Gelegenheitsraucher und Krebs

Selbst Partyraucher schaden ihrer Gesundheit

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Gelegenheitsraucher sind keineswegs vor den Gefahren des Rauchens sicher.
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Sie rauchen "nur auf Partys" oder "am Wochenende": Viele Gelegenheitsraucher unterschätzen die schädliche Wirkung des Tabaks auf ihr Herz-Kreislauf-System, die Lunge und viele andere Organe.

Schon gelegentlicher Zigarettenkonsum schadet der Gesundheit. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hin. Zwar steigt das Krebsrisiko, vor allem für Lungen- und Bronchialkrebs, mit der Dauer des Rauchens und der Zahl der Zigaretten. Aber selbst gelegentliches Rauchen erhöht die Gefahr, einen Tumor zu bekommen. Nur wer den Zigaretten ganz abschwört, senkt sein Risiko, krank zu werden.

In Studien sei kein unterer Grenzwert gefunden worden, bei dem das Rauchen unschädlich wäre. Auch Gelegenheitsraucher leben also ungesund. Neben dem Lungenkrebsrisiko steigt die Gefahr anderer Krebsarten: Auch Blasen-, Speiseröhren-, Magen-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs hängen mit dem Zigarettenkonsum zusammen.

Gelegenheitsraucher schaden den Blutgefäßen und ihren Organen

Um die Auswirkungen der gelegentlichen Zigarette auf die Blutgefäße zu beurteilen, führten amerikanische Wissenschaftler 2008 eine Studie mit College-Studenten durch. Die Hälfte der Teilnehmer hatte nie geraucht, die anderen Studenten waren Gelegenheitsraucher mit einem Konsum von weniger als einer Schachtel pro Woche. Vor Beginn der Studie durften die Probanden mindestens zwei Tage lang nicht rauchen.

Die Wissenschaftler untersuchten die Reaktionsfähigkeit der Blutgefäße auf vermehrten Blutstrom mithilfe von Ultraschall. Dazu wurde mit einer Armbinde zunächst Blut gestaut. Gesunde Gefäße reagieren auf einen gesteigerten Blutfluss, wie er zum Beispiel nach Lösen einer Kompresse auftritt, mit Dehnung, um die erhöhte Blutmenge aufnehmen zu können.

Jede Zigarette lässt die Arterien verhärten

Die Ultraschalluntersuchungen ergaben, dass die Adern der Gelegenheitsraucher um 36 Prozent weniger reaktionsfähig waren als die Gefäße der Nichtraucher. Wurde der Test wiederholt, nachdem die gelegentlichen Tabakkonsumenten zwei Zigaretten geraucht hatten, verschlechterte sich die Elastizität ihrer Arterien nochmals um 24 Prozent gegenüber der Dehnfähigkeit der Gefäße ihrer nichtrauchenden Kommilitonen.

Rauchen: Eine harmlose Zigarettenmenge gibt es nicht

Die Forscher erbrachten mit ihren Ergebnissen den Nachweis, dass auch junge, gesunde Blutgefäße von Gelegenheitsrauchern verändert werden können. Sie resümierten, dass sogar sporadisches Rauchen ausreiche, das Herz-Kreislauf-System nachhaltig zu schädigen. Leider seien sich die wenigsten Gelegenheitsraucher bewusst, dass auch seltenes Rauchen nachhaltig ihren Blutgefäßen schade, so der Studienleiter. Er betonte, dass Party- und Wochenendraucher nicht annehmen dürften, dass vereinzelte Zigaretten ihr Gesundheitsrisiko senken.

Zum Selbsttest Rauchen - kann ich wirklich "jederzeit aufhören"?

Zehn Schritte zum Nichtraucher
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    (c) Ryan McVay

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Autor: Jana Horbank
Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2014
Durch: sw
Quellen: Nach Informationen von www.medwire-news.md sowie der dpa Deutschen Presse-Agentur

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