Virusinfektionen

Vogelgrippe (aviäre Influenza)

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Die Vogelgrippe geht nur selten von Geflügel auf den Menschen über.
Thinkstock

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine Virusinfektion, die durch bestimmte Influenza-A-Viren ausgelöst wird und weltweit verbreitet ist. Menschen können sich bei Puten, Hühnern und Enten anstecken, was glücklicherweise nur sehr selten vorkommt.

Die Vogelgrippe oder aviäre Influenza befällt, wie der (lateinische) Name schon sagt, vor allem Vögel. Manche Sars-Formen können aber dem Menschen gefährlich werden. Seit 2003 breitet sich vermehrt unter Geflügel und vereinzelt unter Menschen ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H5N1 aus. Dieses Virus kann von Vögeln auf andere Tiere und Menschen übergehen. Am ehesten können sich Personen bei Hühnern und Puten anstecken.

Der Erreger H5N1 infizierte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO seit 2003 weltweit mehr als 600 Menschen. 371 Patienten von ihnen starben. Bis Anfang 2012 registrierte die WHO in China 41 Erkrankungen und 27 Tote. Am häufigsten ist die Vogelgrippe aber in Südostasien verbreitet (Indonesien, Vietnam). In Europa sind bisher nur vereinzelt Menschen an Vogelgrippe erkrankt.

Geringes Infektionsrisiko für Menschen - noch

Das Infektionsrisiko ist gering, es besteht nach bisherigen Erkenntnissen nur bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren. In Europa betrifft das in erster Linie Geflügelhalter, Tierärzte und Menschen anderer Berufsgruppen, die häufigen und direkten Kontakt zu lebenden oder toten Hühnervögeln haben.

Dass sich Forscher dennoch mit ungebrochenem Interesse dem Virus widmen, hat einen einfachen Grund: Es mutiert sehr schnell. Aktuell werden Menschen relativ selten zu Opfern, da die Erreger in den oberen Atemwegen wie der Nase zu niedrige Temperaturen vorfinden, um sich zu vermehren. Fiele durch eine weitere Mutation diese natürlich Schranke weg, könnte eine Vogelgrippe-Epidemie oder -Pandemie die Folge sein.

H7N9 noch weitgehend unbekannt

Zuletzt starben bis April 2013 fünf Chinesen am Subtyp H7N9. Vor fast genau zehn Jahren hatte sich der bekanntere Sars-Erreger H5N1, der zu den Coronaviren zählt, von der südchinesischen Provinz Guangdong über Hongkong weltweit ausgebreitet. Auch die neuen Patienten klagten über grippeartige Symptome wie Fieber und Husten, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung mit Atemnot.

Chinesische Gesundheitsbehörden untersuchen derzeit das neue Virus H7N9. Wie und wo sich die Patienten den Erreger holten, ist noch unklar. Bei den Patienten war nach WHO-Angaben eine Variante des Vogelgrippe-Erregers H7N9 festgestellt worden, die Zeichen für eine Anpassung an Säugetiere enthalte. Das habe eine Genanalyse ergeben. So könne das Virus an die Zellen von Säugetieren andocken. Es wachse zudem etwa bei der normalen Körpertemperatur von Säugetieren. Von einer direkten Ansteckung von Mensch zu Mensch gehen die Behörden bislang aber nicht aus.

Infizierte Menschen in vielen Ländern

Die Gruppe der H7-Viren befällt normalerweise Vögel. Die WHO hatte jedoch zwischen 1996 und 2012 auch infizierte Menschen in den Niederlanden, Italien, Kanada, den USA, Mexiko und Großbritannien registriert. Bisher habe das Virus Bindehautentzündung und eine leichte Entzündung der Atemwege hervorgerufen. Lediglich ein Mensch in den Niederlanden sei zuvor an dem Erreger gestorben.

Mit H und N werden die Eiweiße der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, von denen es jeweils verschiedene Strukturen gibt.

Autor: Melanie Wilberg / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 08. April 2013
Durch: Sarah Wagner
Quellen: Online-Information der Ärtzekammer: Fragen und Antworten zur Vogelgrippe Online-Information des Friedrich-Loeffler-Institut: Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit: Informationen zur aviären Influenza Falldefinition Influenzavirus A/H5N1 (Vogelgrippe, aviäre Influenza), Robert Koch-Institut, Berlin RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Influenza. Robert Koch-Institut, Berlin Online-Information der World Health Organisation (WHO): Avian influenza dpa

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