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Zöliakie

Zöliakie bei Psoriasis: Keine Seltenheit

Schuppenflechte-Patienten leiden überdurchschnittlich häufig an einer Glutenunverträglichkeit, Zöliakie genannt. Die meisten von ihnen haben keine Symptome und wissen deshalb nichts von der Zweiterkrankung.

Wiederholte Durchfälle mit Fettstühlen und starker Gewichtsverlust - das sind die klassischen Symptome der Zöliakie, auch einheimische Sprue genannt. Doch sie treten im Erwachsenenalter nur selten auf. Stattdessen äußert sich die Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten bzw. der Unterart Gliadin bei Erwachsenen oftmals in nur einzelnen unspezifischen Symptomen. Unklarer Eisenmangel, Knochen- und Gelenkschmerzen, Migräne oder eine Erhöhung der Leberwerte können beispielsweise durch Zöliakie ausgelöst sein. Viele der Betroffenen wissen deshalb nichts von ihrer Erkrankung, die sich nicht selten erst im höheren Lebensalter bemerkbar macht.

Bei Psoriasispatienten tritt die Zöliakie überdurchschnittlich häufig auf, wie Wissenschaftler jetzt durch eine neue Untersuchung bestätigten. Sie hatten Blutproben von 67 Psoriasispatienten mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen, bei denen keine Fälle von Psoriasis oder Zöliakie in der Familie aufgetreten waren. Dabei stellten sie bei den Psoriatikern vermehrt die für die Glutenunverträglichkeit typischen Antikörper fest. Die Konzentration einiger dieser Antikörper korrelierte mit der Schwere der Hautkrankheit: Je höher der PASI war, desto mehr Antikörper fanden sich im Blut.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einem besseren Verständnis der Entstehungsmechanismen von Psoriasis beitragen. Für die von Zöliakie Betroffenen hat die Diagnose weitreichende Konsequenzen. Da es derzeit keine spezielle Therapie für Zöliakie gibt, lässt sich die Krankheit nur durch eine glutenfreie Ernährung in den Griff bekommen. Das bedeutet für die meisten Betroffenen eine völlige Umstellung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten. Empfohlen wird die glutenfreie Diät selbst bei weitgehender Beschwerdefreiheit, da eine weitere Aufnahme von Gluten langfristige Folgen haben kann. So führt die Unverträglichkeit zu einer anhaltenden Entzündung der Schleimhaut im Dünndarm, wodurch sich die Dünndarmzotten zurückbilden und nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden können. Wird die glutenfreie Diät hingegen lebenslang eingehalten, können sich die Zotten regenerieren und ihre normale Funktion wieder aufnehmen.


Quelle: Damasiewicz-Bodzek, A., & Wielkoszynski, T.: Serologic markers of celiac disease in psoriatic patients. Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology 2008, 22(9):1055-1061
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jan 20, 2009


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