Wege zum Nichtraucher

Stufenplan: So geht's

Ein Stufenplan sieht eine schrittweise Reduktion der Nikotinzufuhr vor und wird oft auch als "Ausschleich-Methode" bezeichnet. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Nikotinspiegel im Körper stufenweise abzusenken.

  1. Die medikamentös unterstützte Entwöhnung mit einem Nikotinpflaster zeichnet sich insbesondere durch die schrittweise Reduktion der Nikotinmenge aus und entwöhnt den Körper "sanft" von der Sucht. Hierbei wendet der Patient unterschiedlich stark dosierte Pflaster in einem bestimmten Zeitraum an. Der Körper lernt nun, mit immer weniger Nikotin auszukommen. Die letzte Pflasterdosierung ist dann so gering, dass der Körper diesen Unterschied gar nicht mehr wahrnimmt und das Nikotinpflaster ohne Suchtanzeichen abgesetzt werden kann. Das Nikotinpflaster lindert aber lediglich die körperlichen Entzugssymptome, die sich als Verlangen nach einer Zigarette äußern. Wichtig ist aber, darüber hinaus auch sein Verhalten zu ändern. Dies kann mit einem Entwöhnungsplan unterstützt werden, mit dessen Hilfe man seinen persönlichen psychischen Suchtmechanismus kennen und besiegen lernt. Diese Kombination aus medikamentöser Therapie und verhaltensorientiertem Programm eignet sich gut für Personen, die mehr als 10 Zigaretten pro Tag rauchen.


  2. Eine andere Methode, die jedoch nur für sehr willensstarke Raucher geeignet ist, ist die Punkt-Schluss-Methode. Hier hört der Raucher entweder direkt vollständig mit dem Rauchen auf oder er reduziert schrittweise seinen täglichen Zigarettenkonsum. Beide Methoden werden ohne jegliche medikamentöse Hilfe durchgeführt. Bei der schrittweisen Entwöhnung sollte das Ziel sein, den Zigaretten-Zähler innerhalb der ersten drei bis fünf Wochen auf Null zu stellen. Man sollte hierbei versuchen, täglich den Zeitpunkt der ersten Zigarette soweit als möglich herauszuzögern. Um diese Methode durchzustehen, muss der Raucher sich selbst ständig disziplinieren und motivieren. Unterstützung für diese Art der Entwöhnung erhalten Sie z.B. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) . Das von der BzgA entwickelte Kursprogramm "Eine Chance für Raucher: Rauchfrei in 10 Schritten & qout; bietet hier eine geeignete Unterstützung. Es wird zum Beispiel von Krankenkassen, Volkshochschulen oder anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung angeboten. In vielen Fällen übernehmen sogar die Krankenkassen einen Teil der Kosten für das Programm.


Hier einige Tipps für das schrittweise Aufhören:

  • Rauchfreie Zonen in der Wohnung sind ein Muss und zwar möglichst dort, wo man sich länger aufhält.

  • In den ersten Tagen ist Beschäftigung angesagt, vor allem die der Hände, zum Beispiel mit Dingen zum "Herumspielen". Kalorienarme Kleinigkeiten wie Kaugummi, Pfefferminz oder Karotten griffbereit halten.

  • Ganz wichtig: Lebensgewohnheiten umstellen. Ein Theater- oder Kinobesuch lenkt ab und man lernt, auch ohne Zigarette Spaß zu haben. Schließlich spart man eine ganze Menge Geld durch das Nichtrauchen. Bei 25 bis 30 Zigaretten pro Tag sind das rund 200 Mark im Monat.

  • In der ersten Phase der Entwöhnung sollte sich jeder Ex-Raucher Selbstbelohnungen für jeden Tag schaffen, an dem er nicht geraucht hat.



Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 19, 2007


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