Anaphylaktischer Schock

Notfall-Set für Allergiker

Menschen, die aufgrund einer Allergie bereits eine anaphylaktische Reaktion erlitten haben, sollten die Ursache abklären lassen und künftig immer ein Notfall-Set bei sich tragen. Für den richtigen Umgang ist eine Schulung wichtig.

Notfall-Set für Allergiker
Wer schon einmal einen anaphylaktischen Schock erlebt hat, sollte immer ein Allergie-Notfallset dabei haben.
Quim Roser

Die häufigsten Auslöser von anaphylaktischen Allergie-Reaktionen stellen nach den Ergebnissen der ersten drei Jahre des deutschen Anaphylaxie-Registers bei Erwachsenen Insektengifte und Medikamente, bei Kindern hingegen Nahrungsmittel, vor allem Erdnüsse und Nüsse, dar. Da diese schwerste Form der Allergie tödlich verlaufen kann, ist schnelles Handeln wichtig. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der bereits eine anaphylaktische Reaktion erlebt hat, die Ursache bei einem spezialisierten Arzt abklären lassen, um das entsprechende Allergen künftig zu meiden und geeignete Behandlungsmöglichkeiten einzuleiten.

Darüber hinaus wird der Arzt ein Notfall-Set verschreiben, das in der Regel drei bis vier Medikamente enthält. Sie können im Fall einer anaphylaktischen Reaktion sofort vom Allergiker oder einer Begleitperson angewendet werden, um Zeit zu gewinnen, bis ärztliche Hilfe zur Verfügung steht. Die genaue Zusammensetzung des Notfall-Sets hängt von der Art der Allergie-Symptome und vom Alter des Betroffenen ab. So erhalten Kinder teilweise andere Dosierungen oder Darreichungsformen als Erwachsene.

Inhalte des Allergie-Notfall-Sets

Das Notfall-Set enthält ein systemisches, also im gesamten Körper wirkendes Antihistaminikum, das die allergische Reaktion bekämpft. Hinzu kommt ein Glukokortikoid (Kortisonpräparate), das ebenfalls systemisch verabreicht wird, um Spätreaktionen vorzubeugen, die bei einem sogenannten biphasischen Verlauf möglich sind. Darüber hinaus ist Adrenalin ein zentraler Bestandteil des Notfall-Sets. Es wird - wenn nötig - mithilfe eines Autoinjektors in den seitlichen Oberschenkelmuskel gespritzt. Bei akuter Atemwegsproblematik durch die Allergie kann auch ein inhalatives kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum sinnvoll sein, um rasch die Atemwege wieder zu weiten.

Was tun im allergischen Notfall?

Der Arzt wird die Allergie-Medikamente individuell zusammenstellen und mit dem Patienten einen auf seine Situation abgestimmten Notfallplan besprechen. Generell sollte auch bei beginnender anaphylaktischer Reaktion immer ein Arzt aufgesucht bzw. der Notarzt verständigt werden. Zudem sollte der Patient das Antihistaminikum und das Glukokortikoid aus dem Notfall-Set anwenden sowie den Adrenalin-Autoinjektor bereithalten, falls die Schwere der Allergie-Reaktion weiter zunimmt. Handelt es sich um eine schwere anaphylaktische Reaktion oder einen bekannten Auslöser, gegenüber dem der Patient bereits schwere Reaktionen erlebt hat, muss frühzeitig Adrenalin gespritzt und immer ein Notarzt verständigen werden.

Schulungen sind wichtig

Damit Allergie-Betroffene bzw. bei Kindern auch die Angehörigen in dieser bedrohlichen Situation schnell und bedacht reagieren sowie das Notfall-Set inklusive Autoinjektor richtig anwenden, ist die Teilnahme an speziellen Anaphylaxie-Schulungen wichtig. Sie bieten sehr viel mehr Zeit für die Wissensvermittlung und praktische Übungen als ein Gespräch mit dem Allergie-Arzt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2012
Quellen: Bischoff, Angelika Dr. med.: Bienen- und Wespengiftallergie - Wappnen Sie Ihre Patienten gegen die Anaphylaxie! In: MMW Fortschritte Medizin, 25-27 (2010), S. 19; Schmid, L.: Notfall-Sets: Adrenalin für Allergiker. In: Pädiatrie Hautnah 1 (2005), S. 14-16; Eiden, Petra: Schwere Anaphylaxie nach Wespenstich ist häufig keine Eintagsfliege. In: Ärzte Zeitung online, 26.8.2009. URL: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/?sid=559642

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