Gefäßkrankheiten

PAVK: Symptome, Stadien und Therapie der Schaufensterkrankheit

Wenn Menschen häufig vor einem Schaufenster stehen bleiben, könnte die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) dahinter stecken. Ablagerungen – die Plaques – verengen die Gefäße, drosseln den Blutstrom und verursachen Schmerzen, die die Patienten zum Stehenbleiben zwingen. Im fortgeschrittenen Stadium der PAVK können sie nur noch wenige Meter schmerzfrei zurücklegen. Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Gefäßkrankheit, weshalb sie im Volksmund auch Raucherbein genannt wird. Ein Rauchstopp, Gehtraining und Medikamente helfen den Patienten wieder auf die Beine.

Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
Bei einer fortgeschrittenen PAVK ist es nicht immer die Auslage, die Betroffene vor Schaufenstern anhalten lässt, sondern der Schmerz beim Gehen.
PantherMedia / Sandra Weber

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz PAVK, ist im Volksmund besser bekannt unter dem bildhaften Namen „Raucherbein“ und „Schaufensterkrankheit“. Raucherbein heißt sie, weil Zigaretten ein wesentlicher Risikofaktor sind. Der Name Schaufensterkrankheit rührt daher, dass die Patienten wegen ihrer Schmerzen immer wieder stehen bleiben (müssen), weil die Schmerzen in Ruhe wieder nachlassen.

Bei dem Leiden handelt es sich um eine Erkrankung der Blutgefäße. Die Durchblutung ist massiv gestört, weil sich eines oder mehrere Gefäße verengen oder sogar ganz verschließen. Betroffen sind oft die großen Gefäße im Bein oder Becken. Aufgrund des Engpasses im Gefäß leiden Patienten unter erheblichen Schmerzen, während sie gehen. Viele schaffen es nicht mehr, beschwerdefrei längere Strecken zurückzulegen. Später schlagen die Schmerzen auch in Ruhe zu, zum Beispiel im Sitzen oder Liegen.

Achtung! Im Fall eines Gefäßverschlusses ist schnelles Handeln gefragt! Ärzte müssen das blockierte Gefäß so schnell wie möglich wieder öffnen.

Rauchen und Übergewicht als Risikofaktoren

Man unterscheidet zwei Formen der Krankheit: Bei der akuten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit macht eine Arterie plötzlich zu, zum Beispiel aufgrund eines Blutgerinnsels (Thrombose). Im Fall der chronischen Variante verengen sich die Gefäße dagegen schleichend aufgrund einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dabei bilden sich in den Gefäßen Ablagerungen, sogenannte Plaques.

Man schätzt, dass die PAVK weltweit rund 202 Millionen Menschen betrifft. Und die Zahlen steigen weiter, auch in Deutschland. Ein Grund ist, dass die Menschen immer älter werden und sich das Risiko der Schaufensterkrankheit mit den Lebensjahren erhöht. Frauen sind bei Diagnose älter und häufiger übergewichtig, Männer sind häufiger Raucher.

PAVK erkennen: Symptome und Stadien der Schaufensterkrankheit

Das wichtigste Anzeichen der Schaufensterkrankheit sind Schmerzen in den Beinen, die sich vor allem beim Laufen zeigen. In späteren Stadien verspüren Patienten oft auch in Ruhe Schmerzen, etwa wenn sie auf einem Stuhl sitzen oder im Bett liegen. Auch Hautschäden können sich entwickeln. Die schwerste Form ist der Gewebeuntergang (Beininfarkt) – es droht die Amputation des Beins.

Mediziner stufen die Krankheit in vier Stadien ein – je nach Symptomen:

Stadium I: keine Symptome

Patienten leiden unter Veränderungen der Arterienwand, die aber noch keine Symptome hervorrufen. Die meisten Patienten suchen in diesem Stadium keinen Arzt auf, weil sie keine Beschwerden haben. Vielmehr entdeckt der Arzt die Erkrankung meist im Rahmen einer Routineuntersuchung.

Stadium II: Schmerzen im Bein

Dieses Stadium entspricht der typischen Schaufensterkrankheit. Betroffene haben Schmerzen im Bein unter Belastung, etwa beim Laufen. Aktive Muskeln benötigen mehr Sauerstoff als ruhende. Sind die Gefäße verengt, sinkt die Durchblutung und es entsteht ein Sauerstoffmangel. Und dieser verursacht Schmerzen in der beanspruchten Muskulatur, die den Patienten zum Stehenbleiben zwingen. Nach kurzer Zeit lassen die Schmerzen wieder nach. Je nach Wegstrecke, die ein Patient noch ohne Schmerzen zurücklegen kann, unterscheiden Mediziner:

  • Stadium IIa mit einer schmerzfreien Wegstrecke über 200 Metern
  • Stadium IIb mit einer schmerzfreien Wegstrecke unter 200 Metern

Manchmal treten unter Belastung kurzzeitig Muskelschmerzen auf. Wenn der Betroffene langsam weitergeht, verschwinden diese (teilweise) wieder. Mediziner sprechen vom "Walk-through-Phänomen". Man „überläuft“ also die Schmerzen.

Stadium III: Schmerzen in Ruhe

Patienten in diesem Stadium haben Schmerzen in den Beinen auch in Ruhe, etwa im Sitzen oder Liegen. Die Muskulatur ist so schlecht durchblutet, dass sie selbst ohne Belastung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Die Betroffenen verspüren wenigstens vorübergehend Linderung, wenn sie das Bein herabhängen lassen. Das Hochlagern verstärkt den Schmerz dagegen. Einige Patienten schlafen aus diesem Grund lieber im Sessel als im Bett.

Stadium IV: Geschwüre der Haut

Jetzt haben Patienten nicht nur Schmerzen in Ruhe, sondern es bilden sich zusätzlich Geschwüre am betroffenen Bein. Die Haut ist wegen der mangelnden Durchblutung soweit geschädigt, dass die Wunde nicht mehr abheilt.

Diese Symptome der Schaufensterkrankheit können zusätzlich auftreten

  • Kältegefühl: Einige Patienten verspüren ein Kältegefühl im betroffenen Körperteil.

  • Schmerzort: Dieser gibt Aufschluss darüber, an welcher Stelle die Arterie verengt ist. Meist entstehen die Schmerzen unterhalb des Gefäßengpasses. So äußern sich verengte Beckenarterien in belastungsabhängigen Schmerzen der Gesäß- und/oder Oberschenkelmuskulatur. Verengte Oberschenkelarterien bewirken dagegen Schmerzen im Unterschenkel bei Belastung. Sind die Unterschenkelarterien verengt, erleben Patienten Schmerzen im Bereich der Füße.

PAVK: Ursache ist meist Arterienverkalkung

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit lässt sich in fast allen Fällen (rund 95 Prozent) auf Gefäßveränderungen zurückführen, die durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) bedingt sind. Die Ablagerung (Plaques) sorgen dafür, dass sich die Gefäße zunehmend verengen und der Blutfluss eingeschränkt ist. In fünf Prozent der Fälle ist die Krankheit die Folge von Gefäßentzündungen.

Wie entsteht Arteriosklerose?

Der genaue Mechanismus, der Arteriosklerose auslöst, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien dazu. Die gängige lautet, dass die Innenwand der Arterien Schaden nimmt. Mechanische Verletzungen, Bakteriengifte, Viren oder Immunreaktionen rufen Entzündungen hervor. Bestimmte Zellen wandern in die innerste Schicht der Arterien, während sich gleichzeitig Fette (Cholesterin), Bindegewebe und Kalk einlagern. Typisch für die Arteriosklerose sind Ablagerungen, die sogenannten Plaques. Nach und nach verdickt sich die Arterienwand, verhärtet und büßt ihre Elastizität ein. Die Prozesse verringern langsam den Durchmesser der Arterien und drosseln den Blutfluss immer weiter. Bis zu einem gewissen Grad kompensiert der Körper die Gefäßverengungen, indem er neue Blutgefäße sprießen lässt. Diese bilden „Umgehungsstraßen“ um die verengten Gefäße herum. Reichen diese Umgehungskreisläufe nicht mehr zur Blutversorgung aus, entsteht ein Sauerstoff- und Nährstoffmangel in dem betroffenen Gebiet.

Die neueste Theorie stammt von einem Herzchirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie besagt, dass die zerstörerischen Prozesse nicht an der Gefäßinnenwand, sondern an der Außenwand ablaufen. Die Versorgung der Arterienwand sei gestört, weil sich die winzigen Versorgungsblutgefäße aufgrund von Entzündungen verschließen, deren Verursacher Viren, Bakterien, Feinstaub und schädliche Fettpartikel sind. Dadurch sterben die Zellen der mittleren Gefäßschicht ab und das Immunsystem beseitigt sie. Im Rahmen dieser Reparaturprozesse entstehen Zellabfälle, die Plaques. Der tote Zellmüll verdickt die Arterienwand und verengt oder verschließt das Gefäß.

Hohes Alter, Rauchen und Bluthochdruck als Risikofaktoren

Die Arteriosklerose ist eigentlich ein natürlicher Alterungsprozess, den aber verschiedene Faktoren beschleunigen. Dazu zählen die Gene, verschiedene Umwelteinflüsse und der Lebensstil.

Risikofaktoren, die eine Arterienverkalkung begünstigen, sind unter anderem:

  • Alter
  • Rauchen: 80 bis 90 Prozent der Patienten mit Arteriosklerose sind Raucher
  • Zuckerkrankheit Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen: erhöhte Blutfettwerte
  • erhöhtes Homocystein
  • Bluthochdruck
  • Gicht
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • erbliche Veranlagung

Personen mit nur einem dieser Risikofaktoren haben ein etwa doppelt so hohes Risiko wie Gesunde, innerhalb von fünf Jahren die Schaufensterkrankheit zu bekommen. Bei zwei oder drei Risikofaktoren liegt das Risiko schon um das Drei- beziehungsweise Sechsfache höher.

Diagnose von PAVK: Wie Ärzte die Schaufensterkrankheit feststellen

Ärzte haben verschiedene Möglichkeiten, eine PAVK zu diagnostizieren. Am Anfang steht immer das Gespräch zwischen Arzt und Patient, bei dem er Auskunft über Krankengeschichte, Beschwerden und Lebensstil gibt. Wichtig ist es zum Beispiel, ob der Patient Raucher ist oder war, wie er sich ernährt oder wie häufig er sich bewegt. Auch ob die Schaufensterkrankheit in der Familie vorkommt, ist für den Arzt interessant.

Körperliche Untersuchung – der Check der Beine

Der Arzt untersucht die Gliedmaßen, fühlt den Puls der Arterien und wendet spezielle Funktionstests an. Er achtet besonders auf folgende Anzeichen, die auf einen drohenden Gefäßversschluss hindeuten:

  • blasse und kühle Gliedmaßen
  • Geschwüre der Haut
  • Schäden an Fuß- und Fingernägeln, übermäßige Verhornung

Die Arterienpulse lassen sich gut an der Leiste, Kniekehle, Hinterseite der Innenknöchel, am Fußrücken, der Ellenbeuge und am Handgelenk erfühlen. Der Arzt erhält Hinweise darauf, an welcher Stelle sich der Engpass oder der Verschluss befindet. So fehlt zum Beispiel im Fall eines Verschlusses der Beckenarterie der Leistenarterienpuls, im Fall eines Oberschenkelarterienverschlusses der Kniekehlenarterienpuls.

Lagerungsprobe nach Ratschow in der Diagnose

Als Funktionstest eignet sich die sogenannte Lagerungsprobe nach Ratschow. Der Patient liegt auf dem Rücken, richtet die Beine senkrecht auf und vollführt mit den Füßen 30 Kreisbewegungen. Normalerweise verblasst die Fußsohle bei diesen Übungen nicht oder nur wenig. Liegt die Schaufensterkrankheit vor, sieht der Arzt eine Blässe der betroffenen Gliedmaße.

Jetzt richtet der Patient sich auf und lässt das Bein locker hängen. Normalerweise rötet sich die Gliedmaße spätestens nach fünf bis zehn Sekunden und nach acht bis zwölf Sekunden füllt sich die Gliedmaßenvene wieder. Liegt ein Verschluss der Gliedmaßenarterien vor, setzt diese Hautrötung verzögert ein.

Weitere Methoden

Der Arzt befestigt eine Druckmanschette am Ober- oder Unterschenkel, den Füßen, dem Ober- oder Unterarm und bläst sie auf Werte auf, die über dem oberen Blutdruckwert (systolischer Blutdruck) liegen. Dann lässt er den Manschettendruck langsam stufenweise sinken und zeichnet dabei den Puls auf. Nach dieser Ruhemessung führt der Arzt eine Messung unter Belastung durch. Die Form der Pulskurve eines Patienten mit PAVK unterscheidet sich deutlich von der eines gesunden Menschen.

  • zum Lexikon

    Im Lifeline-Lexikon sind Diagnosen von A wie Angiographie bis Z wie Zystoskopie ausführlich und auch für medizinische Laien verständlich beschrieben.

Bei der Dopplerdruckmessung misst der Arzt den Blutdruck in den Arterien der betroffenen Extremität mittels Blutdruckmanschette und einer Ultraschallstiftsonde. Die Dopplerkurvenanalyse zeichnet den Anstieg und Abfall des Blutdrucks in der Extremität bei jedem Pulsschlag auf (Blutflusskurve). Die Form dieser Kurve gibt Aufschluss über das Ausmaß einer Arterienverengung.

Die Schwarz/Weiß- oder Farbduplexsonographie ist ein Ultraschallverfahren, das die Arterie, Verengungen oder Verschlüsse darstellen kann. Auch können Ärzte die Strömungsgeschwindigkeit des Bluts messen.

Die Angiographie ist eine radiologische Untersuchung, mit der sich Gefäße mittels Röntgen, Computertomographie (CT-Angiographie) oder Magnetresonanztomographie (MR-Angiographie) gut darstellen lassen. Meist legen Radiologen zunächst einen Katheter an und injizieren über diesen ein Kontrastmittel. Die Angiographie mit dem Angiogramm zeigt, in welchem Zustand die Gefäße sind und ob eine Blutleitung verengt oder verschlossen ist.

PAVK-Therapie: So wird die Gefäßverengung behandelt

Die Behandlung besteht immer aus mehreren Bausteinen, die Ärzte oft miteinander kombinieren. Infrage kommen Bewegung in Form eines Geh- und Gefäßtrainings, Medikamente oder eine Operation, in der Chirurgen das verengte Gefäß aufdehnen und die Blockade beseitigen.

Geh- und Gefäßtraining gegen die Schaufensterkrankheit

Ein Geh- und Gefäßtraining ist die Therapie Nummer eins bei Patienten im Stadium II. Das Training soll folgende Effekte erzielen:

  • Das Ausschöpfen des Sauerstoffs in der Muskulatur verbessern.
  • Die Bildung von Umgehungsarterien anregen.
  • Die Anzahl der kleinen Gefäße im Gewebe erhöhen.
  • Die Ausdauer der Muskeln steigern.
  • Das Sauerstoffangebot im Gewebe erhöhen.

Das Trainingsprogramm sollten Patienten zwei- bis viermal wöchentlich für 60 Minuten absolvieren.

Eine Übungsstunde umfasst vier Trainingsphasen:

  • Aufwärmphase (zehn Minuten): Lockerungs-, Dehnungs- und Koordinationsübungen

  • Gehtraining (20 Minuten): belastungsorientiertes Intervallgehtraining. Mit zunehmender Ganggeschwindigkeit von 60 bis 150 Schritten pro Minute legen Patienten dreimal zwei Drittel jener Wegstecke zurück, die sie schmerzfrei gehen können. Dann legen sie eine Pause von zirka zwei Minuten ein. Ein Metronom – ein mechanischer oder elektronischer Taktgeber, wie ihn auch Musiker verwenden, gibt die Schrittfrequenz vor.

  • Fahrradergometer (20 Minuten): Mithilfe eines Metronoms trainiert der Patient auf dem Fahrradergometer, er legt immer wieder Pausen von zwei Minuten ein.

  • Entspannungsphase (zehn Minuten): Ballspiel, Lockerungsübung

  • Abschlussgespräch mit Trainer und Arzt

Wenn Betroffene das Geh- und Gefäßtraining konsequent über einige Jahre durchführen, verbessern sie ihre Bewegungsmöglichkeiten erheblich und erhöhen ihren Bewegungsradius deutlich. Sie können eine viel größere Wegstrecke ohne Schmerzen zurücklegen.

Medikamente halten das Blut flüssig

Auch Medikamente helfen Patienten mit der Schaufensterkrankheit. Ärzte setzen Arzneien ein, die ein Verklumpen der Blutplättchen verhindern (Thrombozytenaggregations-Hemmer). Andere Medikamente setzen direkt an den Gefäßen an (vasoaktive Medikamente): Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, kurbeln den Zellstoffwechsel an und/oder erweitern die Gefäße.

  • Thrombozytenaggregations-Hemmer: Zu dieser Substanzklasse gehören unter anderem die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel. Die Medikamente sorgen dafür, dass die Blutplättchen nicht verklumpen und beugen so der Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und einem Gefäßverschluss vor.

  • Vasoaktive Medikamente: Darunter fallen zum Beispiel die Wirkstoffe Pentoxifyllin, Naftidrofuryl, Buflomedil, Bencyclan und Prostaglandin. Sie helfen Patienten, längere schmerzfreie Wegstrecken zurücklegen zu können. Der Wirkstoff Alprostadil eignet sich für die Stadien III und IV. Die Beschwerden bilden sich teilweise zurück. Ärzte verabreichen es als Infusion.

  • Gerinnungshemmer setzen die Blutgerinnungsfähigkeit herab. Das bekannteste Medikament dieser Gruppe heißt Marcumar.

Gefäßaufdehnung: Ballon aufblasen und Engpass beseitigen

Das verengte Gefäß lässt sich auch mittels Ballondilatation aufdehnen. Das Verfahren arbeitet mit einem Katheter, an dem sich ein Ballon befindet. Diesen schiebt ein Gefäßspezialist in das Gefäß bis zur Engstelle vor. Den Ballon dehnt er anschließend mittels einer Kochsalzlösung auf und beseitigt so den Engpass im Gefäß. Danach kontrolliert der Arzt mithilfe eines Röntgenkontrastmittels und einer Röntgenaufnahme das Ergebnis. Manchmal ist der Katheter mit einem kleinen, rotierenden Messer (Atherektomiekatheter) ausgerüstet, mit dem Ärzte vor der eigentlichen Ballondilatation die Ablagerungen abtragen. Allerdings eignet sich die Methode nicht für alle Patienten mit Gefäßverengungen oder -verschlüssen. Eine mögliche Komplikation der Ballondilatation ist, dass die Gefäßwand einreißt.

Gefäßstütze (Stent) stabilisiert das Gefäß

Im Anschluss an die Ballondilatation bringen Ärzte manchmal eine Gefäßstütze (Stent) in das betroffene Gefäß ein, um es zu stabilisieren und einem erneuten Verschluss vorzubeugen. Stents sind feine Drahtgeflechte, die manchmal zusätzlich mit Medikamenten beschichtet sind. Die Wirkstoffe sollen einem Gefäßverschluss entgegenwirken. In den Beckenarterien scheinen Stents sinnvoll zu sein, während Gefäßstützen in der Oberschenkelarterie erstaunlicherweise das Risiko einer erneuten Gefäßeinengung erhöhen. Der Grund ist offenbar, dass die Oberschenkelarterienwand mehr Muskelfasern enthält, die der Druck des Stents zum Wachstum anregt. Die Folge: Das dünne Gitter wird zugedrückt. Deshalb bringen Chirurgen auch keine Stents in die Arterien der Kniekehlen oder Unterschenkel ein.

Nach der Ballonaufdehnung oder dem Einsatz eines Stents gilt: Patienten müssen längere Zeit Acetylsalicylsäure einnehmen, um erneute Verschlüsse zu verhindern.

Das sollten Patienten beachten

  • Verzichten Sie auf lokale Wärmeanwendungen oder Salben mit wärmender Wirkung. Wärme steigert die Durchblutung der Haut, aber nicht der Muskulatur. So verschlimmert sich die Unterversorgung des Muskelgewebes mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen.

  • Auch Kälte wirkt kontraproduktiv: Die Blutgefäße an der Körperoberfläche kontrahieren sich und die Durchblutung sinkt.

  • Achten Sie auf Schuhe, die gut sitzen! Zu enges Schuhwerk verursacht Druckstellen an den Füßen, aus denen Geschwüre entstehen können.

  • Gehen Sie regelmäßig zur Fußpflege. Fachleute für Füße erkennen kleine Verletzungen besser, die bei Betroffenen schlecht abheilen.

  • Fußpilz sollten Sie immer behandeln lassen, denn auf dem Boden der Pilzerkrankung können Geschwüre entstehen.

Nehmen Sie keine Medikamente ein, die Ergotamine (Mutterkorn) enthalten, zum Beispiel gegen Migräne. Die kleinen Gefäße verengen sich und verschlimmern die Beschwerden.

So kann man der Schaufensterkrankheit vorbeugen

Einer PAVK vorbeugen bedeutet die Risikofaktoren für Arterienverkalkung zu vermindern. Die Arteriosklerose gilt als Hauptursache der Schaufensterkrankheit. Folgende Tipps helfen!

  • Rauchstopp: Versuchen Sie, das Rauchen aufzugeben. Dabei helfen verhaltenstherapeutische Maßnahmen und Nikotinersatzprodukte.

    • zum Lexikon

      Was wird beim Bluttest untersucht und was bedeuten die Abkürzungen und die Werte genau? Das Lifeline-Lexikon über Labor- und Blutwerte gibt Auskunft über die wichtigsten Parameter

    Erhöhte Blutfette: Lassen Sie Fettstoffwechselstörungen ausreichend (mit Medikamenten) behandeln. Oft sind Blutfette wie Cholesterin oder Triglyceride erhöht.

  • Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck setzt den Gefäßen zu. Lassen Sie bestehenden Bluthochdruck behandeln. Hilfreich sind Medikamente, aber auch Sport und eine gesunde (salzarme) Ernährung.

  • Erhöhte Blutzuckerwerte: Diabetiker sollten darauf achten, dass ihr Blutzucker gut eingestellt ist. Sind die Blutzuckerwerte längerfristig erhöht, nehmen die Gefäße Schaden – sie „verzuckern“.

  • Übergewicht: Falls Sie zu viele Kilos auf die Waage bringen, versuchen Sie, abzunehmen. Ein gesundes Gewicht hilft auch den Gefäßen.

  • Bewegung: Seien Sie körperlich aktiv und sitzen Sie nicht den ganzen Tag. Bewegung trainiert auch die Gefäße.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, senken Sie auch Ihr Risiko für die Schaufensterkrankheit.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017
Durch:
Quellen: S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, gültig bis 2020; Deutsche Gefäßliga e.V., http://www.deutsche-gefaessliga.de/index.php/gefaesserkrankungen/arteriosklerose; Medizinische Hochschule Hannover, https://www.mh-hannover.de/46.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4968&cHash=b078af07898e83d5b56dc13bd7402c90, 17.1.2017

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