Sexuelle Spielarten

Analverkehr

Unter Analsex – auch Analkoitus oder Analverkehr – verbirgt sich eine Sexualpraktik, bei der einer der Beteiligten seinen Penis in den Anus des anderen einführt. Analsex ist sowohl bei homo- als auch bei heterosexuellen Partnern eine Facette des Sexuallebens. Eine weitere Spielart ist beispielsweise die anale Stimulation mit den Fingern oder mit Sexspielzeug.

Paar küsst sich
Wer Analverkehr mag, sollte immer sehr behutsam und langsam vorgehen, um Verletzungen im empfindlichen Bereich des Anus zu vermeiden.
© iStock.com/proud_natalia

Analverkehr gehört zu den sexuellen Grenzbereichen, an denen sich die Geister scheiden: Während die einen den Analsex als besonders stimulierend und lustvoll empfinden, ruft bei anderen allein der Gedanke eine tiefe Abneigung hervor. Dabei ist Analverkehr per se weder gefährlich noch unhygienisch. Jedoch gibt es ein paar Punkte zu beachten, damit das Erlebnis für beide Seiten angenehm und gesundheitlich unbedenklich ist.

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Analverkehr eine Spielart des Liebeslebens

Im klassischen Sinne geht es beim Analverkehr darum, dass einer der Partner mit seinem erigierten Penis in den After des anderen eindringt. Viele Menschen verknüpfen anale Sexualpraktiken spontan mit homosexuellen Männern, dabei gehört Analverkehr auch bei vielen heterosexuellen Paaren zum Repertoire. Es handelt sich nicht um eine Erfindung der Pornografie-Industrie: Bereits im antiken Griechenland erfreute sich der Analverkehr so großer Beliebtheit, dass bis heute manchmal von „griechischem Sex“ die Rede ist.

Grundsätzlich bezeichnet man beim Analverkehr den Partner, der eindringt, als aktiven Part, den Penetrierten als den passiven – unabhängig davon, wer die Bewegung insgesamt kontrolliert. Der aktive Partner profitiert beim Analsex häufig von dem intensiven Gefühl einer engen Körperöffnung. Auch für den passiven Partner kann Analverkehr ein lustvolles Erlebnis sein, da der Bereich rund um den Anus herum durch zahlreiche Nervenenden sehr sensibel ist. Dazu kommt bei Männern die Stimulation der Prostata, die mit ihrer Rückseite an den Enddarm grenzt. Dies allein kann bei einigen Männern einen Orgasmus auslösen. Bei Frauen ist hierfür meist eine zusätzliche Stimulation (zum Beispiel der Klitoris) notwendig.

Safer Sex schützt beim Analverkehr vor Krankheitserregern

Doch wie alle sexuellen Spielarten empfinden Menschen Analverkehr generell sehr unterschiedlich. Viele können sich mit dem Gefühl nicht anfreunden oder lehnen Po-Erotik von vornherein ab. Wenn der passive Partner nicht ausreichend „eingestimmt“ oder ängstlich ist, kann Analsex außerdem zu einer sehr schmerzhaften Angelegenheit werden. Das hängt meist damit zusammen, dass der Schließmuskel stark angespannt ist. Generell ist der Analbereich nicht so weich und dehnbar wie eine Vagina, weshalb es leichter zu kleinen Verletzungen kommt. Diese sind eine typische Eintrittspforte für Krankheitserreger. Safer Sex spielt daher bei Analverkehr eine wichtige Rolle.

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Analsex: Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei den meisten Sexualpraktiken bestehen auch bei Analsex gewisse Risiken für verschiedene sexuell übertragbare Krankheiten. Teilweise ist die Gefahr einer Ansteckung beim Analverkehr höher als zum Beispiel bei Oral- und Vaginalverkehr, da relativ oft – auch unbemerkt – kleine Verletzungen im Gewebe entstehen.

Über diese geraten leicht Krankheitserreger in den Körper.

Die wichtigsten durch Analsex übertragbaren Krankheiten sind:

  • HIV oder Aids

  • HPV beziehungsweise Feigwarzen

  • Gonorrhö (Tripper)

  • Chlamydien

  • Syphilis (Lues)

  • Trichomonaden

  • Genitalherpes

  • Hepatitis B

  • Hepatitis C

  • Filzläuse

Kondom beim Analverkehr schützt vor Krankheitserregern

Um bei Analsex die Risiken zu mindern, empfiehlt es sich auf jeden Fall, ein Kondom zu verwenden (Safer Sex). Das gilt insbesondere, wenn Sie nicht sicher ausschließen können, dass Ihr Sexualpartner eine der aufgeführten Erkrankungen hat.

Wer zu ungeduldig, ruckartig oder ohne Gleitmittel vorgeht, riskiert außerdem eine Analfissur – einen schmerzhaften Riss in der Haut des Analkanals. Wenn dies passiert, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Sonst besteht die Gefahr, dass eine akute Analfissur in eine chronische Form übergeht, die sich deutlich schwieriger behandeln lässt. Der Facharzt für Erkrankungen des Enddarms ist ein Proktologe.

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Schließmuskel reißt nicht durch Analsex

Dass sich durch eine Analfissur der Schließmuskel dauerhaft aufdehnt und eine Stuhlinkontinenz droht, ist allerdings ein Gerücht. Im Gegenteil: Wer sich damit beschäftigt, den Schließmuskel bewusst zu entspannen und anzuspannen, kann sogar eine bessere Kontrolle darüber gewinnen - und zugleich mehr Lust am Analsex.

Analverkehr: Praktische Tipps

Für viele Männer und Frauen ist Analsex eine sexuelle Spielart, die ihnen große Lust bereitet. Neben den rein körperlichen Empfindungen, mit denen der Analverkehr einhergeht, ist es gerade der „Reiz des Verbotenen“, der die Lust auf einer psychologischen Ebene noch steigert.

Doch damit das Vergnügen nicht von Schmerzen, Verletzungen oder der Gefahr einer Erkrankung überschattet wird, sollten Sie sich für sicheren Analverkehr an einige praktische Tipps halten.

Praktische Tipps für gesunden Analverkehr

  • Hygiene sollte beim Analsex an erster Stelle stehen. Im Bereich von Rektum und Anus befinden sich viele fäkale Bakterien wie etwa Enterobacter und Escherichia coli. Neben dem äußerlichen Waschen können auch Analspülungen und Einläufe hilfreich sein.

  • Kondome sorgen für mehr Hygiene und schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Syphilis, Chlamydien, Herpes Genitalis und Hepatitis B . Wenn Sie nach dem Analverkehr den Penis in die Scheide oder den Mund einführen, wechseln Sie das Kondom – sonst besteht die Gefahr, dass Bakterien aus dem Analbereich „verschleppt“ werden.

  • In jedem Fall sollten Sie ein geeignetes Gleitmittel in Griffweite haben. Im Gegensatz zur weiblichen Vagina wird der Anus bei Erregung nicht feucht und ist gleichzeitig weniger dehnbar. „Trockener“ Analverkehr steigert das Risiko für Schmerzen und Verletzungen.

  • Geduld gehört bei Analverkehr zu den wichtigsten Tipps. Der aktive Partner sollte den Anus mit den Fingern vorsichtig „vordehnen“, streicheln und massieren, bevor er mit dem Penis eindringt. Das kann der passive Partner auch unabhängig davon bei sich selbst ausprobieren.

  • Gehen Sie möglichst vorsichtig vor: Ruckartige Bewegungen und feste Stöße können für Schmerzen und Verletzungen sorgen.

  • Analverkehr erfordert grundsätzlich Vertrauen. Für viele Menschen kommt Analsex daher eher mit einem vertrauten Partner infrage als bei einem One-Night-Stand. Wenn Sie Schmerzen haben, ängstlich sind oder etwas nicht möchten, sprechen Sie das auf jeden Fall an.

  • Frauen können erst einmal alleine mit ihrem Finger oder einem Dildo üben. Wer es nicht mag, sollte es auch mit dem Partner sein lassen.

  • Die Angst, beim Analsex auf größere Mengen Kot zu stoßen, ist unbegründet: Kot wird im Dickdarm gesammelt, nicht im Rektum. Viel weiter als bis zu dieser "Durchgangsstelle" dringt auch der längste Penis nicht vor.

Wenn Sie sich beim Analverkehr an diesen Tipps orientieren, haben Sie gute Chancen auf ein sicheres und entspanntes Erlebnis mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.

Analverkehr: Weitere Formen und Analspiele

Neben Analsex gibt es einige weitere sexuelle Spielarten, die den After miteinbeziehen. Zu den typischen Analspielen gehört beispielsweise, Gegenstände wie etwa Dildos in den After einzuführen.

Dazu zählt speziell gefertigtes Sexspielzeug wie Analdildos oder Buttplugs, die wie Stöpsel funktionieren. Diese können bei Frauen auch begleitend zum Vaginalverkehr eingeführt werden. Ebenso eignen sich die Finger nicht nur zum „Vordehnen“, sondern auch direkt zur analen Stimulation. Bei Männern lässt sich mit den Fingern durch das Rektum auch gezielt die Prostata stimulieren.

Wichtig: Führen Sie nichts (ungewaschen) in die Scheide ein, was zuvor im Anus war.


Weitere Form der Pospiele: Anilingus

Eine weitere Form der Analspiele ist Anilingus. Dabei stimuliert ein Partner den After des anderen mit dem Mund, ähnlich wie beim Oralverkehr. Bei dieser sexuellen Praktik ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Sie auf hygienische Verhältnisse achten – entweder durch Analspülungen und gründliches Waschen oder ein sogenanntes Lecktuch (Kofferdam), das Sie wie eine Schutzfolie auf den After legen können.

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