Gefäßerkrankungen

Arteriosklerose

Arterienverkalkung

Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
Kalkeinlagerungen an den Gefäßwänden rauben den Arterien ihre Elastizität.
© panthermedia.net / Sebastian Kaulitzki

Arteriosklerose, manchem vielleicht besser unter der umgangssprachlichen Bezeichnung "Arterienverkalkung" bekannt, ist eine langsam fortschreitende Veränderung der Arterien durch Ablagerungen in den Gefäßwänden. Die Arteriosklerose ist Auslöser von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Der Begriff "Arteriosklerose" leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet soviel wie "Gefäßverhärtung". Tatsächlich verlieren die Blutgefäße durch die Arteriosklerose ihre Elastizität. Gesunde Arterien besitzen die Fähigkeit, wie ein Gummiband auf die mit jeder Pulswelle geförderte Blutmenge und ihren Blutdruck elastisch zu reagieren: Gefäßabschnitt für Gefäßabschnitt weitet sich, um sich danach wieder zusammenzuziehen. Auf diese Weise entsteht ein gleichmäßiger Blutstrom. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Windkesselfunktion.

Verlieren die Blutgefäße ihre Elastizität, geht dies zu Lasten der Windkesselfunktion, und die Durchblutung verschlechtert sich. Allerdings verhärtet die Arteriosklerose die Gefäße nicht nur, sie bewirkt auch Verengungen des Gefäßdurchmessers. Dadurch kann weniger Blut die Arterien durchfließen, und die Organe werden schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Plaques auch in den kleinsten Gefäßen

Auslöser der Gefäßverhärtungen und -verengungen sind Ablagerungen in den Innenseiten der Gefäßwände, die auch als Plaques bezeichnet werden. Kalk gehört zu ihren Bestandteilen, was der Arteriosklerose den Namen Verkalkung im Volksmund eingetragen hat. Hauptbestandteil der Plaques sind allerdings Fette. Die Arteriosklerose ist eine allgemeine Gefäßerkrankung, die Plaques treten also in der Regel nicht nur an einer Stelle, sondern in unterschiedlichen Bereichen des Arteriensystems auf.

Auch die kleinsten Blutgefäße, die sogenannten Kapillaren, können betroffen sein. Dann sprechen Mediziner von einer Mikroangiopathie. Sie tritt häufig in Folge einer langjährigen Diabeteserkrankung auf und kann beispielsweise zu Nierenschädigungen führen, wenn die Kapillaren der Niere betroffen sind. Sind vorwiegend die größerenen Blutgefäße bis hin zu den Hauptschlagadern geschädigt, liegt eine "Makroangiopathie" vor. Sie ist unter anderem Auslöser der Koronaren Herzkrankheit (KHK)und der Periphären Arteriellen Verschlusskrankheit (PAK), umgangssprachlich auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet.

Arteriosklerose bleibt lange unbemerkt

Eine Arteriosklerose entwickelt sich langsam und daher lange Zeit unbemerkt. Erst wenn der Blutfluss beispielsweise in den Herzkranzgefäßen durch Ablagerungen um etwa die Hälfte verringert ist, treten Beschwerden wie eine Angina Pectoris auf. Mit Fortschreiten der Arteriosklerose können die Plaques stellenweise derart anwachsen, dass dort nur noch geringe Mengen an Blut passieren können. Diese Engstellen werden als Stenosen bezeichnet.

Treffen Blutgerinsel, so genannte Thromben, die durch abgelöste Plaques entstehen können und durch die Blutbahnen wandern, auf eine solche Engstelle, kann es zum Gefäßverschluss kommen. Durch die verstopfte Engstelle gelangt kein Blut mehr, und die Versorgung des nachgelagerten Gewebes kommt völlig zum Erliegen. Das Gewebe stirbt ab.

Bei Verschluss eines Herzkranzgefäßes stirbt Herzgewebe ab, das durch das betroffene Gefäß nicht mehr versorgt wird - der Betroffene erleidet einen Herzinfarkt. Bei Verschluss einer Arterie, die das Gehirn versorgt, ist ein Schlaganfall beziehungsweise ein Hirninfarkt die Folge. Damit ist die Arteriosklerose Auslöser der Haupttodesursachen in den westlichen Industrienationen.

Arteriosklerose

Arteriosklerose in den Blutgefäßen, die das Herz versorgen, ist die Hauptursache für die Entstehung einer Angina Pectoris. Aber wie genau kommt es zu den gefährlichen Gefäßveränderungen? Beschädigungen an den Wänden der Blutgefäße könnten der Ausgangspunkt sein.

Nucleus Medical Media

Autor: Ruth Sharp / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 09. Oktober 2013

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