Symptome erst im Spätstadium

Grüner Star (Glaukom): Sehnerv in Gefahr

Grüner Star (Glaukom) ist der Überbegriff für verschiedene Augenerkrankungen, die meist mit einem erhöhten Augeninnendruck in Zusammenhang stehen. Durch Sehnerv- und Netzhautschädigungen führt der unbehandelte Grüne Star zu Sehstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen und Erblindung. Es ist wichtig, Warnzeichen der auslösenden Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen, um diese Schäden zu begrenzen.

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Grüner Star (Glaukom) ist tückisch, weil der erhöhte Augeninnendruck von Betroffenen oft unbemerkt bleibt.
© iStock.com/AustralisPhotography

Der medizinische Ausdruck für den Grünen Star ist Glaukom. Es handelt sich nicht um eine einzelne Augenerkrankung, sondern um eine Gruppe von Augenkrankheiten, die im fortgeschrittenen Stadium die Nervenzellen der Netzhaut (Retina) sowie den Sehnerv (Nervus opticus) schädigen.

Der Begriff "Grüner Star" ist umgangssprachlich und allgemein verbreitet. Er beschreibt das häufig zu beobachtende blau-grünliche Schimmern der Regenbogenhaut (Iris) bei fortgeschrittenem Glaukom sowie den "starren Blick", wenn das Auge erblindet ist. Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Grauen Star, der ein umgangssprachlicher Begriff für die Linsentrübung am Auge ist.

Artikelinhalte im Überblick:

Sehstörungen und was sie bedeuten

Wie entsteht Grüner Star?

Ein Glaukom entsteht, wenn die Durchblutung von Sehnerv und Netzhaut vermindert ist und somit nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dadurch können die Zellen der empfindlichen Strukturen unwiederbringlichen Schaden nehmen. Der Grund für eine schlechte Durchblutung des Sehnerven und der Netzhaut ist, dass der Augeninnendruck und der Druck in den kleinen Blutgefäßen nicht mehr im normalen Verhältnis zueinanderstehen. Der Augeninnendruck wird durch das sogenannte Kammerwasser aufgebaut, das sich in der vorderen und hinteren Augenkammer befindet und versorgt Hornhaut (Cornea), Linse, Retina und Glaskörper mit Nährstoffen.  

  • Zum Expertenrat

    Sie wollten schon lange einen Augenarzt fragen, warum Ihre Augen immer so trocken sind? Oder ob Sie sich Sorgen wegen eines grauen Stars machen müssen?

Die Auslöser für eine veränderte Drucksituation im Auge sind vielfältig und es kommen meist mehrere Faktoren zusammen. Besonders ungünstig ist die Kombination aus schlechter Blutversorgung und hohem Augeninnendruck. In selteneren Fällen kann es aber auch zu einem Glaukom kommen, wenn der Augeninnendruck normal oder vermindert ist. Häufig sind beide Augen vom Grünen Star betroffen, aber im Allgemeinen zeitlich versetzt.

Diese Glaukom-Formen gibt es

Je nach Ursache unterscheiden Mediziner beim Grünen Star verschiedene Formen:

  • Primäres Glaukom: Diese Form des Grünen Star tritt eigenständig auf und ist nicht Folge einer anderen Augenerkrankung. Primäre Formen entstehen spontan und ohne erkennbare Ursache. Sie entstehen fast immer beidseitig, das Glaukom am zweiten Auge tritt aber meist mit zwei bis fünf Jahren Verspätung auf.

  • Sekundäres Glaukom: Dem sekundären, erworbenen Grünen Star gehen andere Krankheiten, Entzündungen oder Verletzungen voraus. Ein sekundäres Glaukom kann die Folge von Medikamenten oder Behandlungsmaßnahmen wie einem operativen Eingriff sein, durch die der Abfluss des Kammerwassers behindert wird und so der Augeninnendruck ansteigt. So können etwa veränderte Blutgefäße, Vernarbungen oder Entzündungszellen den Kammerwinkel teilweise oder gar vollständig blockieren.

  • Weitwinkelglaukom/Offenwinkelglaukom: Hierbei handelt es sich um Glaukome, bei denen der Kammerwinkel offen ist, das Kammerwasser aber trotzdem zu langsam abfließt. Der Augeninnendruck ist dadurch meist zu hoch. Entscheidend für die Entstehung des Grünen Star ist allerdings nicht der absolute Druck im Augeninneren, sondern das Verhältnis zwischen Augeninnendruck und dem Druck in den Blutgefäßen von Netzhaut und Sehnerv. Steigt der Druck im Inneren des Auges über den Blutdruck in den feinen Blutgefäßen, so werden diese regelrecht abgeklemmt und es kann kein Blut mehr fließen.

  • Engwinkelglaukom: Anlagebedingt ist die vordere Augenkammer der Betroffenen so flach, dass die Regenbogenhaut der Iris den Kammerwinkel stark verengen oder sogar blockieren kann. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Pupille stark geweitet wird und die Regenbogenhaut im Kammerwinkel Falten bildet. Typische Auslöser sind Dunkelheit oder die Wirkung von Medikamenten oder Drogen. Der Abfluss des Kammerwassers wird also behindert oder sogar komplett unterbunden. Eine Blockade des Abflusses nennt man Winkelblock-Glaukom und bei anhaltender Blockierung äußert sie sich als Glaukomanfall.

  • Angeborenes Glaukom: Tritt ein Grüner Star beim Neugeborenen oder Kleinkind auf, handelt es sich in der Regel um ein primäres angeborenes Glaukom. Es besteht meist eine Fehlentwicklung des Kammerwinkels, der deshalb das im Auge gebildete Kammerwasser nicht ausreichend ableiten kann.

  • Normaldruckglaukom: In einigen Fällen kommt es zum Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck. Das Normaldruckglaukom ist eine Unterform des Offenwinkelglaukoms, bei der jedoch der Abfluss von Kammerwasser nicht gestört und damit der Druck im Augapfel nicht krankhaft erhöht ist. Die Schädigung der Netzhaut und des Sehnervs kommt dadurch zustande, dass die Durchblutung durch Veränderungen in den Blutgefäßen oder Störungen der allgemeinen Kreislauffunktion gestört ist.

Welche Ursachen und Risikofaktoren können zu Grünem Star führen? 

Die verschiedenen Formen des Glaukoms sind meist Mischungen aus mehreren Auslösern. Die wichtigsten Ursachen für den Grünen Star im Überblick: 

  • Altersbedingte Ablagerungen (Plaques) in den ableitenden Strukturen, die den Abfluss von Kammerwasser im Kammerwinkel vermindern oder verhindern 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die die Durchblutung beeinflussen (zum Beispiel Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Arteriosklerose, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) der Hals- oder Hirnschlagadern, Herzklappenfehler, Blutdruckabfälle oder chronisch zu hoher Blutdruck (Hypertonie)) 

  • Chronisch erhöhte Blutfettwerte (Hypercholesterinämie), die zu Ablagerungen in den Gefäßen führt (Arteriosklerose) 

  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen, welche die Innenwand der Blutgefäße verändern und den Blutfluss behindern 

  • Autoimmunerkrankungen mit Beteiligung der Blutgefäße 

  • Krampfhafte Verengungen der Blutgefäße (beispielsweise beim Raynaud-Syndrom, Migräne oder Tinnitus

  • Schwere Entzündungen der Augen, die mit Eiweiß-Ablagerungen im Kammerwinkel einhergehen 

  • Verletzung der Augen, durch die Narben, Verklebungen oder Blutablagerungen im Kammerwinkel entstanden sind 

  • Langjährige Kortisonbehandlung 

  • Medikamente, welche die Pupille erweitern (Antidepressiva, Antihistaminika (Antiallergika), Präparate gegen Schwindel, Tropfen zur Pupillenerweiterung). So kann ein anlagebedingt enger Kammerwinkel noch zusätzlich eingeengt werden 

  • Starke Kurz- oder Weitsichtigkeit jenseits von vier Dioptrien, bei denen die Form des Augapfels und der vorderen Augenkammer verändert ist 

  • Familiäre Häufung von Glaukom-Fällen  

  • Fortgeschrittener Grauer Star (Linsentrübung, Katarakt)  

  • Netzhautablösung, Gefäßverschlüsse oder Tumoren im Auge

Grüner Star: Symptome beim Glaukom 

In den meisten Fällen verursacht ein Glaukom lange Zeit keine Beschwerden. Daher wird ein Glaukom oft erst spät erkannt. Wird der Grüne Star erst dann diagnostiziert, wenn Betroffene Einschränkungen ihres Sehvermögens bemerken, sind bereits beträchtliche Schäden an Netzhaut und/oder Sehnerv eingetreten. Denn erst wenn größere Areale der Netzhaut geschädigt sind oder etwa ein Drittel der Nervenfasern nicht mehr intakt ist, treten Glaukom-Symptome auf.  

Typisches Zeichen eines Glaukoms ist eine Sehstörung, bei der das Gesichtsfeld von außen eingeengt ist. Es sind aber auch Ausfälle zur Blickmitte hin möglich. Ärzte nennen diese Ausfälle des Gesichtsfeldes "Skotome". Plötzliche Farbveränderungen, (farbige) Lichtblitze und insbesondere dunkle Flecken sind die häufigsten Erscheinungsformen eines Skotoms. 

Andere Verschlechterungen des Sehens können bei bestimmten Glaukom-Formen entstehen, wenn sich Ablagerungen auf der Augenlinse und im Kammerwinkel bilden. Beim Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Glaukom) trüben diese Ablagerungen die Linse, was Betroffene mit Grünem Star manchmal als Verlust von Sehschärfe und Kontrasten bemerken. 

Ist der Augeninnendruck längere Zeit stark erhöht, können Wassereinlagerungen bestimmte Zellen im Auge aufquellen lassen und es kommt zu einem Ödem. Dieses kann zu einer veränderten Lichtbrechung führen und es scheinen sich farbige Ringe oder Höfe (Auren) um helle Lichtquellen zu bilden. Tritt nicht zugleich schon ein Sehverlust ein, empfinden die Betroffenen Licht oft als sehr hell und unangenehm (Lichtscheu). 

Tritt bei Säuglingen und Kleinkindern ein Grüner Star (primäres angeborenes Glaukom) auf, äußert sich dies in Verhaltensauffälligkeiten der Kinder. Babys sind unruhig, führen die Hände immer wieder zu den Augen und reiben diese, jammern oder schreien auffallend oft. Auch Lichtscheu (die Kinder schließen die Augenlider krampfartig), tränende Augen und eine getrübte Hornhaut können Alarmzeichen sein. Kinder mit einem angeborenen Glaukom haben oft ungewöhnlich "schöne, große Augen" – eine direkte Folge des hohen Drucks im Inneren des Augapfels. 

Notfall Glaukomanfall

Ganz anders verhält es sich, wenn ein akuter Glaukomanfall auftritt, der auch akuter Winkelblock oder akutes Glaukom genannt wird: Beim Glaukomanfall kommt es zu einem dramatischen, plötzlichen Druckanstieg im erkrankten Auge. Die Sehzellen und der Sehnerv haben einen hohen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf, ihnen wird plötzlich die Blutversorgung abgeschnitten. Ein Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem der Augeninnendruck schnell normalisiert werden muss. Nur wenn dies schnell gelingt, können sich die betroffenen Zellen erholen und das Sehvermögen kehrt zurück. Das Auge, oft auch die gleichseitige Kopfhälfte, schmerzt heftig. Der Druck im Auge übersteigt bei einem Glaukomanfall oft 60 mmHg. Meist entsteht ein Glaukomanfall jedoch nur an einem Auge.

Typische Symptome eines Glaukomanfalls: 

  • Rotes und geschwollenes Auge 
  • Sogenanntes steinhartes Auge (der Augapfel fühlt sich bei leichtem Druck auf das geschlossen Auge sehr hart an) 
  • Lichtstarre (die Pupille reagiert nicht auf Licht) 
  • Starke Augenschmerzen 
  • Starke Kopfschmerzen 
  • Sehstörungen 
  • Tränenfluss 
  • Übelkeit 
  • Erbrechen

Wie der Arzt ein Glaukom diagnostiziert

Die Messung des Augeninnendrucks reicht nicht aus, um ein Glaukom sicher zu erkennen. Entscheidend ist auch, wie Sehnerv und Netzhaut aussehen. Zusätzliche Untersuchungen von Hornhaut, Augenvorderkammer, Augenhintergrund und der Durchblutung sind deshalb empfehlenswert, insbesondere wenn der Augeninnendruck im Grenzbereich liegt. Mit diesen zusätzlichen Informationen kann der Augenarzt abschätzen, ob ein Grüner Star vorliegt. 

Die wichtigsten Glaukom-Untersuchungen sind: 

  • Augeninnendruck-Messung (Tonometrie): Der Druck im Augapfel lässt sich mit dem sogenannten Applanationstonometer messen. Die Messplatte des Geräts drückt im Bereich der Pupille auf die Hornhaut des Auges. Es wird der Druck bestimmt, der nötig ist um den Augapfel in diesem Bereich platt zu drücken. Da die Hornhaut des Auges sehr berührungsempfindlich ist, wird sie für die Untersuchung mit einem Lokalanästhetikum in Tropfenform betäubt. Als Obergrenze für einen normalen Augeninnendruck gelten 21 mmHg. Mit der Non-Contact-Tonometrie, der Rebound- oder Induktions-Tonometrie und der Transpalpebralen Tonometrie stehen auch moderne Messverfahren zur Verfügung, die ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden können. 

  • Sehtest: Ein Sehtest ist Bestandteil jeder augenärztlichen Untersuchung und gehört zur Glaukom-Diagnostik. Stärkere Kurz- oder Weitsichtigkeit erhöhen das Glaukomrisiko. Beim Sehtest wird die Sehschärfe in der Ferne und Nähe geprüft. Die Messung erfolgt, indem Zahlen und Buchstaben in unterschiedlichen Größen gelesen werden müssen.  

  • Augenspiegelung (Funduskopie, Ophthalmoskopie): Sie wird mit einer beleuchteten Lupe durchgeführt und ist eine der häufigsten Untersuchung von Augenärzten. Mit dem sogenannten Augenspiegel wird ein scharf begrenzter Lichtstrahl auf das Auge gerichtet, um verschiedene Strukturen sichtbar zu machen. Dadurch kann der Augenarzt die Netzhaut einsehen und beurteilen. Er überprüft vor allem die Gefäße, also Netzhautarterien und Venen, den Sehnervenkopf (Papille) und den gelben Fleck (Makula lutea), die Stelle des schärfsten Sehens. Auch die Hornhaut, die Regenbogenhaut (Iris), die vordere Augenkammer, der Kammerwinkel und die Augenlinse werden untersucht. Die Augenspiegelung findet in einem abgedunkelten Raum statt und ist schmerzfrei. Damit der Arzt einen möglichst großen Ausschnitt des Augenhintergrunds betrachten kann, erhält der Patient kurz vor der Untersuchung spezielle, die Pupille erweiternde Augentropfen. 

  • Gonioskopie (Untersuchung des Kammerwinkels): Mit einer speziellen Linse kann der Augenarzt den Kammerwinkel untersuchen. Ein Gonioskop wird dabei direkt auf die zuvor lokal betäubte Hornhaut gesetzt und so nach einem engen Kammerwinkel, Abflussblockaden, altersbedingten Plaques, Verwachsungen und Verfärbungen gesucht. 

  • Gesichtsfeldmessung: Während dieser Untersuchung werden dem Patienten nacheinander optische Reize an verschiedenen Orten des Raums präsentiert, ohne dass er seinen Blick direkt darauf richten darf. Die Wahrnehmung dieser Reize, ihr Ort und ihrer Stärke werden protokolliert. Der Umriss und eventuelle Ausfälle im Gesichtsfeld erlauben Rückschlüsse auf mögliche Störungen der Sehzellen oder Nervenbahnen. 

  • Messung der Durchblutung: Verschiedene Untersuchungen können den Blutfluss zu Netzhaut und Sehnerv bestimmen. Häufig verwendete Verfahren sind die Fluoreszenzangiografie (Röntgen-Kontrastuntersuchung der Blutgefäße im Auge), die Thermografie (Aufzeichnung der Wärmeabgabe des Augapfels als Maß für die Durchblutung) oder die Kapillarmikroskopie (Betrachtung der feinsten Blutgefäße der Netzhaut in der Vergrößerung)

Behandlung des Grünen Star

Welche Therapie beim Grünen Star notwendig ist, richtet sich nach der jeweiligen Form des Glaukoms. Ziel der Glaukom-Behandlung ist, dass wieder genug Blut zu den Zellen der Netzhaut und des Sehnerven fließen kann. Dazu muss der Druck in den Blutgefäßen des Augapfels höher sein, als der Druck im Augapfel. So kann das Blut fließen, ohne einen zu großen Widerstand überwinden zu müssen. 

Es gibt medikamentöse und operative Behandlungsmöglichkeiten des Glaukoms. Ob Medikamente, eine Operation oder eine Kombination verschiedener Methoden zur Anwendung kommen, hängt von der Ursache, aber auch vom Krankheitsverlauf ab. Die rein medikamentöse Therapie ist bei der häufigsten Form des Grünen Star, dem Offenwinkelglaukom, oft ausreichend. Von dieser Form sind vor allem ältere Menschen betroffen, bei denen sich im Kammerwinkel des Auges Ablagerungen (Plaques) bilden, die den Abfluss von Kammerwasser behindern. Bei einem angeborenen Glaukom ist dagegen eine operative Behandlung unumgänglich. 

Für die Therapie des Grünen Stars mit Medikamenten gibt es im Prinzip zwei Ansatzpunkte. Einerseits können Wirkstoffe eingesetzt werden, welche die Bildung von Kammerwasser drosseln. Auf der anderen Seite werden zur Glaukom-Behandlung Substanzen eingesetzt, die den Abfluss des Kammerwassers verbessern sollen. Glaukom-Medikamente gibt es als Tabletten, Tropfen, Augentropfen oder Injektionslösungen. 

Folgende Medikamentengruppen kommen für die Glaukom-Therapie infrage:

  • Verminderung der Kammerwasser-Produktion: Betablocker, Carboanhydrasehemmer, Sympathomimetika 
  • Verbesserung des Kammerwasser-Abflusses: Prostaglandine, Parasympathomimetika

In manchen Fällen ist die Kombination von Medikamenten aus beiden Wirkgruppen sinnvoll. Die Wahl der Medikamente, ihre Dosierung und mögliche Kombinationen stimmt der Arzt auf die individuelle Glaukom-Art ab. Wenn Medikamente den Augeninnendruck nicht ausreichend und zuverlässig senken können, wird eine Operation erforderlich.

Die Behandlung eines sekundären Glaukoms ist von der zugrundeliegenden Augenerkrankung abhängig. Die Behandlung ist komplex und mit Augentropfen allein oft nicht Erfolg versprechend. Es können beispielsweise Lasereingriffe an der Netzhaut nötig werden. Narben, Ablagerungen und Fehlbildungen lassen sich chirurgisch oder mit Laser entfernen. Ziel ist ebenfalls die langfristige Senkung des Augeninnendrucks. 

Behandlung des akuten Glaukomanfalls

Ein Glaukomanfall (akutes Glaukom) erfordert eine sofortige Therapie, denn unbehandelt kann ein Glaukomanfall schnell zur Erblindung führen. Zudem sind die Beschwerden mit starken Schmerzen, ausgeprägten Sehstörungen und Allgemeinsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen sehr belastend für den Betroffenen. Eine sofortige Behandlung verspricht dagegen in der Regel gute Heilungschancen. 

Als erste Maßnahme senkt der Arzt bei diesem medizinischen Notfall den Augendruck mithilfe von Medikamenten. Dazu wird meist eine Kombination aus intravenös verabreichten Carboanhydrasehemmern und Augentropfen mit Betablockern verabreicht. Durch die medikamentöse Behandlung sinkt der Augeninnendruck meist innerhalb weniger Stunden in den tolerablen Bereich zurück. Im Anschluss erfolgt im Allgemeinen die Operation, meist eine Laserbehandlung (Iridotomie) oder eine chirurgische Iridektomie. Ist der Kammerwinkel auch am anderen Auge eng, so wird dieses ebenfalls operiert, um einem Glaukomanfall vorzubeugen.

Diagnose Glaukom: Wie geht es weiter? 

Generell gilt, dass ein Grüner Star ohne Behandlung in vielen Fällen zur Erblindung führt. Der Verlauf hängt allerdings sehr stark davon ab, um welche Form der Augenerkrankung es sich handelt. 

  • Beim häufigen, primären Offenwinkelglaukom entsteht die Schädigung des Sehnerven sehr langsam, der Krankheitsprozess verläuft über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Mit der passenden Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar stoppen. 

  • Das angeborene Glaukom nimmt einen günstigeren Verlauf, wenn es frühzeitig behandelt wird. So lässt sich oft verhindern, dass die betroffenen Kinder erblinden. Dennoch kommt es, auch bei rechtzeitiger Behandlung, im Verlauf des Lebens häufig zu einer eingeschränkten Sehschärfe. 

  • Bei einem sekundären Glaukom hängt der Verlauf entscheidend von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Ist diese gut behandelbar, kann der Grüne Star folgenlos bleiben. In komplizierten oder bei schweren Grunderkrankungen, kann das Glaukom rasch fortschreiten und zur Erblindung führen. 

  • Rechtzeitig erkannt, hat ein Glaukomanfall (akutes Glaukom) bei geeigneter Behandlung sehr gute Heilungschancen. Bleibt er allerdings unbehandelt, besteht die Gefahr einer raschen Erblindung.

Kann man dem Grünen Star vorbeugen?

Es gibt keine konkreten, vorbeugende Maßnahmen oder Verhaltensweisen gegen den Grünen Star. Indem man der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose und Diabetes mellitus Typ 2 vorbeugt, kann man kann aber einige der Risikofaktoren für das primäre Offenwinkelglaukom reduzieren. Ungünstige Blutfettwerte, Bluthochdruck, Nikotinkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel führen nicht nur zu allgemeinen Durchblutungsstörungen, sondern verschlechtern auch die Durchblutung im Bereich des Sehnervs und des Kammerwinkels im Auge. 

Um den Grünen Star frühzeitig zu diagnostizieren, empfehlen Augenärzte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Ab dem Alter von 40 Jahren sollte der Augeninnendruck alle drei Jahre kontrolliert werden. Bei Menschen mit bereits bestehendem Glaukom oder bekannten Risikofaktoren sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt besonders wichtig. Nur so kann ein drohender Augenschaden frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ist ein Glaukom in der Familie bekannt, wird die Vorsorge schon ab 35 Jahren und in kürzeren Zeitabständen. Dies gilt auch ei Diabetes oder wenn ein Auge schwer verletzt oder entzündet war.

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