Analverkehr

Analsex: Vorbereitung, Tipps und Risiken

Bei Analsex wird der Penis in den Anus eingeführt. Die Sexpraktik ist sowohl bei homo- als auch bei heterosexuellen Paaren beliebt. Wie wird Analverkehr hygienisch durchgeführt und welche Risiken birgt der Po-Sex? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung lesen Sie hier.

Analsex: Was ist zu beachten?
© Getty Images/WANDER WOMEN COLLECTIVE

Analsex gilt für viele als gefährlich und unhygienisch. Werden einige Punkte beachtet, kann Analverkehr jedoch für beide Seiten stimulierend und dabei gesundheitlich unbedenklich sein.

Im Überblick:

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Was ist  Analsex?

Beim Analsex wird der Penis in den Anus eingeführt. Analverkehr ist oftmals noch ein Tabuthema, allerdings wird die sexuelle Spielart gar nicht so selten praktiziert: In einer Umfrage von 2017 gaben rund 17 Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer an, mindestens einmal Erfahrungen mit passiven Analverkehr gesammelt zu haben.

Bei Analverkehr handelt sich nicht um eine Erfindung der Porno-Industrie: Bereits im antiken Griechenland erfreute sich Analsex so großer Beliebtheit, dass bis heute manchmal von "griechischem Sex" die Rede ist.

Aktiver und passiver Analverkehr

Grundsätzlich bezeichnet man beim Analverkehr die Person, die eindringt, als aktiven Part, die penetrierte Person als den passiven – unabhängig davon, wer die Bewegung insgesamt kontrolliert. Der aktive Part profitiert bei der analen Penetration häufig von dem intensiven Gefühl einer engen Körperöffnung. Auch für den passiven Part kann Analsex ein lustvolles Erlebnis sein, da der Bereich rund um den Anus herum durch zahlreiche Nervenenden sehr sensibel für Berührungen ist. Hinzu kommt bei Männern die Stimulation der Prostata, die mit ihrer Rückseite an den Enddarm grenzt. Dies allein kann bei einigen Männern einen Orgasmus auslösen. Bei Frauen ist hierfür meist eine zusätzliche Stimulation der Klitoris notwendig.

Analverkehr kann Schmerzen verursachen

Wie alle sexuellen Spielarten empfinden Menschen Analverkehr generell sehr unterschiedlich. Viele können sich mit dem Gefühl nicht anfreunden oder lehnen Po-Erotik von vornherein ab. Darüber hinaus kann Analsex Schmerzen verursachen. Ist der passive Part nicht ausreichend "eingestimmt" oder ängstlich, führt dies zu einem angespannten Schließmuskel. Das Eindringen ist dann kaum möglich und schmerzhaft.

Analverkehr: Risiken der Sexualpraktik

Generell ist der Analbereich nicht so weich und dehnbar wie eine Vagina, weshalb es leichter zu kleinen Verletzungen kommt. Diese sind eine typische Eintrittspforte für Krankheitserreger. Teilweise ist die Gefahr einer Ansteckung deshalb beim Analverkehr höher als zum Beispiel bei Oral- und Vaginalverkehr.

Die wichtigsten durch Analsex übertragbaren Krankheiten sind:

Um bei Analsex die Risiken zu mindern, empfiehlt es sich auf jeden Fall, ein Kondom zu verwenden (Safer Sex). Das gilt insbesondere, wenn nicht sicher auszuschließen ist, dass eine Person mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung infiziert ist.

Verletzungen im Analbereich als Risiko

Darüber hinaus besteht bei ungeduldigem, ruckartigem Eindringen ohne Gleitmittel das Risiko einer Analfissur – einem schmerzhaften Riss in der Haut des Analkanals. In diesem Fall ist schnellstmöglich ärztliche Hilfe einzuholen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass eine akute Analfissur in eine chronische Form übergeht, die sich deutlich schwieriger behandeln lässt. Die richtige Anlaufstelle für Verletzungen am After und Enddarm ist eine fachärztliche Praxis für Proktologie.

Schließmuskel reißt nicht durch Analsex

Dass sich durch Analsex der Schließmuskel dauerhaft aufdehnt und eine Stuhlinkontinenz droht, ist allerdings ein Gerücht. Im Gegenteil: Wer sich damit beschäftigt, den Schließmuskel bewusst zu entspannen und anzuspannen, kann sogar eine bessere Kontrolle darüber gewinnen – und zugleich mehr Lust am Analsex.

Analsex: Vorbereitung und Tipps

Damit das Vergnügen nicht von Schmerzen, Verletzungen oder der Gefahr einer Erkrankung überschattet wird, ist eine gewisse Vorbereitung vonnöten.

Praktische Tipps für gesunden Analsex

  • Hygiene sollte beim Analsex an erster Stelle stehen. Im Bereich von Rektum und Anus befinden sich viele fäkale Bakterien wie etwa Enterobacter und Escherichia coli. Neben dem äußerlichen Waschen können auch Analspülungen und Einläufe mit Wasser hilfreich sein, Analduschen sind allerdings nicht zwangsläufig notwendig.

  • Die Angst, beim Analsex auf größere Mengen Kot zu stoßen, ist unbegründet: Kot wird im Dickdarm gesammelt, nicht im Rektum. Viel weiter als bis zu dieser "Durchgangsstelle" dringt auch der längste Penis im Darm nicht vor. Auch Kotreste befinden sich nicht zwangsläufig im Enddarm: Nach dem Stuhlgang ist dieser Darmabschnitt meist relativ leer und sauber.

  • Kondome sorgen für mehr Hygiene und schützen vor sexuell übertragbaren Infektionen. Wird nach dem Analverkehr der Penis in die Scheide oder den Mund eingeführt, ist ein neues Kondom zu verwenden – sonst besteht die Gefahr, dass Bakterien aus dem Analbereich "verschleppt" werden.

  • In jedem Fall sollte ein geeignetes Gleitgel verwendet werden. Im Gegensatz zur weiblichen Vagina wird der Anus bei Erregung nicht feucht und ist gleichzeitig weniger dehnbar. „Trockener“ Analverkehr steigert das Risiko für Schmerzen und Verletzungen.

  • Geduld gehört bei Analverkehr, insbesondere für Anfänger*innen, zu den wichtigsten Tipps. Der aktive Partner sollte den Anus mit den Fingern vorsichtig "vordehnen", streicheln und massieren, bevor er mit dem Penis eindringt. Das kann der passive Part auch unabhängig davon bei sich selbst ausprobieren. Darüber hinaus gibt es spezielle Sex-Toys, die zum sanften Aufdehnen gedacht sind.

  • Ein vorsichtiges Vorgehen ist unabdingbar: Ruckartige Bewegungen und feste Stöße können für Schmerzen und Verletzungen sorgen.

  • Analsex erfordert grundsätzlich Vertrauen. Für viele Menschen kommt Analsex daher eher mit einer vertrauten Partnerperson infrage als bei einem One-Night-Stand. Über Schmerzen, Unsicherheiten, Wünsche und Grenzen sollte vorher in jedem Fall gesprochen werden.


Analsex: Weitere Formen und Analspiele

Neben Analsex gibt es einige weitere sexuelle Spielarten, die den After miteinbeziehen. Zu den typischen Analspielen gehört beispielsweise, Gegenstände wie etwa Dildos in den After einzuführen. Dazu zählt speziell gefertigtes Sexspielzeug wie Analdildos oder Butt-Plugs, die wie Stöpsel funktionieren. Diese können bei Frauen auch begleitend zum Vaginalverkehr eingeführt werden.

Wichtig: Niemals Sachen, die Finger oder den Penis ungewaschen in die Scheide der Partnerin einführen, welche zuvor im Anus waren.

Ebenso eignen sich die Finger nicht nur zum "Vordehnen", sondern auch direkt zur analen Stimulation. Bei Männern lässt sich mit den Fingern durch das Rektum auch gezielt die Prostata stimulieren. Bei einer Prostatamassage lässt sich das walnussgroße Organ etwa sieben Zentimeter hinter dem Anus mit leichtem Druck nach vorne ertasten und mit dem Finger stimulieren und streicheln.

Weitere Form der Po-Spiele: Anilingus

Eine weitere Form der Analspiele ist Anilingus. Dabei wird der After mit dem Mund, ähnlich wie beim Oralverkehr, stimuliert. Bei dieser sexuellen Praktik ist es ebenfalls sehr wichtig, dass auf hygienische Verhältnisse geachtet wird – entweder durch Analspülungen und gründliches Waschen oder ein sogenanntes Lecktuch (Kofferdam), das wie eine Schutzfolie auf den After gelegt wird.

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Zusammenfassung

Was ist Analsex? Bei Analsex wird der Penis in den Anus einer anderen Person eingeführt.

Risiken: Sexuell-übertragbare Krankheiten, Analfissur

Tipps: Verhütung mit Kondom, Gleitgel, behutsames Vorgehen

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