Häufig chronischer Verlauf

Hepatitis C: Infektionskrankheit der Leber

Zwischen 75 und 85 Prozent aller akuten Fälle mit Hepatitis C-Infektion verlaufen symptomlos. Bei den restlichen Patienten kommt es zu Beschwerden, die auch bei anderen Formen der Viren-Hepatitis vorkommen können.

Hepatitis C
Eine Hepatitis C-Infektion wird oft von grippeähnlichen Symptomen begleitet.
© iStock.com/martin-dm

Hepatitis C ist eine weltweit verbreitete Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) hervorgerufen wird. Etwa ein Prozent der gesamten Weltbevölkerung (zirka 71 Millionen Menschen) sind chronisch an Hepatitis C erkrankt. In Europa sind etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung betroffen, allerdings ist der Großteil der Infektionen auf Drogenkonsum mit Spritzen zurückzuführen. In Deutschland wurden im Jahr 2016 4.368 Fälle von neu diagnostizierter Hepatitis C gemeldet.

Im Überblick:

Ansteckung und Übertragung von Hepatitis C

Die Ansteckung mit dem Hepatitis C-Virus, der die Hepatitis C auslöst, geschieht in den meisten Fällen durch Kontakt mit infiziertem Blut.

Risikogruppen

  • Besonders gefährdet für Hepatitis C sind Drogenabhängige, da sie Injektionsnadeln häufig gemeinsam benutzen. Etwa 80 Prozent der Personen, die Drogen spritzen, sind infiziert.
  • Krankenhauspersonal und Ärzte sind gefährdet, da sie mit infektiösem Blut oder belasteten Blutprodukten in Kontakt kommen können.

Seltenere Ansteckungsmöglichkeiten

  • Als das Hepatitis C-Virus noch unbekannt war, infizierten sich einige Menschen, die Bluttransfusionen oder andere Blutprodukte erhielten, unwissentlich mit dem Virus. Heutzutage werden jedoch sämtliche Blutproben kontrolliert, sodass die Infektionsgefahr bei Transfusionen sehr gering ist.
  • Das Risiko der Übertragung von einer schwangeren infizierten Frau auf das Kind während Geburt der wird mit drei bis fünf Prozent angegeben. Eine Virusübertragung durch Stillen ist theoretisch denkbar, wurde bislang aber noch nie nachgewiesen.
  • Eine Ansteckung durch Geschlechtsverkehr: Das Risiko ist im Allgemeinen eher gering, kann jedoch bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken wie Analverkehr erhöht sein.

Welche Symptome treten bei Hepatitis C auf?

Nach einer Phase des allgemeinen Unwohlseins folgen bei Hepatitis C in wenigen Fällen Symptome, die typisch sind für eine geschädigte Leber. Dabei muss zwischen der akuten und der chronischen Hepatitis C unterschieden werden.

Akute Hepatitis C

Die akute Hepatitis C verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase fühlen sich über 80 Prozent der Betroffenen etwas unwohl, aber im Wesentlichen gesund. Symptome bei Hepatitis C können sein:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber (grippale Symptome)
  • Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel, Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Schmerzen im rechten Oberbauch durch die Schwellung der Leber, Druckschmerz

Nur etwa 20 Prozent der Infizierten mit Hepatitis C zeigen in der zweiten Krankheitsphase Symptome einer erkrankten Leber:

  • Haut, Schleimhäute und Augen färben sich gelb (Gelbsucht/Ikterus)
  • Der Stuhl entfärbt sich, der Urin wird dunkel
  • Etwa zehn Prozent der Betroffenen leiden unter Gelenkbeschwerden

Danach tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein. Üblicherweise dauert die akute Erkrankung an Hepatitis C insgesamt zwei bis acht Wochen.

Inkubationszeit bei Hepatitis C

Da nicht alle von Hepatitis C Betroffenen Symptome aufweisen, spricht man statt von der Inkubationszeit von der Serokonversionszeit – dem Zeitraum zwischen der Infektion und der Bildung von Antikörpern im Blut. Die Serokonversionszeit von Hepatitis C beträgt zwei Wochen bis sechs Monate. In der Regel werden Antikörper sieben bis acht Wochen nach Ansteckung nachweisbar.

Chronische Hepatitis C

Etwa 60 bis 80 Prozent der Infektionen gehen in eine chronische Form von Hepatitis C über. Meist verläuft die chronische Infektion über viele Jahre schleichend mit milder Symptomatik:

  • unspezifische Oberbauchbeschwerden
  • verminderte Leistungsfähigkeit

Diese Symptome treten bei etwa zwei Drittel der Patienten auf. Ein kleiner Teil der Betroffenen klagt über Juckreiz und Gelenkbeschwerden.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen bildet sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose), die in einigen Fällen zu Leberkrebs führt. Durchschnittlich vergehen etwa 20 Jahre zwischen der Ansteckung und der Entwicklung einer Leberzirrhose.

Wie ist die Diagnostik für Hepatitis C?

Eine Infektion mit Hepatitis C wird von vielen Betroffenen zunächst nicht bemerkt und die Diagnose wird oft nur zufällig gestellt. Sind bestimmte Leberenzymwerte erhöht, kann dies ein Hinweis auf das Vorliegen einer Hepatitis C-Virus-Infektion sein.

Die Bestimmung der Leberwerte ist eine der häufigsten Untersuchungen im hausärztlichen Alltag. Gleichsam erhöhte Werte der Leberenzyme Glutamat-Pyruvat-Transiaminase (GPT) und Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) im Blut deuten in erster Linie auf eine durch Alkoholmissbrauch oder andere Faktoren bedingte Fettleber hin.

Liegt ein Verdacht auf eine Leberentzündung vor, so wird zunächst nach Antikörpern gegen das Hepatitis C-Virus (Anti-HCV) gesucht. Bei einem positiven Antikörpertest wird die Erbsubstanz des Hepatitis C-Virus (RNA) bestimmt. Je mehr RNA vorhanden ist, desto aktiver ist die Krankheit. Diese Untersuchung ist für die Therapieplanung wichtig. Zudem erfolgt für die weitere Therapieplanung die Diagnostik der Unterart des Hepatitis C-Virus im Blut, die sogenannte Genotypisierung.

Behandlung bei Hepatitis C

Bei einer akuten Hepatitis C  besteht die Möglichkeit einer Behandlung in Form von Alpha-Interferon – einer Substanz, die gegen Viren wirkt. Sie kann den Übergang in eine chronische Hepatitis C verhindern. Das gelingt in über 95 Prozent der Fälle. Zusätzlich werden auch, falls vorhanden, die allgemeinen Symptome behandelt. In der Regel dauert die Therapie 24 Wochen. Sie sollte jedoch innerhalb der ersten vier Monate nach der Infektion beginnen.

Hepatitis C-Therapie mit Medikamenten

Liegt bereits eine chronische Hepatitis C vor, ist eine Kombinationstherapie zur Behandlung möglich. Diese besteht aus Interferon und Ribavirin. Letzteres verhindert, dass sich die Viren vermehren. Daher wird es auch als Virostatikum bezeichnet. Abhängig vom Virustyp und von der Virusmenge kann die Therapie zwischen 16 und 72 Wochen dauern. Der Erfolg ist unterschiedlich, die Raten reichen von 50 bis 90 Prozent.

Aber es gibt auch Gegenanzeigen für eine Therapie, dazu gehören zum Beispiel ein aktueller Missbrauch von Alkohol und Drogen, ein Alter unter drei Jahren oder eine Schwangerschaft.

Richtige Ernährung bei Hepatitis (Leberentzündung)

 

Hepatitis C vorbeugen

Im Gegensatz zu anderen Hepatitis-Formen gibt es keine Impfung gegen den Hepatitis C-Virus, der die Leberentzündung Hepatitis C auslöst. Früherkennung und Vorbeugung sind daher umso wichtiger, um eine Übertragung von Hepatitis C zu vermeiden.

Die hohe Wandlungsfähigkeit des Hepatitis-Virus ist ein Grund dafür, warum es bis heute keinen Impfstoff gegen das Virus gibt. Allerdings sollten sich Menschen mit einer Hepatitis C-Virusinfektion, die bislang noch keine Hepatitis A oder Hepatitis B hatten, gegen diese beiden Formen der Leberentzündung impfen lassen. Beide Erkrankungen können den Verlauf der Hepatitis C deutlich verschlimmern.

Sich bei einer Bluttransfusion mit Hepatitis C-Viren (oder anderen Viren wie HIV) anzustecken, ist seit 1990 zumindest in unseren Breiten kaum noch möglich. Jede Blutspende wird in Deutschland genauestens überprüft.

Auch das Risiko, sich beim Zusammenleben mit einem bereits infizierten Menschen mit Hepatitis C anzustecken, ist gering. Allerdings sollte man im Umgang mit infizierten Menschen einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um ganz sicher zu gehen. Dazu gehört, Gegenstände nicht gemeinsam zu benutzen, die mit infiziertem Blut in Berührung gekommen sein könnten, wie Rasierklingen, Zahnbürsten oder Nagelknipser.

Beim Tättowieren und Piercen sollte man auf Sterilität der Hilfsmittel achten. Außerdem dürfen Spritzen nicht von mehreren Personen genutzt werden. In Industrieländern betrifft dies in erster Linie Drogenabhängige, die sich Rauschmittel spritzen. Daher gibt es zum Beispiel die sogenannten Fixerstuben, in denen sterile Injektionsbestecke zur Verfügung gestellt werden. Und auch wenn das Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr anzustecken, eher gering ist, empfiehlt es sich dennoch, Kondome zu benutzen – vor allem, wenn man häufiger den Partner wechselt oder verletztungsanfällige Sexualpraktiken betreibt.

Regelmäßige Kontrollen bei Verdacht auf Infizierung

Im Falle einer möglichen Infizierung mit Hepatitis C, zum Beispiel nach einer Nadelstichverletzung, wird in regelmäßigen Abständen von zwei bis vier Wochen sowohl die HCV-Antikörperbestimmung als auch eine Untersuchung auf HCV-DNA durchgeführt. Diese Kontrollen erfolgen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Dadurch ist eine sofortige Therapie gewährleistet, sobald der Nachweis einer akuten Infektion erfolgt. Hepatitis C ist heilbar: Wird Hepatitis C im ersten halben Jahr nach der Infektion entdeckt und behandelt, führt eine 24-wöchige Interferon-Therapie in mehr als 90 Prozent der Fälle zur Heilung.

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