Einfluss von Stress und Konflikten

Psoriasis und Psyche

Psoriasis und Psyche gehören eng zusammen, denn psychische Faktoren spielen bei der Entstehung und im Verlauf einer Psoriasis eine wichtige Rolle. Anspannung, Stress, Ärger und seelische Konflikte sind beim Psoriatiker oft sichtbar – durch neue oder größere Schuppenflechtenherde. Viele Betroffene leiden zudem unter den Folgen ihrer Erkrankung wie sozialer Benachteiligung, Partnerschaftsproblemen oder beruflichen Schwierigkeiten.

Psoriasis und Psyche
Depressionen - bei Psoriasis-Patienten besonders häufig

Psoriasis und Psyche hängen eng zusammen. Obwohl die Schuppenflechte nicht ansteckend ist, reagieren viele Menschen mit Skepsis oder gar Ekel auf die charakteristischen Hautveränderungen, insbesondere an gut sichtbaren Hautstellen wie den Händen und am Kopf. Viele Patienten erleben diskriminierende Situationen im Beruf oder in öffentlichen Einrichtungen (zum Beispiel im Schwimmbad), aber auch ablehnende oder verletzende Bemerkungen unwissender Mitmenschen im Alltag. Das gilt auch für die  Psoriasis pustulosa palmoplantaris, eine Sonderform der Schuppenflechte.

Auch objektiv weniger schwer ausgeprägte Psoriasisverläufe werden von den betroffenen Patienten subjektiv als außerordentlich belastend und einschränkend erlebt. In Untersuchungen haben Psoriatiker ihre Lebensqualität ähnlich schlecht oder sogar schlechter eingeschätzt wie Menschen mit potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Krebs.

Häufiger Depressionen bei Psoriasis

Nachgewiesen wurde ein gehäuftes Auftreten psychischer Störungen bei Psoriasis-Patienten. Dazu zählen neben Angstattacken, vermehrten Schamgefühlen und vermindertem Selbstwertgefühl auch Depressionen beziehungsweise depressive Symptome. So fanden sich in einer Studie bei fast einem Drittel der teilnehmenden erwachsenen Psoriasis-Patienten Symptome einer Depression.

Das Auftreten einer Depression scheint beispielsweise weniger davon abzuhängen, wie schwer die Schuppenflechte verläuft, sondern vor allem davon, wie stark sich die Hautkrankheit auf die Lebensqualität auswirkt. In einer Untersuchung traten depressive Symptome besonders häufig bei Patienten auf, die nur geringe Hautbeschwerd

Nicht das Selbstbewusstsein verlieren!

Gerade in Phasen hoher Krankheitsaktivität, "im Schub" also, neigen viele Betroffene dazu, sich zurückzuziehen und ihre sozialen Kontakte einzuschränken, weil sie sich dann selbst "nicht mehr leiden" können und unsicher sind, ob andere sie so akzeptieren. Das führt oft zu sozialer Isolation und Verbitterung bis hin zu Depressionen.

Deshalb ist es wichtig, dass Patienten mit einer Psoriasis sich einen Arzt suchen, der nicht nur ihre Haut gut behandelt, sondern auch Zeit und Verständnis für ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen aufbringt. I

Experten raten zudem zu einem umfassenden ganzheitlichen Behandlungskonzept der Psoriasis, das neben der Therapie der Hautbeschwerden auch eine adäquate psychische Betreuung der Patienten umfasst. Betroffene, die Depressionen durch die Hautkrankheit spüren, sollten sich deshalb nicht davor scheuen, mit ihrem behandelnden Hautarzt über ihre Probleme und Gefühle zu sprechen. Er kann bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung eine Überweisung an einen Psychologen vornehmen. n Einzelfällen ist eine begleitende Psychotherapie als Einzel- oder Gruppenbehandlung bei der Behandlung von Psoriasis durchaus sinnvoll. Sie kann der Psyche helfen, indem der Patient sich selbst und seine Krankheit besser zu verstehen und selbstverständlicher damit zu leben lernt.

Austausch mit anderen Betroffenen suchen

Natürlich fällt es den meisten Betroffenen anfangs schwer, sich mit der Erkrankung abzufinden und sie als Teil des eigenen Lebens akzeptieren zu lernen. Gerade dann ist es oft entlastend und hilfreich, Kontakt zu anderen Patienten aufzunehmen, sei es in der Selbsthilfegruppe oder über Diskussionsforen im Internet.

Auf diesem Wege kann man viele wichtige Informationen, aber auch unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit austauschen. Ein solcher Austausch lässt viele auch sicherer und selbstbewusster gegenüber Nicht-Betroffenen werden. Erklärungen für die Mitmenschen, dass die Krankheit nicht ansteckend ist und nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, bringen weiter. Eine ruhige und sachliche Information kann helfen, anderen Menschen ihre Berührungsängste zu nehmen und deren Vorurteile abzubauen. So schlägt die Psoriasis auch nicht mehr so auf die eigene Psyche.

Entspannungstechniken sind oft hilfreich

Es ist bekannt, dass Stress oder seelische Belastungen einen Krankheitsschub auslösen oder bestehende Krankheitszeichen deutlich verschlechtern können. Da sich solche Situationen oft nicht vermeiden lassen, empfiehlt sich das Erlernen einer Entspannungstechnik, die dabei hilft, innerlich zur Ruhe zu kommen. Zu den gebräuchlichsten Entspannungsverfahren zählen das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung nach Jakobson oder Yoga. So kommt der Psoriasis Patient zur Ruhe, was positiv für seine Psyche ist.

Entspannungstechniken

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Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2009

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