
Genetik
Veranlagung zur Psoriasis ist erblich
In den letzten Jahren konnten erhebliche Fortschritte bei der Erforschung der genetischen Grundlagen erzielt werden. Demnach ist die Schuppenflechte keine Erbkrankheit im engeren Sinne, doch die Veranlagung dazu kann durchaus vererbt werden. Allerdings gibt es zur Vererbbarkeit der Psoriasis noch immer zahlreiche offene Fragen.
Bei der Psoriasis wird bereits seit längerem eine genetische Komponente diskutiert, nachdem bereits im Jahr 1801 erstmals eine familiäre Häufung beschrieben worden war. Auch Zwillingsstudien, in denen eineiige Zwillingsgeschwister von Psoriasis-Patienten häufiger erkrankten als zweieiige Zwillinge, sprechen für das Vorliegen erblicher Faktoren. Ist ein Partner bei älteren eineiigen Zwillingspaaren betroffen, kann nicht mit 100%iger Sicherheit vorhergesagt werden, dass auch der andere erkranken wird. Daher müssen weitere, von der genetischen Anlage unabhängige Faktoren eine Rolle in der Krankheitsentstehung spielen.
Bisher konnte kein einheitliches Vererbungsmuster gefunden werden. Man hat noch kein spezifisches Gen oder Genmuster für die Psoriasis gefunden. Vererbt wird außerdem nicht die Erkrankung selbst, sondern die Bereitschaft des Organismus, bei Hinzukommen anderer körperlicher oder umweltbedingter Faktoren mit der Ausbildung einer Schuppenflechte zu reagieren. Mit anderen Worten: Bei der Psoriasis handelt es sich um eine multifaktorielle Erkrankung, bei der die genetische Veranlagung wahrscheinlich auf mehreren Genen liegt und nur ein Risikofaktor von mehreren ist.
Deshalb ist bisher auch keine exakte Vorhersage darüber möglich, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Erkrankung im Einzelfall auftreten wird. Allgemein ist jedoch bei einem erkrankten Elternteil von einem Erkrankungsrisiko des Kindes von etwa 15% auszugehen. Bei zwei erkrankten Elternteilen erhöht es sich auf etwa 75%. Zudem scheinen Kinder von erkrankten Vätern häufiger betroffen zu sein als Kinder von erkrankten Müttern.






