Tüpfelnägel, Krümelnägel und Ölflecken

Nagelpsoriasis: Schuppenflechte an den Nägeln

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Bei jedem fünften Betroffenen mit Schuppenflechte bestehen Veränderungen im Bereich der Nägel, also eine Nagelpsoriasis. Welche Formen es gibt und welche Behandlung bei Ölflecken, Tüpfel- und Krümelnägeln hilft, erfahren Sie hier!

Nagelpsoriasis
© Getty Images/egadolfo

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Was hilft wirklich bei Nagelpsoriasis? Bei Nagelpsoriasis helfen topische Behandlungen mit speziellen Cremes, Salben oder Lacken, Lichttherapie sowie bei schwereren Fällen systemische Medikamente wie Biologika.

Wie sieht eine Nagelpsoriasis aus? Zu den Symptomen gehören Verfärbungen unter dem Nagel, eine Verdickung der Nagelplatte, Veränderungen der Form des Nagels, Ablösung des Nagels vom Nagelbett (Onycholyse) und kleine Vertiefungen oder Grübchen im Nagel (Tüpfelnägel).

Kann Nagelpsoriasis verschwinden? Ja, Nagelpsoriasis kann temporär verschwinden oder sich deutlich verbessern, insbesondere bei effektiver Behandlung. Rückfälle sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Ist Nagelpsoriasis schmerzhaft? Nagelpsoriasis kann schmerzhaft sein, besonders wenn sie zu einer Verdickung des Nagels, zu Onycholyse oder zu entzündlichen Veränderungen im Nagelbett führt.

Im Überblick:

Nagelkrankheiten erkennen: Was Längsrillen und Co. bedeuten

Was ist eine Nagelpsoriasis?

Schuppenflechte an den Nägel nennen Fachleute Nagelpsoriasis. Sie kann die Fingernägel und auch die Fußnägel betreffen. Typisch sind sogenannte Tüpfelnägel und Ölflecken. Ein besonders schwerer Befall kann zur Zerstörung des Nagels mit der Ausbildung sogenannter Krümelnägel führen.

Bei Menschen mit Schuppenflechte kommt es neben den typischen Hautveränderungen relativ häufig auch zu derartigen Nagelveränderungen.

Besonders oft findet sich die Krankheit im Zusammenhang mit einer Psoriasis-Arthritis – hier sind 70 bis 80 Prozent betroffen. Bei einer Psoriasis-Arthritis kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung der Gelenke.

Formen der Nagelpsoriasis

Je nachdem, in welchem Nagelbereich die Krankheit auftritt, wird zwischen einer

  • Nagelbettpsoriasis und
  • Nagelmatrixpsoriasis

unterschieden. Bei der Nagelmatrix handelt es sich um den sichtbaren Teil der Nägel, welcher mit der darunter befindlichen Haut (Nagelbett) verwachsen ist.

Nagelpsoriasis: Welche Symptome möglich sind

Die Ausprägung einer Nagelpsoriasis kann generell variieren. Im Anfangsstadium kommt es zu typischen Nagelveränderungen an den Finger- und/oder Fußnägeln.

Oftmals sind gleichzeitig mehrere Nägel beider Hände und Füße von der Psoriasis betroffen. Nicht selten ist auch die nähere Umgebung der Nägel von der Schuppenflechte betroffen.

Die Symptome können das Erscheinungsbild der Nägel stark beeinträchtigen. Neben Verformungen sprechen folgende Anzeichen für eine psoriatische Nagelerkrankung:

  • Nagelbettveränderungen: Bestehen entzündliche Veränderungen im Bereich des Nagelbettes, wird die Haut durch die Schuppenbildung unterhalb der Nagelplatte abgelöst und angehoben.

  • Verdickung: Die Nagelplatte kann sich verdicken und gelblich verfärben.

  • Ölflecken: Wenn der Bereich des Nagelbetts betroffen ist, kommt es zu braun-gelben Verfärbungen unter dem Nagel.

  • Ablösung der Nagelplatte: Sind die Hohlräume unter der Nagelplatte sehr ausgedehnt, kann der Nagel seinen Halt im Nagelbett verlieren und sich vollständig ablösen. Medizinisch spricht man von einer Onycholyse.

  • Tüpfelnägel: Es handelt sich dabei um kleine, trichterförmige Einsenkungen in der Nageloberfläche. Sie werden auch Grübchen genannt.

  • Krümelige Nägel: In schweren Fällen kann die Oberflächenstruktur des Nagels komplett verändert sein. Diese schwerste Form wird in der Fachsprache als Onychodystrophie bezeichnet. Umgangssprachlich ist von "Krümelnägeln" die Rede.

Zusätzlich kann die Erkrankung mit Schmerzen einhergehen, wenn es zu entzündlichen Veränderungen des Nagelbetts kommt oder sich die Nagelplatte ablöst.

Viele Patient*innen leiden zudem psychisch sehr unter dem Erscheinungsbild der Nägel und ziehen sich mitunter sozial zurück.

Behandlung der Nagelpsoriasis erfordert Geduld

Die Therapie der Nagelpsoriasis ist heute gut möglich, auch bei schweren Formen. Zum einen werden Medikamente zur Behandlung eingesetzt, die innerlich angewendet werden, zum anderen gibt es Mittel zum Auftragen, also für die äußerliche Therapie.

Die innerliche Behandlung kommt nur bei schweren Formen der Nagelpsoriasis zum Einsatz. Infrage kommen:

Für die äußerliche Therapie der Nägel gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Kortison: Tinktur, die auf das Nagelbett aufgetragen wird, auch in Kombination mit Salicylsäure oder Calcipotriol

  • Harnstoff (Urea): als Nagellack oder Salbe

  • Schwefel-/Schachtelhalm: als Nagellack

  • Calcipotriol (Vitamin-D3-Analoga): meist in Kombination mit Kortison

  • Tacrolimus (Protopic): Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Off-Label-Use, weil der Wirkstoff für die Behandlung bei Nagelpsoriasis nicht zugelassen ist.

Was Betroffene selbst tun können

Betroffene können die Beschwerden der psoriatischen Nagelerkrankung lindern, indem sie folgende Tipps beherzigen:

  • Auf eine sorgfältige Nagelpflege achten und Nägel kurz halten

  • Hände oder Füße täglich in warmem Salzwasser baden

  • Haut an der Nagelwurzel anschließend mit einer Lotion pflegen

  • Handschuhe beim Putzen, der Gartenarbeit oder Ähnlichem tragen, um die Nägel zu schonen

  • Nägel schützen und nicht damit kratzen oder Ähnliches

  • Nägel professionell pflegen und eventuell kosmetisch mit geeigneten Lacken verschönern lassen

Verlauf und Prognose einer Nagelpsoriasis

Je nach Schweregrad beziehungsweise Schädigung der Nagelstruktur kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis die Therapie anschlägt. Unter Umständen ist eine vollständige Behandlung der Nägel auch nicht möglich. Generell sind der Verlauf und auch die Prognose einer Nagelpsoriasis sehr individuell.

Ursachen einer Nagelpsoriasis

Wie genau es zu der Erkrankung der Finger- und Zehennägel kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine genetische Veranlagung in Kombination mit bestimmten Umwelteinflüssen. Risikofaktoren können sein:

  • Psychische Belastungen wie Stress
  • Infektionen
  • Sonnenbrand
  • Veränderungen im Hormonhaushalt (etwa durch Pubertät oder Wechseljahre)
  • Medikamente (zum Beispiel blutdrucksenkende Mittel oder Antidepressiva)
  • Alkoholkonsum und/oder Rauchen

So erfolgt die Diagnose einer Nagelpsoriasis

Nagelveränderungen und -verfärbungen sollte man zeitnah ärztlich untersuchen lassen. Betroffene können sich zunächst an eine hausärztliche Praxis wenden oder direkt eine*n Hautärztin*Hautarzt aufsuchen.

Fachleute erkennen Schuppenflechte an den Nägeln meist schon per Blickdiagnose. Um andere Erkrankungen auszuschließen, erfolgt eine ausführliche Anamnese, in welcher unter anderem die genauen Beschwerden besprochen werden.

Weitere klinische Untersuchungen sichern die Diagnose. So ist es wichtig, Nagelpsoriasis von Nagelpilz abzugrenzen. Dazu kann der*die Arzt*Ärztin eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen, welche im Labor geprüft wird.

Der Schweregrad der Nagelkrankheit lässt sich mithilfe von sogenannten Scoring-Systemen bestimmen. Die Therapie wird dann an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Um den Verlauf der Nagelpsoriasis festzuhalten, können zur Dokumentation Bilder gemacht werden.

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