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Auslösende Faktoren

Krankheitsentstehung

Die Psoriasis ist eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, für deren Entstehung eine genetische Veranlagung in Kombination mit dem Immunsystem und bestimmten Auslösern maßgeblich sind. Die Veranlagung, an einer Psoriasis zu erkranken, ist erblich. Verschiedene äußere und innere Faktoren können im Zusammenspiel mit dieser Veranlagung einem Krankheitsausbruch Vorschub leisten. Hierzu zählen Druck und Hitze genauso wie chemische Substanzen. Als innere Auslöser kommen Infektionskrankheiten und bestimmte Medikamente in Betracht.

Nicht selten erkranken auch Kinder von Patienten mit Psoriasis an einer Schuppenflechte. Die Psoriasis ist allerdings keine Erbkrankheit, sondern eine so genannte Dispositionskrankheit:Vererbt wird nicht die Erkrankung selbst, sondern lediglich die Veranlagung (Disposition) dafür.Für die erbliche Disposition sind vermutlich verschiedene Gene verantwortlich, die zusammenwirken. Obwohl man bereits einige Anlagen auf verschiedenen Chromosomen als Beteiligte identifizieren konnte, sind die genauen Gensequenzen noch unbekannt. Neben krankmachenden Genen scheint es auch schützende Gene zu geben.

Im Allgemeinen treten sichtbare Hautveränderungen erst dann auf, wenn zu dieser erblichen Disposition bestimmte auslösende Faktoren, so genannte Provokationsfaktoren, hinzukommen. Krankheitsauslösende Faktoren können von außen auf die Hautoberfläche einwirken oder aus dem Inneren des Körpers stammen. Nicht immer lässt sich ein solcher Auslöser zweifelsfrei identifizieren. Das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen wird auch Manifestation der Schuppenflechte genannt.

Äußere Einflüsse, die eine Erkrankung auslösen können

Typische von außen wirkende (exogene) Provokationsfaktoren sind physikalische Einflüsse. Hierzu zählen Druck, Reibung, Schnitt- und Stichverletzungen sowie Hitzeeinwirkung. So können bei entsprechender Veranlagung Psoriasis-Herde an mechanisch belasteten Hautpartien, wie z.B. an Druckstellen der Haut unter scheuernden Kleidungsstücken und Schuhen, auftreten. Außerdem können sich etwa zwei Wochen nach einer Akupunktur, Operation oder Tätowierung, nach einer Verbrennung oder sonstigen Verletzung im Bereich der geschädigten Hautareale Krankheitsherde entwickeln.

Chemische Provokationsfaktoren sind Säuren, Laugen und weitere hautreizende Substanzen wie alkalische Seifen. Bei längerfristigem Gebrauch kann es zur Austrocknung und Reizung der Haut kommen, was wiederum die Entstehung von Krankheitsherden provozieren kann.

Eine dritte Gruppe exogener Provokationsfaktoren bilden diejenigen entzündlichen Hauterkrankungen, welche die Oberhaut (Epidermis) in Mitleidenschaft ziehen. Hierzu zählen unter anderem Pilzerkrankungen, bakterielle Infektionen der Oberhaut sowie kontaktallergische Ekzeme, wie sie bei Allergien zum Beispiel gegenüber Nickel, Duftstoffen oder anderen Inhaltsstoffen von Kosmetika auftreten können.

Innere Provokationsfaktoren für die Psoriasis

Man nimmt an, dass Infektionen durch bestimmte Bakterien, die Streptokokken, ursächlich am Krankheitsprozess beteiligt sind. So zählen Infektionskrankheiten wie die akute Bronchitis oder Tonsillitis (Mandelentzündung) zu den endogenen, also aus dem Körperinneren heraus wirkenden Provokationsfaktoren. Sie können bei Menschen mit entsprechender Veranlagung (Disposition) unter Umständen zum erstmaligen Auftreten der Hautveränderungen, der Erstmanifestation der Psoriasis führen. Entsprechend können chronische Infektionen wie eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen, Zahnwurzeln oder Harnwege die Abheilung bereits bestehender Psoriasis-Herde verzögern.

Man nimmt an, dass es im Rahmen solcher Infektionen zu einer Verwechslung durch das Immunsystem kommt. Ähnlichkeiten zwischen bestimmten Streptokokken-Eiweißen und der Oberflächenstruktur von Oberhautzellen (Keratinozyten) führen dazu, dass das durch die Keime aktivierte Immunsystem irrtümlich die Hautzellen angreift und so den Krankheitsprozess auslöst. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer "superantigen-getriggerten Psoriasis".

Auch die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann bei der entsprechenden Veranlagung einen Ausbruch der Erkrankung nach sich ziehen. Hierzu zählen vor allem Beta-Blocker, die bei hohem Blutdruck oder Einengung der Herzkranzgefäße verordnet werden. Außerdem können Mittel zur medikamentösen Vorbeugung einer Malaria und das bei Depressionen verabreichte Lithium Krankheitsauslöser sein.

Auch stärkerer Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen sowie seelische Belastungen können den Hautzustand bei Psoriasis verschlechtern, wobei es in diesem Zusammenhang häufig schwierig ist, Wirkung und Ursache zu trennen.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 11, 2008


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