Angst vor Ablehnung

Psoriasis und Sexualität

Psoriasis betrifft nicht nur die Haut, sondern auch andere Bereiche des Lebens, insbesondere auch die Partnerschaft und Sexualität. Beim Kennenlernen und im täglichen Zusammenleben, nicht zuletzt beim Thema Sexualität, ist sie immer dabei: die Psoriasis.

Psoriasis und Sexualität
Psoriasis kann die Partnerschaft belasten
(c) Stockbyte

Die Haut steht als Sinnesorgan im kommunikativen Austausch mit anderen Menschen und der Umwelt. Eine schöne Haut ist anziehend und attraktiv für den Betrachter. Anders die veränderte Haut von Patienten mit Psoriasis: Sie sieht phasenweise gerötet, rissig, entzündet und schuppend aus. Sie kann sich an exponierten Stellen wie Gesicht, Kopf, Ellbogen und Händen zeigen, aber auch an allen anderen Körperstellen, sogar im Intimbereich. Erkrankte fühlen sich durch die Veränderung Ihrer Haut gegenüber Hautgesunden weniger attraktiv, was u. U. auch die Sexualität beeinflussen kann.

Hautkranke befürchten Ablehnung

In einer Untersuchung mit über hundert Akne- und fast vierhundert Psoriasispatienten konnte gezeigt werden, dass die Hautkranken in Themenbereichen wie z. B. "persönliche Beziehungen", "Café-Tischkontakt" und "Ästhetik" eine Ablehnung durch Hautgesunde befürchten. Die befürchtete Ablehnung in diesen Themenkategorien konnte auch tatsächlich durch die Hautgesunden bestätigt werden. Lediglich beim Thema "erotisch-sexuelle Ablehnung" wurden die Befürchtungen der Hautkranken nicht bestätigt.

Psoriasis im Beziehungsalltag und in der Sexualität

Die Psoriasis betrifft nicht nur die Erkrankten, sondern auch die jeweiligen Partner. Problematisch ist die Psoriasis manchmal im Beziehungsalltag, aber auch bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung und der Sexualität. Vermeidet der Psoriatiker Aktivitäten, bei denen er seine Haut zeigen muss (Sport, Sauna, Freibad), kann das Konflikte in der Partnerschaft erzeugen. Es erfordert ein hohes Maß an Offenheit im Gespräch, um Schamgefühle und Wünsche auf Seiten des Psoriatikers, aber auch Wünsche und negative Gefühle auf Seiten des Partners zu besprechen. Auch die Sexualität kann durch die Hauterkrankung negativ beeinflusst sein.

"Seit drei Monaten habe ich Hautprobleme wegen Psoriasis. Die Flecken werden im größer und hässlicher. Ich mag mich kaum selbst mehr sehen. Das Schlimmste ist aber, dass mein Freund mich nicht mehr richtig berühren mag." Das schreibt eine Besucherin in unserem Forum. Einer Studie vom Institut für Sexualwissenschaften der Charité Berlin zufolge ist diese Form der Ablehnung durch den Partner aber zum Glück nicht die Regel.

Eine Sexualstudie, die 2003 an der Charité mit über tausend Psoriatikern und knapp achthundert Partnern durchgeführt wurde, kommt zu interessanten Ergebnissen:

Die Partner stört die Psoriasis – anders als die Betroffenen – in der Sexualität gering bis gar nicht (über neunzig Prozent)

Im Vergleich zu Hautgesunden haben Patienten mit Psoriasis häufiger kein Verlangen nach Sexualität – etwa jede vierte Frau und jeder fünfte Mann gaben eine sexuelle Aversion an

Etwa fünfundvierzig Prozent aller Befragten wünscht sich eine bessere Beratung, achtzig Prozent dieser Gruppe hatte bis dahin noch keinerlei Information zum Bereich Partnerschaft und Sexualität erhalten.

Probleme mit dem Arzt besprechen

Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten kann ein kompetenter Partner für Psoriasispatienten bezüglich Fragen zur Hautkrankheit und ihren Folgen für die Sexualität sein. Der Arzt kann somit eine große Hilfe bei Schuppenflechte und dem Umgang mit der Erkrankung bieten. Betroffene sollten sich deshalb nicht davor scheuen, ihrem Arzt Vertrauen zu schenken und ihn auf Sexualität anzusprechen. Oftmals lassen sich viele Probleme bereits durch ein klärendes Gespräch lösen oder erscheinen zumindest in einem anderen Licht. Kann der Arzt selbst nicht weiterhelfen, kennt er womöglich andere Anlaufstellen und Adressen, etwa von Sexualtherapeuten, die als Ansprechpartner infrage kommen.

In der Partnerschaft offen mit der Krankheit umgehen

Unausgesprochene Konflikte sind für eine Partnerschaft auf Dauer eine Belastung. Psoriasispatienten sollten deshalb auch gegenüber ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin einen offenen Umgang mit der Krankheit anstreben. Sprechen beide Seiten ihre Wünsche und Gefühle in Bezug auf ihr Sexuallebens an, kann das eine Hilfe bei Schuppenflechte sein. So können eventuelle Probleme auch gemeinsam gelöst werden, was sich wiederum positiv auf die Psyche der Betroffenen auswirkt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2009
Quellen: H. Bosse, P. Hünecke: Psychodynamik und Soziodynamik bei Hautkranken. Vandenhiek & Rupprecht, Göttingen, 1976 ; E. Rothermund, D. Schwarzer et al.: Sexualität und Partnerschaft bei Psoriasis. Sexuologie 11 (3/4) 2004: 98-106 ; V. Niemeier et al.: Hautkrankheit und Sexualität. Hautarzt 1997, 48: 629- 633

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