Gesunde Nahrungsergänzung

Schwarzkümmelöl: Wie wirkt es und wie nimmt man es ein?

Im alten Ägypten auch als "Gold der Pharaonen" bezeichnet, wird Schwarzkümmel bereits seit vielen Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. So soll Schwarzkümmelöl unter anderem bei Bluthochdruck, Allergien wie Heuschnupfen und Hautproblemen helfen. Weitere gesunde Wirkungen von Schwarzkümmelöl erfahren Sie hier.

Schwarzkümmelöl und -samen können gut für die Gesundheit sein.
© Getty Images/Rouzes

Auch wenn es der Name vermuten lässt: Schwarzkümmel (Nigella sativa) hat mit dem bekannten echten Kümmel (Carum carvi) und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) nichts gemein. Während Schwarzkümmel zu den Hahnenfußgewächsen gehört, sind die anderen beiden Sorten Teil der Doldenblütler.

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Was ist Schwarzkümmelöl?

Die Schwarzkümmelpflanze stammt ursprünglich aus Südwestasien. Sie ist aber auch im Mittelmeerraum, in Nordafrika und Vorderasien heimisch. Natives Schwarzkümmelöl wird im Orient zur Stärkung der Gesundheit eingesetzt. Bereits in der Bibel wurde Schwarzkümmel erwähnt: Auch als "Ketzah" bekannt, war es Brauch, die Samen auf Fladen zu geben. Sie sollten unter anderem bei der Verdauung und gegen Atemprobleme helfen.

Das natürliche Heilmittel ist mittlerweile auch in Deutschland immer beliebter und wird als natürliches Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Das Öl ist zum Beispiel in Reformhäusern oder online erhältlich.

Zur Herstellung des Schwarzkümmelöls werden Schwarzkümmelsamen der Pflanze Nigella sativa kaltgepresst. Das ist wichtig, da einige Inhaltsstoffe empfindlich gegenüber Wärme sind. Die rund fünf Zentimeter großen Samen riechen ähnlich wie Anis, Pfeffer, Muskat und Oregano. Der Geschmack der Samen ist pfeffrig-würzig und erinnert an Pfeffer, ist allerdings etwas bitterer.

Schwarzkümmelöl: Inhaltsstoffe

2,5 Prozent der Schwarzkümmelsamen bestehen aus ätherischen Ölen, darunter Cymen und Thymochinon. Im Schwarzkümmelöl sind außerdem mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. So enthält kaltgepresstes Schwarzkümmelöl beispielsweise 55 Prozent Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und 24 Prozent Ölsäure (Omega-9-Fettsäure). Ungesättigte Fettsäuren sind vor allem zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig.

Weitere Inhaltsstoffe von Schwarzkümmelöl sind:

Die Kombination aus Spurenelementen, Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren verleiht dem Schwarzkümmelöl seine positive Wirkung auf die Gesundheit.

Wirkung: Wie gesund ist Schwarzkümmelöl?

Schwarzkümmelöl ist in vielen Kulturen fester Bestandteil einer gesunden Ernährung. Ihm werden verschiedene gesunde Wirkungen zugeschrieben:

  • entzündungshemmend
  • antibakterielle und antivirale Eigenschaften
  • antioxidativ
  • stärkt das Immunsystems
  • senkt den Blutdruck
  • zeigt krebshemmende Effekte

Daneben gibt es Studien, die die Senkung von Histamin, das bei Allergien eine wichtige Rolle spielt, durch Schwarzkümmelöl zeigen.

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Für was ist Schwarzkümmelöl gut?

Durch die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Schwarzkümmelöls, wird auch seine Wirkung in der Therapie von bestimmten Krankheiten geprüft. Verschiedene Studien konnten die Wirkung des Öls bei verschiedenen Erkrankungen bereits zeigen.

Schwarzkümmelöl bei Allergie wie Heuschnupfen

Schwarzkümmelöl kann Schnupfen aufgrund einer Allergie, wie es zum Beispiel bei Heuschnupfen oder einer Hausstauballergie der Fall ist, lindern. Die antihistaminische Wirkung des Öls kann so Symptome wie eine juckende, laufende und verstopfte Nase verbessern. Das Öl richtet sich genauer gegen die Wirkung von Histamin, dessen Konzentration bei Allergien erhöht ist und so zu typischen Beschwerden führt.

Dieser Effekt wurde in einer Studie mit einem Nasentropfen aus Schwarzkümmelöl geprüft. Auch ein Teelöffel Schwarzkümmelöl täglich oder drei Kapseln (je 500 Milligramm) am Tag können helfen, die Beschwerden von Heuschnupfen zu lindern. Es empfiehlt sich, bereits zwei Monate vor der Heuschnupfensaison mit der Einnahme zu beginnen.

Schwarzkümmelöl: Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System

Laut Studien kann die Einnahme von Schwarzkümmelöl zu hohe Blutzucker- sowie Blutfettwerte senken. Weiterhin senkt es sowohl den diastolischen als auch den systolischen Blutdruck. Durch Schwarzkümmelöl kann vor allem Menschen mit Diabetes mellitus das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gesenkt werden. Bei Teilnehmenden einer Studie, die zwei Wochen lang zweimal täglich 500 mg Schwarzkümmelöl Kapseln eingenommen haben, konnte man eine Verbesserung der Nüchtern-Blutzuckerwerte sowie der Gesamtcholesterinwerte feststellen. Die genaue Dosierung sollte mit ärztlich abgesprochen werden.

Schwarzkümmelöl für gesunde Haut

Die antibakteriellen, antiviralen und antientzündlichen Effekte des Schwarzkümmelöls unterstützen auch bei verschiedenen Hauterkrankungen. So konnten positive Effekte bei Psoriasis und Acne vulgaris (Akne) durch Verwendung von Schwarzkümmelöl als Lotion erzielt werden. Eine allgemeine Verbesserung des Hautbilds wie reduzierte Hautirritationen, eine verbesserte Feuchtigkeit und Barrierefunktion werden durch das Öl in einigen Fällen erreicht. Verschiedene Studien geben zudem Hinweise darauf, dass das Öl der Entstehung von Hautkrebs vorbeugen kann.

Schwarzkümmelöl gegen Zecken

Bei Hunden und Katzen wird das Schwarzkümmelöl oft zur Abwehr von Zecken verwendet. Der veränderte Körpergeruch beim Tier soll die Insekten daran hindern, sich festzubeißen. Ob es auch bei Menschen eine Wirkung gegen Zecken bewirkt, ist wissenschaftlich noch nicht belegt.

Schwarzkümmelöl bei Asthma

In einer Studie, in der die Teilnehmer*innen über drei Monate hinweg ein oder zwei Gramm Schwarzkümmelsamen pro Tag einnehmen mussten, nahm die Anzahl der Asthmaanfälle signifikant ab. Auch die Atemfunktionstests hatten sich verbessert.

Nebenwirkungen von Schwarzkümmelöl

Das Öl hat sehr wenig Nebenwirkungen. Auf leeren Magen eingenommen, kann es zu häufigem Aufstoßen führen. Zudem sollten Schwangere die Einnahme ärztlich absprechen, da Schwarzkümmelöl eine abführende und wehenfördernde Wirkung haben kann.

Anwendung: Wie sollte man Schwarzkümmelöl einnehmen?

Schwarzkümmel kann in verschiedenen Varianten zum Einsatz kommen. Erhältlich sind:

  • Schwarzkümmelsamen
  • kaltgepresstes Schwarzkümmelöl
  • Schwarzkümmelöl in Kapseln

Die Samen sowie das Schwarzkümmelöl können unter anderem zum Brotbacken verwendet werden. Das Öl besitzt einen leicht pfeffrig-nussigen Geschmack und bietet sich auch als Komponente eines Salatdressings an. Die Kapseln mit Schwarzkümmelöl sollten wie auf der Verpackung angegeben verwendet werden, die Tagesdosis beträgt meist drei Gramm. Beim Kauf sollte auf Bio-Qualität geachtet werden.

Rezepte mit Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl-Dressing für Salate

Zutaten:

  • 1 EL Schwarzkümmelöl
  • 3 TL fruchtigen Essig (z.B. Apfelessig)
  • 1 TL Honig oder Agavendicksaft
  • 1 TL Senf
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung: Die Zutaten gut vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing passt sehr gut zu frischem Feldsalat oder Rucola.

Hummus mit Schwarzkümmelöl

Zutaten:

  • 800 g gekochte Kichererbsen
  • 6 EL Joghurt
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 EL Schwarzkümmelöl
  • 3 EL Sesampaste
  • 1/2 TL Sumach
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 TL orientalische Gewürzmischung (Zaatar)

Zubereitung:

Zitrone halbieren und Saft auspressen, aus der Schale 1 Teelöffel Abrieb herstellen. Alle Zutaten in einem Mixer zu einer glatten Paste vermengen und 3 bis 4 Stunden kalt stellen. Wer einen intensiveren Geschmack des Schwarzkümmelöls bevorzugt, kann die Menge erhöhen und die des Olivenöls entsprechend reduzieren. Der Hummus passt sehr gut zu Fladenbrot und kann bis zu 4 Tage im Kühlschrank gelagert werden.

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