissen. Einweg-E-Produkte zeichnen sich generell durch eine schlechte Umweltbilanz aus.

Im Gegensatz zu E-Zigaretten und E-Shishas wird in einem Tabakerhitzer echter Tabak verwendet. Die darin enthaltenen Tabaksticks werden jedoch nicht wie in einer klassischen Zigarette verbrannt, sondern mithilfe eines elektrischen Heizstabes (Coil) beziehungsweise einer Heizspirale auf 250 bis 350 Grad Celsius erhitzt. Der*die Nutzer*in atmet so keine Verbrennungsstoffe ein, inhaliert aber dennoch das gesundheitsschädliche Nikotin.

Welche Stoffe sind in einer E-Zigarette enthalten?

Anders als klassische Zigaretten enthält der Dampf einer E-Zigarette keinen Teer und keine Kondensate. Trägersubstanz bei allen auf dem deutschen Markt erhältlichen Liquids ist Propylenglykol. Zusammen mit Glycerin ist diese Alkoholverbindung für den Nebeleffekt beim Verdampfen verantwortlich.

Für Geschmack und Wirkung sind die Liquids mit Nikotin und einer Vielfalt von Aromen versetzt. Die Nikotindosierung (Nikotinstärke) wird in der Einheit Milligramm pro Milliliter (mg/ml) angegeben, es gibt allerdings auch Liquids ohne Nikotinzusatz. 20 Milligramm pro Milliliter sind die zulässige Höchstkonzentration in gebrauchsfertigen Liquids.

Fast immer sind den Liquids Aromen wie Menthol, Apfel, Zimt oder Vanille zugesetzt, welche persönliche Vorlieben ansprechen sollen. Insgesamt kommen fast 8.000 verschiedene aromatische Zusatzstoffe infrage, die allesamt bereits als Lebensmittelzusätze eingesetzt werden.

Sind E-Zigaretten schädlich?

Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist die Inhalation des Dampfes aus E-Zigaretten wahrscheinlich harmloser als die von konventionellem Zigarettenrauch.

Im Gegensatz zu Tabak enthalten E-Zigaretten keine Verbrennungsprodukte und gelten deshalb als weniger gesundheitsschädlich.

Diverse Studien weisen jedoch darauf hin, dass auch elektrische Zigaretten zu massiven gesundheitlichen Problemen führen können, dadurch kann man nicht unbedingt von Vorteilen sprechen.

Folgende Punkte gibt es zu berücksichtigen:

  • Nikotin: In den meisten Liquids ist Nikotin enthalten. Dieses Nervengift macht sehr schnell abhängig.

  • Propylenglykol und Glycerin: Die Trägersubstanzen können beim Erhitzen Formaldehyd und Acrolein bilden, die in höherer Konzentration giftig sind. Darüber hinaus kann das Einatmen von Propylenglykol zu allergischen Reaktionen führen. Dies kann sich durch Atemwegsreizungen, trockenem Husten und einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion äußern.

  • Weitere Zusatzstoffe: Obwohl E-Zigaretten und Liquids nur noch mit Beipackzetteln verkauft werden dürfen, wurden bei stichprobenartigen Untersuchungen in einigen Liquids geringe Mengen an Giftstoffen und nicht zugelassenen Medikamenten nachgewiesen. Es gibt Hinweise, dass viele der zugesetzten Aromastoffe die Lunge reizen, das Immunsystem negativ beeinflussen und so langfristig zur Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Asthma, Parkinson sowie Lungen- und Darmkrebs führen können.

Unklar ist auch, in welchem Maße der ausgeatmete Dampf eine gesundheitliche Belastung für Passiv-Raucher*innen darstellt, die Gefährdung scheint aber geringer zu sein als bei Tabakrauch.

E-Zigarette als Einstiegsdroge für Kinder und Jugendliche?

Süße Aromastoffe mit Geschmacksrichtungen wie Erdbeere und Tiramisu üben eine hohe Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus und können damit zum Einstiegstor für Tabakrauchen und Nikotinabhängigkeit werden.

Auf vermeintlich harmlose Weise werden rauchertypische Verhaltensmuster eingeübt, der Umstieg von Vanille- und Schokoladen-Aromen auf nikotinhaltige E-Zigaretten ist nur noch ein kleiner Schritt.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 ergab, dass 22 Prozent der jugendlichen Einsteiger*innen in der Folge auch Tabakzigaretten rauchten – bei ihren nie-rauchenden Altersgenossen waren es nur zehn Prozent.

Die gesellschaftliche Akzeptanz von E-Zigaretten trägt darüber hinaus zu einer Renormalisierung des Rauchens bei. Deshalb ist der Verkauf von E-Zigaretten mit und ohne Nikotin an Minderjährige in Deutschland verboten.

Rauchen abgewöhnen mit E-Zigarette?

Die wissenschaftliche Datenlage zur Sicherheit und Wirksamkeit von E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung ist derzeit noch unzureichend. Die E-Zigarette wird daher nicht als Mittel zum Rauchstopp empfohlen.

Gegen den Einsatz von E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung sprechen vor allem zwei Punkte:

  1. Beim Konsum von nikotinhaltigen Liquids wird die körperliche Abhängigkeit aufrechterhalten, lediglich die Form der Zufuhr verändert sich.

  2. Rauchertypische Rituale und Gewohnheiten bleiben bestehen. Eine erfolgreiche Tabakentwöhnung erfordert jedoch die Veränderung von gewohnten Verhaltensweisen zur Überwindung der psychischen Abhängigkeit.

Für Raucher*innen, die bereits mehrfach an der Tabakentwöhnung gescheitert sind, empfehlen einige Fachgesellschaften dennoch den Umstieg auf elektrische Zigaretten. So lässt sich der gesundheitliche Schaden zumindest ein wenig minimieren. Aus medizinischer Sicht ist allerdings der vollständige Rauchstopp das Mittel der Wahl.

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