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Heiserkeit

Heiserkeit tritt nicht nur bei Infekten auf oder als Folge von zu lautem Sprechen, sondern kann auch Anzeichen einer ernsthaften Krankheit sein. Alles über Ursachen und Behandlung von Heiserkeit, sowie Hausmittel und Homöopathie

frau mit heiserkeit in der apotheke
Heiserkeit tritt häufig im Zuge von Infekten im Bereich der oberen Atemwege auf. Aber auch Berufe, in denen mal viel sprechen muss, tragen dazu bei.
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Wenn die Stimme krächzt und in der Tonlage verändert ist, spricht man von Heiserkeit. Das bedeutet, einer der Prozesse, die für die Stimmbildung verantwortlich sind, ist gestört. meistens tritt das bei Infekten im Bereich der oberen Atemwege auf. Sie legen sich auf Kehlkopf und Stimmbänder. Heiserkeit kann aber auch andere, weniger harmlose Ursachen haben.

Heiserkeit: Wenn die Stimme rau ist oder versagt

Die Stimmbildung findet hauptsächlich im Kehlkopf statt. Bei normaler Atmung sind die Stimmlippen, auch Stimmbänder genannt, entspannt, die Luft kann ungehindert durch die Stimmritze fließen. Beim Sprechen erfolgt ein Anspannen der Stimmbänder, wobei diese zusammentreten und die Stimmritze bis auf einen kleinen Spalt verschließen. Die Stimme wird mithilfe des Luftstroms bei der Ausatmung erzeugt, denn dabei werden die Stimmbänder in Schwingungen versetzt, so dass Töne entstehen.

Heiserkeit bis zum Stimmverlust

Heiserkeit tritt auf, wenn die Schwingungsfähigkeit der Stimmbänder behindert ist und die Stimmritze nicht mehr richtig schließen kann. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn die Schleimhäute von Kehlkopf und Stimmbändern im Zuge einer Virusinfektion entzündet und geschwollen sind. Die Folge einer solchen Veränderung ist eine heisere (Dysphonie) oder bisweilen sogar tonlose (Aphonie) Stimme. Die Stimme kann dann höher oder tiefer, klangärmer, leiser oder schriller sein als sonst oder auch rauchig oder kratzig klingen. In schweren Fällen, also bei Aphonie, ist sie gar nicht mehr zu vernehmen, der Betroffene kann nur noch flüstern.

Die Ursachen von Heiserkeit sind zumeist relativ harmlos, so dass die Stimmprobleme bei entsprechender Schonung der Stimme in der Regel nach ein bis zwei Wochen vorübergehen. Bei anhaltender Heiserkeit ist eine diagnostische Abklärung durch den Arzt erforderlich, um ernste Ursachen auszuschließen oder etwa eine bleibende Schädigung der Stimmbänder zu verhindern.

Heiserkeit: Diese Ursachen stecken dahinter

Heiserkeit kann viele Ursachen haben. Zumeist handelt es sich um eine vorübergehende Erscheinung, die mit einer bzw. einem viralen oder bakteriellen Infekt der oberen Atemwege verbunden ist, der sich auf den Kehlkopf ausgeweitet hat. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer akuten Kehlkopfentzündung (akute Laryngitis). Die Heiserkeit verschwindet in der Regel mit Abklingen des Infekts nach etwa ein bis zwei Wochen wieder, vor allem wenn der Betroffene seine Stimme schont, viel trinkt und auf das Rauchen verzichtet. Auch psychische Faktoren wie Nervosität, Angst oder Unsicherheit (psychogene Ursachen) können mitunter auf die Stimme schlagen und zu einer vorübergehenden Heiserkeit führen.

Chronische Heiserkeit kann auch durch Sodbrennen kommen

Wenn Heiserkeit anhaltend besteht, kann eine chronische Kehlkopfentzündung (chronische Laryngitis) dahinterstehen, die z.B. durch dauerhafte schädigende Einflüsse wie Rauchen, trockene Raumluft oder falschen Stimmgebrauch ausgelöst wird. Auch eine z.B. berufliche Überbeanspruchung der Stimme (oft bei Lehrern oder Sängern) kann zu Knötchenbildung an den Stimmbändern und zu einer fortschreitenden Heiserkeit führen. Ebenso können Stimmlippenpolypen oder -zysten Heiserkeit verursachen.

Weitere Ursachen für Heiserkeit können folgende sein:

Bei länger andauernder Heiserkeit bzw. Heiserkeit ohne erkennbare Ursache sowie stark ausgeprägter Heiserkeit sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden.

Heiserkeit: So läuft die Diagnose beim Arzt ab

Die Diagnose bzw. Abklärung der Ursache der Heiserkeit beginnt mit einem ausführlichen Patientengespräch. Dabei erkundigt sich der Arzt unter anderem nach

  • Dauer und Umständen der Heiserkeit,

  • möglichen beruflichen Risiken (viel Sprechen, Umgang mit reizenden Stoffen),

  • bestehenden weiteren Beschwerden (Husten, Schnupfen, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, saures Aufstoßen)

  • sowie Erkrankungen oder vorangegangenen Operationen oder auch Unfällen und Verletzungen, die den Hals bzw. Kehlkopf betrafen.

Der Abstrich zeigt, welche Erreger die Ursache der Heiserkeit sind

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet der Arzt in der Regel die Lymphknoten ab und betrachtet den Mund- und Rachenraum, um eine mögliche Entzündung zu erkennen. Bei vorliegender Infektion kann auch ein Abstrich zur Bestimmung des verantwortlichen Erregers sinnvoll sein.

Besteht die Heiserkeit erst kurz und vermutet der Arzt einen Infekt als Ursache, wird er in der Regel zunächst keine weiteren Untersuchungen vornehmen, sondern das Abklingen des Infekts abwarten, da dann in der Regel auch die Heiserkeit verschwindet.

So untersucht der Arzt den Kehlkopf

Bei unklarer Ursache der Heiserkeit und/oder längerem Bestehen, wird er den Kehlkopf näher inspizieren:

  • Durch eine äußere Untersuchung des Kehlkopfs (v.a. beim Schlucken) und das Abtasten (Palpation) von außen lassen sich erste Hinweise auf das Vorliegen krankhafter Veränderungen bekommen.

  • Häufig schließt sich eine Rachenspiegelung (Laryngoskopie) an, womit der Arzt Entzündungen im Kehlkopfbereich sowie Knötchen, Zysten und weitere Veränderungen sehen kann.

  • Die Beweglichkeit der Stimmbänder lässt sich mittels Stroboskopie beurteilen. Dies ist eine Methode, die durch regelmäßiges Aussenden von Lichtblitzen Bewegung bzw. Veränderungen der Stimmlippenposition sichtbar macht.

Je nach Ausgangsbefund und -verdacht können weitere Untersuchungsverfahren zur Anwendung kommen, darunter:

  • bildgebende Verfahrung wie Ultraschall (Sonografie) und Computertomografie (CT), mit denen sich bestimmte Veränderungen am Kehlkopf bzw. des Kopf-Hals-Bereichs darstellen lassen,

  • unter Umständen auch Blutuntersuchungen oder

  • eine Gewebeentnahme (Biopsie).

Heiserkeit: Hausmittel und weitere Therapien

Zur Therapie der Heiserkeit, die z.B. durch einen Infekt hervorgerufen wird, reichen zumeist allgemeine Maßnahmen aus, die der Betroffene möglichst befolgen sollte, um ein Verschleppen der Entzündung zu vermeiden:

  • Stimme schonen und wenig bis gar nicht sprechen
  • striktes Rauchverbot einhalten
  • kein Passivrauchen
  • viel trinken (z.B. Wasser und Tee)

Heiserkeit: Diese Mittel verschreibt der Arzt

Bei bakteriellen Infektionen des Kehlkopfs kann der Arzt ein Antibiotikum verordnen. In Abhängigkeit von der Ursache der Heiserkeit können darüber hinaus z.B. eine

inhalative Therapie mit Kortison,

die operative Gewebsentfernung (z.B. Abtragen von Stimmbandknötchen oder anderer Gewebsveränderungen) und andere operative Eingriffe und/ oder

sprecherzieherische Maßnahmen (Logopädie) erfolgen.

Heiserkeit bei Kindern ist immer ein Spezialfall

Bei Kinders spielen neben Infekten auch die sogenannten Schreiknötchen eine Rolle. Sie bilden sich auf den Stimmbändern, wenn, wie der Name bereits sagt, Kinder viel schreien. Ansprechpartner ist dann neben dem HNO-Arzt auch der Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie. Normalerweise bilden sich die Schreiknötchen wieder zurück, wenn das Kind lernt, die Stimme etwas zu schonen.

Heiserkeit: So hilft die Homöopathie

Handelt es sich um Heiserkeit, die von harmlosen Infekten oder durch vorübergehend zu viel Sprechen herrührt, setzen viele Betroffene auf sanfte, alternative Heilmethoden wie etwa Homöopathie. Hömöopathische Mittel bei Heiserkeit können umfassen:

  • Belladonna bei plötzlicher, schmerzhafte Heiserkeit im Rahmen eines fiebrigen Infekts
  • Carbo vegetabilis bei Heiserkeit und Schnupfen durch kaltes, feuchtes Wetter
  • Drosera bei Heiserkeit und krampfartigem Husten
  • Ferrum phosphoricum bei Heiserkeit durch Überanstrengung (sinnvoll für Sänger, Lehrer, Schauspieler)
  • Hepar sulfuris bei Heiserkeit mit teilweisem Stimmverlust und krampfartigem Husten mit Würgereiz.

Die besten Hausmittel gegen Heiserkeit

Als erste Hilfe und zur Selbstbehandlung von Heiserkeit gibt es eine Reihe von bewährten Hausmitteln. Das sind beispielsweise:

  • Lassen Sie einen Teelöffel Honig (etwa Manuka-Honig) im Mund zergehen und schlucken Sie den süßen Speichel langsam.

  • Trinken Sie warme Milch mit Honig. Achtung! Das Hausmittel schleimt stark. Wenn sie also zusätzlich unter Verschleimung und Husten leiden, sollten Sie besser auf die Milch verzichten und den Honig stattdessen in Tee gegen.

  • Auch Bratäpfel können bei Halsschmerzen und Heiserkeit helfen. Dazu sollte das alte Hausmittel ebenfalls mit etwas Honig übergossen im Backofen zubereitet und lauwarm gegessen werden.

  • Trinken Sie Tee und / oder gurgeln Sie, verwenden Sie dazu diese Heilkräuter: Thymian, Malve, oder Eibisch.

  • Lutschen Sie Hustenbonbons, etwa mit Salbei, Primel, Emser Salz oder Isländisch Moss.

  • Inhalieren Sie warmes Salzwasser (medizinisches Salz zum Gurgeln und für die Inhalation gibt es in der Apotheke).

  • Behandeln Sie die Heiserkeit von außen mit einem Halswickel, etwa Quark oder zerstampften Kartoffeln. Die Auflagen sollten etwas wärmer als Ihre Körpertemperatur sein. Geben Sie Quark oder Kartoffeln auf ein sauberes, dünnes Tuch und wickeln es um den Hals. Geben Sie ein weiteres darüber und lassen Sie das Ganze mindestens eine Stunde einwirken.

  • Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen, benutzen Sie dazu einen Luftbefeuchter oder wenigstens feuchte Handtücher, die Sie über die Heizung legen.

Autor: Claudia Urban für DVGE Verlag für Gesundheit und Ernährung
Letzte Aktualisierung: 28. Dezember 2015
Durch:
Quellen: Thurnher, D.; Grasl, M. Ch.; Erovic, B. M.; Lercher, P.: HNO-Heilkunde: Ein symptomorientiertes Lehrbuch. Springer Verlag. Wien (2011) Informationen der Medizinischen Universität Graz: Hals-, Nasen-, Ohren-Universitätsklinik, Klinische Abteilung für Phoniatrie: Stimmstörung & Heiserkeit. URL: http://www.meduni-graz.at/phoniatrie/806 (Stand: 14.09.2011) Patienteninformationen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW): Heiserkeit − wenn die Stimme versagt. (Stand: 16.10.2006). URL: http://www.aerztekammer-bw.de/15/02gesundheitstipps/g_m/heiserkeit.html (Stand: 14.09.2011)

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