Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht

Geschwollene Beine – Tipps gegen Wasser in den Beinen

Sind die Beine geschwollen, kann dies ziemlich unangenehm sein und Schmerzen verursachen. Häufig treten die Beschwerden verstärkt nach einem langen Tag im Sitzen auf.

schwangere mit schweren beinen
Sind die Füße dick angeschwollen und schmerzen, ist meist Wasser in den Beinen der Grund. Besonders häufig leiden Menschen im Sommer sowie in der Schwangerschaft darunter.
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Die Knöchel sind angeschwollen, die Waden spannen: Die meisten Menschen haben sich bereits mit geschwollenen Beinen und Füßen herumgeschlagen. Die sogenannten Ödeme, umgangssprachlich auch als Wasser in den Beinen bezeichnet, beurteilen Betroffene häufig als harmlos. Und tatsächlich sind sie häufig Folge von Bewegungsarmut.

Doch nicht immer verschwinden die geschwollenen Beine oder Füße bald wieder. Denn auch gravierende Erkrankungen der Niere oder des Herzens können sich in Wasser in den Beinen und geschwollenen Beinen bemerkbar machen. Lang anhaltende Ödeme sollten daher unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Tipps gegen geschwollene Beine

Lifeline/Wochit

Wie Beinödeme und geschwollene Füße entstehen

Ödeme bilden sich zumeist, wenn die Kapillaren Wasser in das Gewebe durchsickern lassen. Erhöhter Druck in den Kapillaren verhindert, dass das Wasser zurück in den Blutstrom gelangt. Weil nun zu wenig Wasser im Blut ist, halten die Nieren weiteres Wasser zurück, um den Wassermangel auszugleichen. Dadurch kann mehr Flüssigkeit durch die Kapillaren sickern, und die Nieren werden zu einem vermehrten Wasserrückhalt angeregt. Als Folge dessen bilden sich kleine bis große Schwellungen in der betroffenen Region, wie geschwollene Beine.

Wasser in den Beinen: die Ursachen

Viele Faktoren können die Entstehung von Ödemen begünstigen. So kann sich infolge von Bewegungsarmut ein Blutstau in den Beinen entwickeln, der mit einem erhöhten Druck der Kapillaren und geschwollenen Beinen einhergeht. Auch heißes Wetter, Hormonschwankungen und eine stark salzhaltige Kost können den Übertritt von Flüssigkeit aus dem Blut in die Gewebe begünstigen. Ödeme können jedoch auch als Nebenwirkung zahlreicher Medikamente auftreten. Liegt der Schwellung keine dieser Ursachen zugrunde, verschwindet sie häufig bereits nach wenigen Tagen wieder.

Geschwollene Beine und/oder Füße: Wann ein Arzt konsultiert werden muss

In den meisten Fällen sind Ödeme völlig unbedenklich. Meistens verschwinden sie innerhalb von 24 Stunden wieder. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden geschwollenen Beinen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dringend erforderlich ist der Besuch beim Arzt, wenn die Beine plötzlich anschwellen und die Schwellungen von einem Hitzegefühl der Beine oder Schmerzen begleitet werden. Wenn zu geschwollenen Beinen zusätzliche Symptome wie Fieber, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen auftreten, ist besondere Eile geboten.

Auch wenn eine ernsthafte Ursache ausgeschlossen wurde, sollten Ödeme und geschwollene Beine nicht unbeobachtet bleiben. Eine lang anhaltende Schwellung kann schmerzhaft werden und Juckreiz und Hautausschlag mit sich bringen. Außerdem erhöht sie das Risiko für Infektionen und Druckgeschwüre. Ein besonderes Risiko für diese Komplikationen ist bei einer diagnostizierten Zuckerkrankheit und Krebs gegeben.

Was Sie selbst gegen Wasser in den Beinen tun können

  • Wenn die Beine geschwollen und schwer sind sowie spannen, hilft Wassertreten in kaltem Wasser und Fußbäder, die abwechselnd warm und kalt sind. Da das Bein immer wieder schnell aus dem Wasser gezogen wird, hält der Kältereiz nur kurz an, mit dem Effekt, dass sich die Arterien weiten. Das wirkt einer Verhärtung der Gefäßwände (Arteriosklerose) entgegen. Es gibt Studien, die zeigen, dass die Ablagerungen in den Gefäßen sogar rückgängig gemacht werden können.

  • Ödeme lassen sich auch mit kalten Beinwickeln behandeln: Der Kältereiz bewirkt, dass die überflüssige Gewebeflüssigkeit wieder in den Kreislauf gelangt und Richtung Nieren transportiert wird. Dem Wasser kann zusätzlich Obstessig, Franzbranntwein oder Retterspitz zugefügt werden. Kälteanwendungen sind allerdings nicht für jeden Gefäßkranken geeignet, weshalb der Patient vorher unbedingt mit seinem Arzt sprechen sollte.

  • Das Hochlagern der Beine entlastet die Venen und fördert den Abfluss der Wasseransammlungen (Beinödeme) aus den Extremitäten.

  • Bei der Lymphdrainage, die oft auch die Krankenkasse bezahlt, wird durch eine Streichmassage entlang der Lymphbahnen der Blutfluss aus den Beinen Richtung Herz geleitet. Ähnliches lässt sich auch durch eine einfache Bewegungsübung erreichen: Auf den Rücken legen, Beine hoch strecken und mit den Füßen in der Luft kreisen.

  • Bei salzarmer Kost hält der Körper weniger Wasser zurück und der Wasseraustausch wird begünstigt.

  • Sportarten wie Joggen, Walken, Radfahren und gezieltes Muskeltraining unterstützen den Blutfluss zum Herzen und fördern den Abtransport von Schadstoffen aus den Geweben.

  • Kompressionsstrümpfe für geschwollene  Beine sorgen für einen hohen Druck auf die Beine und verhindern dadurch Wasseransammlungen in den entsprechenden Regionen.

  • Diuretische Mittel können vom Arzt verschrieben werden, um die Entwässerung durch die Nieren zu steigern und somit geschwollenen Beinen Erleichterung zu verschaffen.

  • Herzstärkend – und somit auch gegen Wasser in den Beinen – wirken Maiglöckchen, Weißdorn und Oleanderblätter. Es empfiehlt sich allerdings nicht, diese pflanzlichen Mittel selbst zu ernten und zu trocknen. Wenn man sich vertut, kann das gern auch einmal giftig aufgehen. Sicher gehen Patienten, wenn sie die Wirkstoffe in Form von fertigen Arzneimitteln wie Dragees kaufen.

Wasser in den Beinen: Zehn Tipps gegen geschwollene Füße

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. November 2016
Durch: sw
Quellen: Nach Informationen der Mayo Clinic

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