Borretschöl: Wirkung, Anwendung und Dosierung

Borretschöl ist ein Heilmittel aus der Pflanzenheilkunde. Welche gesunden Inhaltsstoffe es so wertvoll machen, warum frischer Borretsch giftig ist und wie die Wirkung bei entzündlichen Erkrankungen wie Neurodermitis und rheumatoider Arthritis ist.

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Borretschöl hat verschiedene positive Wirkungen auf die Gesundheit und kann innerlich oder äußerlich angewendet werden.
© Getty Imahes/Madeleine_Steinbach

Borretschöl wird aus den Samen des Borretsch gewonnen. Borretsch (Borago officinalis) ist auch bekannt als Gurkenkraut, das in hiesigen Gärten wächst. Das Heilkraut stammt vermutlich aus dem nordafrikanischen Raum. Borretsch hat blaue Blüten mit fünf Blütenblättern, Stängel und Blätter sind dicht behaart. Die Pflanze kann bis zu 60 Zentimeter groß werden.

Im Überblick:

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Inhaltsstoffe von Borretschöl

Medizinisch verwendet wird ausschließlich das Borretschöl. Borretschöl enthält verschiedene Stoffe, die positive Wirkungen auf den Körper haben:

  • Fettsäuren beispielsweise Omega-6-Fettsäuren
  • Gamma-Linolensäure
  • Saponine
  • Vitamin C 
  • Gerbstoffe
  • Kieselsäure
  • Schleimstoffe
  • Harz
  • Kaliumnitrat

Pyrrolizidinalkaloide: Giftiger Stoff in Borretsch

Borretsch als frisches Kraut enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA). Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanze als Schutz vor Fressfeinden bildet. Pyrrolizidinalkaloide sind giftige Stoffe, die für Menschen bereits in niedriger Dosierung gesundheitsschädlich sein können. Obwohl Borretsch beispielsweise in der typischen Frankfurter Grünen Sauce und in Tees enthalten ist, rät das Bundesinstitut für Ernährung komplett vom Verzehr und der Einnahme ab. Pyrrolizidinalkaloide können wichtige Organe wie Herz, Lunge, Leber und Nieren schädigen und sind zudem krebserregend (karzinogen), können das Erbgut verändern (mutagen) und Fehlbildungen hervorrufen (teratogen). Die giftigen Stoffe sind ausschließlich in frischem Borretsch enthalten. Gepresstes Borretschöl und Kapseln zur Nahrungsergänzung enthalten keine PA mehr und können deshalb bedenkenlos verwendet werden.

Wirkung von Borretschöl

Borretschöl gibt es als Kapseln zur Nahrungsergänzung, in Cremes und Lotionen und als Badeöl. Borretschöl werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt:

  • entzündungshemmend
  • schweißtreibend
  • appetitanregend
  • positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel
  • blutdrucksenkend
  • lindert Juckreiz
  • hautpflegend und feuchtigkeitsspendend

Borretschöl enthält sehr viele ungesättigte Fettsäuren, etwa doppelt so viel wie Nachtkerzenöl. Außerdem ist es reich an Linolsäure (eine Omega-3-Fettsäure) und Linolensäure (eine Omega-6-Fettsäure). Es gibt einige Kosmetikprodukte zur Revitalisierung von Haut, Haaren und Nägeln, die Borretschöl enthalten.

Borretschöl kann innerlich bei Nieren- und Blasenentzündung, Husten, Venenentzündung und Wechseljahrsbeschwerden angewendet werden, äußerlich zur Behandlung von frischen Wunden und entzündeter Haut.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Borretschöl sind nicht bekannt.

Borretschöl bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist Borretschöl durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften eine Möglichkeit zur Behandlung. Studien kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass innerlich angewendetes Borretschöl nicht besser als Placebo zur Verbesserung des Hautbilds führt. Es kann jedoch trotzdem einen Versuch wert sein, da es im Gegensatz zu verschiedenen Medikamenten keine Nebenwirkungen hat. In einer Studie mit Personen, die an Hautentzündungen litten, konnte nachgewiesen werden, dass die entzündungshemmenden Stoffe Leukotrien B4 und C4 sowie Prostaglandin E gehemmt wurden.

Borretschöl bei rheumatoider Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis zeigt Borretschöl in Studien einen milden Effekt mit Verbesserung der Symptome.

Borretschöl: Dosierung

Cremes und Öle, die Borretschöl beinhalten, können äußerlich bedenkenlos mehrmals täglich angewendet werden.

Borretschöl, das innerlich angewendet wird, sollte folgendermaßen dosiert werden:


  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis: 0,5 bis 3 Gramm Öl täglich (entspricht 100 bis 750 Milligramm Gamma-Linolensäure), Kinder bis 2 Gramm

  • Rheumatoide Arthritis: 7,2 Gramm Öl (entspricht 1,4 Gramm Gamma-Linolensäure) täglich einnehmen

Kontraindikationen für Borretschöl

Bei Einnahme bestimmter Medikamente sollte vor der Einnahme von Borretschöl ärztliche Rücksprache gehalten werden:

  • Antikoagulantien: Blutgerinnungshemmer, bei denen es zu erhöhter Blutungsneigung kommen kann
  • Antikonvulsiva: Mittel gegen Epilepsie
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