Analekzem: Juckender Ausschlag am After

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Hinter einem langanhaltenden, quälenden Juckreiz am After kann ein Analekzem stecken. Dabei ist die Haut rund um den Anus gerötet und entzündet. Die Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Lesen Sie hier, welche das sind und wie das Analekzem behandelt wird.

analekzem
Ein Analekzem fällt durch starken Juckreiz am After auf.
© Getty Images/Staras

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Was ist ein Analekzem?

Als Analekzem (auch perianale Dermatitis, perianales Ekzem) bezeichnet man eine akute oder chronische Entzündung der Haut rund um den Anus (After). Das Analekzem ist eine der häufigsten proktologischen Beschwerden. Es gilt jedoch nicht als eine eigenständige Krankheit, sondern tritt häufig als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen sowie bei anhaltender Feuchtigkeit am After auf oder wird durch bestimmte Reize ausgelöst. Typisch für das Analekzem ist ein intensiver Juckreiz am After. Je nach Ursache können sich aber noch weitere Beschwerden zeigen. Das Analekzem kann in jedem Alter und sowohl bei Männern als auch Frauen auftreten. In der Regel ist es harmlos und kann gut behandelt werden. 

Symptome eines Analekzems

Das Hauptsymptom ist ein starker Juckreiz am After. Je nach Verlauf oder Ursache können noch weitere Symptome auftreten, wie

  • Rötung der Haut rund um den After
  • Brennen
  • Nässen
  • Wundsein

Analekzem: Ursachen sind vielfältig

Ein Analekzem kann verschiedene Ursachen haben und wird entsprechend der Auslöser eingeteilt in:

  • Irritativ-toxisches Analekzem
  • Atopisches Analekzem
  • Kontaktallergisches Analekzem

Irritativ-toxisches Analekzem

Diese Form des Analekzems entsteht als Reaktion auf chemische oder mechanische Reize. Chemische Reize werden zum Beispiel durch anhaltende Feuchtigkeit aufgrund nässender Analerkrankungen wie Hämorrhoiden, Analfistel oder Enddarmentzündung (Proktitis) ausgelöst. Auch häufiger Stuhldrang, sehr flüssiger Stuhl, Ammoniak im Stuhl oder Schweiß gelten als chemische Reize. Eine weitere mögliche Ursache ist eine Infektion mit Chlamydien. Dabei kommt es häufig zu einem Ausfluss am Anus, welcher die Entstehung eines Analekzems fördert. Selten kann das Analekzem auch durch eine Pilz-Infektion wie Candidose verursacht werden.

Zu den mechanischen Auslösern zählen vor allem eine übertriebene Analhygiene mit übermäßiger Verwendung von Toilettenpapier oder Waschlappen. Ebenso kann zu enge Kleidung den Bereich am Anus reizen und ein Analekzem begünstigen. Aggressive Waschlotionen oder feuchtes Toilettenpapier verstärken die Entzündung häufig zusätzlich.

Atopisches Analekzem

Ein atopisches Analekzem kann bei Personen auftreten, die genetisch bedingt dazu neigen auf natürliche Stoffe aus der Umwelt allergisch zu reagieren. Häufig liegt bei den Betroffenen oder in der Familie bereits eine Erkrankung wie Neurodermitis, allergisches Asthma oder eine allergische Entzündung der Nasenschleimhaut (allergische Rhinokonjunktivitis) vor.

Kontaktallergisches Analekzem

Bei einem Kontaktekzem reagiert die Haut auf einen Fremdstoff mit einer Entzündung. Typisch ist, dass die Reaktion verzögert und erst nach dem zweiten Kontakt mit dem Reizstoff auftritt. Im Fall eines kontaktallergischen Analekzems kann es sich um Inhaltsstoffe aus Hautpflegemitteln, Intimsprays, feuchtem Toilettenpapier oder lokal aufgetragenen Salben handeln. Häufige Allergene sind zum Beispiel Duftstoffe, Konservierungsmittel oder pflanzliche Inhaltsstoffe.

Analekzem behandeln: Diagnose und Therapie

Sowohl der*die Hausarzt*Hausärztin als auch Fachpraxen für Proktologie oder für Dermatologie können bei Jucken am After weiterhelfen. Sie führen eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung durch. Dabei werden auch Fragen zum Stuhlgang, Sexualverhalten, zur Hygiene, zu Pflegeprodukten sowie zu dermatologischen Vorerkrankungen geklärt. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Region um den After und die Genitalien kontrolliert. Auch Untersuchungen des Analkanals, ein Abstrich, ein Allergietest oder eine feingewebliche Analyse können notwendig werden.

Behandelt wird das Analekzem, in dem die Ursache therapiert oder beseitigt wird. Ziel ist es, belastende Symptome wie den Juckreiz schnell zu lindern. Liegt eine Analerkrankung wie Hämorrhoiden vor, wird diese behandelt. Bei einer nachgewiesenen Kontaktallergie müssen die auslösenden Allergene strikt gemieden werden. Das gleich gilt für Waschlotion, feuchtes Toilettenpapier oder andere Reizmittel, wenn diese als Auslöser identifiziert wurden. Ist die Ursache für das Analekzem ein Pilz oder Bakterien, werden diese mit entsprechenden Medikamenten wie Antibiotika oder Antiseptika behandelt. Zudem können gegen die Entzündung Salben verordnet und auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden.

Zusätzliche Behandlung: Das können Betroffene tun

Die Therapie des Analekzems wird zudem von einer nichtmedizinischen Behandlung begleitet. Betroffene können hier viel selbst tun, um die Beschwerden zu lindern. Dazu gehören:

  • Änderung der Analhygiene: Seifenfreie Reinigung der Analregion mit lauwarmem Wasser, auch nach dem Stuhlgang. Danach die Haut um das Poloch sanft abtrocken, zum Beispiel mit einem weichen Handtuch oder ungebleichten, unparfümierten Papiertüchern.

  • Optimierung der Stuhlentleerungsgewohnheiten: Das kann zum Beispiel durch eine Ernährungsumstellung erreicht werden. Viel trinken, ballaststoffreich essen oder Quellmittel wie Flohsamenschalen können einen regelmäßigen und geformten Stuhlgang fördern.

  • Hautpflege: Um ein bestehendes Analekzem nicht weiter zu reizen, wird empfohlen weite Baumwollunterwäsche zu tragen, die nicht einschnürt. Auch die Verwendung von Zinksalbe kann ein Analekzem lindern. Die Zinkoxidpaste bildet dabei eine physikalische Barriere auf der Haut und verhindert so den Kontakt mit Reizstoffen. Unterstützend können zudem rückfettende Pflegeprodukte dabei helfen, die Hautbarrierefunktion wiederherzustellen.

Das wichtigste Empfehlung ist, nicht zu kratzen. Denn das kann die Entzündung noch weiter verschlimmern und den Juckreiz verstärken.


Prognose und Vorbeugen

Wird die Ursache für das Analekzem gefunden und behandelt, dann geht in der Regel auch die Entzündung zurück und die Beschwerden nehmen ab. Gelten Allergene oder Reizstoffe als Auslöser für das Ekzem, dann sollten diese zeitlebens gemieden werden, um ein erneutes Auftreten einer Hautentzündung am Anus auszuschließen.

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