Sexuelle Spielarten

Fisting – Methoden und Risiken

Unter Fisting – auch Fisten oder Fausten – versteht man eine Sexualpraktik, bei der einer der Beteiligten seine Hand, manchmal auch den Unterarm, in den Anus oder die Vagina des anderen einführt. Sowohl Hetero- als auch Homosexuelle praktizieren diese relativ seltene Sexart.

Fisting
Der Gedanke an Fisting macht so manche Person neugierig: Doch die Sexualpraktik birgt Risiken und bedarf deshalb einiger Vorbereitung.
© iStock.com/Wisky

Fisting zählt zu den extremen sexuellen Spielarten, die im Vergleich zu den weit häufigeren Praktiken wie Anal - oder Oralverkehr, deutlich weniger verbreitet ist. Da der Faustverkehr für den passiven Partner mit einer körperlichen Belastung einhergeht, findet diese Sexualpraktik auch öfter in Kreisen der BDSM-Szene (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) Anklang.

Grundsätzlich unterscheidet man beim Fisting den vaginalen Faustverkehr, bei dem die Hand in die Vagina eingeführt wird, vom Analfisting – hier dringt die Hand entsprechend in den After des männlichen oder weiblichen Partners ein. Zudem gibt es extreme Variationen des Fistings: Hier erfolgt die Penetration durch die Hände gleichzeitig in Vagina und Anus. Seltener – infolge anatomischer Grenzen – ist das Einführen beider Hände in die Vagina oder den After. Der Partner, der beim Fisting eindringt, übernimmt den aktiven Part, der Penetrierte den passiven.

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Fisting kann unter Umständen jedoch zu einer sehr schmerzhaften Angelegenheit werden. Das liegt an den anatomischen Gegebenheiten: Zum einen schließt die Beckenboden-Muskulatur das Becken von unten ab. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von Muskeln, die unter anderem verhindern, dass Bauch- und Beckenorgane (zum Beispiel bei Frauen die Gebärmutter) nach unten absinken, gleichzeitig beteiligen sie sich auch am Verschluss von After und Harnröhre.  Zum anderen befindet sich am Anus der recht kräftige ringförmige Schließmuskel.  Beckenboden-Muskulatur und Schließmuskeln haben eine wichtige Funktion, indem sie verhindern, dass Stuhl, Darmgase und Urin unwillkürlich abgehen; es ist daher aus anatomischer Sicht wünschenswert, dass diese Muskeln verhältnismäßig straff und kräftig sind.

Beim Fisting jedoch passiert genau das Gegenteil: Beckenboden- und Schließmuskel werden einer extremen Dehnung ausgesetzt. Die Scheide ist als Teil der Geburtswege dabei deutlich dehnbarer als der Anus beziehungsweise Enddarm. Dennoch ist die Verletzungsgefahr durch Fisting relativ groß. Kommt es im Anschluss dann zu „herkömmlichem“ Sex, besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger über entstandene Schleimhaut-Verletzungen eindringen.

Safer Sex spielt daher auch im Zusammenhang mit Fisting eine wichtige Rolle.
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Fisten: Tipps gegen Verletzungen

Für manche Menschen ist Fisting eine sexuelle Spielart, die ihnen große Lust bereitet. Dabei spielt neben den rein körperlichen Empfindungen auch der „Reiz des Extremen“ eine psychologische Rolle. Auch Sadomasochisten, deren Leidenschaft das Spiel aus Macht, Schmerz und Unterwerfung ist, wenden Fisten zur Luststeigerung an.

Um sich vor Schmerzen, Verletzungen oder der Gefahr einer Erkrankung zu schützen, sollten Sie sich beim Fisting an einige praktische Tipps halten: Besprechen Sie diese Verhaltens- und Hygieneregeln für das Fisting am besten mit Ihrem Partner. So gehen Sie vermeidbaren Schmerzen und Verletzungen aus dem Weg.

Risiken und Nebenwirkungen beim Faustverkehr

Auch beim Fisting gibt es gewisse Risiken für verschiedene sexuell übertragbare Krankheiten. Zwar ist das Übertragungsrisiko durch den Faustverkehr selbst gering; steht er jedoch in Verbindung mit ungeschütztem Anal- oder Vaginalverkehr, ist die Ansteckungsgefahr sogar sehr hoch. Denn meist verursacht die starke Dehnung Risse in der Scheiden- oder Darmschleimhaut. Über diese geraten Krankheitserreger leicht in den Körper. Die wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten sind:

Wenn Sie Fisting praktizieren, empfiehlt es sich auf jeden Fall, beim Geschlechtsverkehr sowohl vor – als auch nach dem Fisten – ein Kondom zu verwenden. Beherzigen Sie diese Regel ganz besonders konsequent, wenn Sie nicht sicher ausschließen können, ob Sie oder Ihr Partner mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert sind.

Auch wenn Sie mit genügend Vorsicht beim Fisting vorgehen – diese extreme Sexualpraktik birgt die Gefahr von Verletzungen, zum Beispiel einer Analfissur – also einem schmerzhaften Riss in der Haut des Analkanals. Sollten Sie bleibende Schmerzen verspüren oder blutige Absonderungen aus der Scheide oder dem After bemerken, suchen Sie so bald wie möglich einen Arzt auf. Die richtigen Ansprechpartner sind der Gynäkologe oder Proktologe (Facharzt für Erkrankungen des Enddarms). Wenn Fisting gewaltsam durchgeführt wird, kann es zu einer Perforation (Durchbruch) von Vaginal- beziehungsweise Darmwand führen. Dies ist eine lebensgefährliche Verletzung, die umgehend im Krankenhaus behandelt werden muss.

Häufiger stellt sich im Zusammenhang mit Fisting die Frage, ob die starke Dehnung zu Folgeschäden, etwa einer Neigung zu Stuhlinkontinenz oder Harninkontinenz führt. Zwar gibt es keine Untersuchungen, die diesen Zusammenhang mit Zahlen belegen könnten, dennoch ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass Beckenboden und Schließmuskel mit der Zeit weiter werden. Daher sind Menschen, die häufig Fisting praktizieren, gut beraten, wenn sie ihren Beckenboden durch entsprechende Übungen regelmäßig trainieren.

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