Meist durch Sex übertragen

Filzläuse: Typische Symptome – einfache Behandlung

Filzläuse werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen und nisten sich gerne in den Schamhaaren, aber auch in den Wimpern ein. Man erkennt sie recht schnell an typischen Symptomen. Auf Sex sollte man verzichten, bis die Behandlung mit speziellen Mitteln gegen Filzläuse erfolgreich abgeschlossen ist.

Mann schaut sich in die Hose
Filzläuse sind mit bloßem Auge zu erkennen. Ein Befall durch die Parasiten äußert sich unter anderem durch Juckreiz.
© iStock.com/RapidEye

Der Mensch dient als Wirt für drei Arten von Läusen:

  • Filzlaus (Phthirus pubis)
  • Kopflaus (Pediculus humanis capitis)
  • Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis)

Diese Läuse gelangen in der Regel durch engen Körperkontakt von Wirt zu Wirt, da sie weder fliegen noch springen können. Filzläuse werden meist über den Geschlechtsverkehr übertragen, seltener auch über gemeinsam benutzte Handtücher, Rasierapparate oder Kleidungsstücke.

Die eineinhalb bis zwei Millimeter kleinen Filzläuse nisten sich vorwiegend an den Schamhaaren ein, können aber auch an Barthaaren, Augenbrauen, Wimpern und bei starker Behaarung unter den Achseln, an den Oberschenkeln und auf dem Bauch zu finden sein. Befruchtete Weibchen legen ihre Eier (Nissen) an den Haarschäften ab. Eine klebrige Substanz sorgt dafür, dass sie auch mithilfe von Wasser und normalen Waschlotionen nicht beseitigt werden.

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Filzläuse werden eineinhalb bis zwei Millimeter groß.
© Warren Rosenberg/Fotolia

Filzläuse ernähren sich vom Blut ihres Wirts. Ohne Nahrung stirbt der Parasit nach etwa zwölf Stunden.

Symptome: So lassen sich Filzläuse erkennen

Drei bis sechs Tage, nachdem man sich mit Filzläusen infiziert hat, äußern sich typische Beschwerden:

  • Die Stiche der Filzlaus lösen zunächst Rötungen der Haut an den Einstichstellen aus.

  • Es kommt zu Hautreizungen und gleichbleibendem Juckreiz.

  • Kleine Bluttropfen, die durch die winzigen Hautverletzungen entstehen, können in der Unterwäsche des Betroffenen sichtbar sein.

  • Durch Kratzen kommt es mitunter zu bakteriellen Infektionen der Einstichstellen oder der aufgekratzten Haut.

Ein Befall durch Filzläuse lässt sich zudem durch genaues Absuchen der betroffenen Hautpartien feststellen. Die Insekten sind mit bloßem Auge oder gegebenenfalls mit einer Lupe zu erkennen.

Behandlung: Mittel gegen Filzläuse

Bei Verdacht auf einen Läusebefall sollte der Hausarzt oder ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten konsultiert werden. Zudem sollte sich der Partner auf Filzläuse untersuchen lassen. Der Arzt wird die betroffene Körperregion in Augenschein nehmen und falls nötig Mittel gegen Filzläuse empfehlen. In der Regel kommt eine Creme, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Permethrin, zum Einsatz.

Zudem sollten die Filzläuse und Nissen ähnlich wie bei einem Befall mit Kopfläusen ausgekämmt werden. Hier gibt es einen Läusekamm (Nissenkamm) mit besonders engen Zinken. Das Auskämmen fällt leichter, wenn man zehn Minuten lang eine Tinktur aus Haushaltsessig vermischt mit Wasser (im Verhältnis 1:2) auf die betroffenen Stellen einwirken lässt. Eine Rasur der betroffenen Körperstellen ist ebenfalls hilfreich, jedoch nicht zwingend notwendig.

Die Behandlung sollte nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden, weil in der Zwischenzeit neue Larven aus den Nissen geschlüpft sein können.

Sind Augenbrauen und Wimpern befallen, sollte man die Filzläuse und ihre Nissen mit einer Pinzette entfernen. Chemische Mittel sind hier nicht geeignet, sie könnten die Augen reizen.

Betroffene mit starker Körperbehaarung behandeln Oberschenkel, Gesäß und Oberbauch am besten gleich mit. Die Behandlung sollte sich immer auch auf den Partner ausdehnen beziehungsweise auf Personen, welche eventuell Handtücher und Ähnliches gemeinsam nutzen. Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten per Kochwäsche oder mit entsprechenden Mitteln gereinigt werden.

Kein Sex? Filzläusen vorbeugen

Die Filzlaus wird häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die beste Prophylaxe ist daher Sexverzicht, wenn beim Partner der Verdacht auf einen Filzlausbefall besteht. Auch während der Behandlung sollte man keinen Sex haben.

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