Schwellung und Schmerzen

Analthrombose: Schmerzhaftes Blutgerinnsel im Analbereich

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Eine Analthrombose ist eine oft plötzlich auftretende, schmerzhafte Schwellung im Bereich das Analrandes. Sie wird durch ein Blutgerinnsel in den äußeren Analvenen verursacht und oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Wann ist eine Behandlung oder sogar Operation notwendig?

Frau hat Schmerzen wegen Analthrombose
© Getty Images/Ivan-balvan

Analthrombosen treten vor allem im mittleren Erwachsenenalter auf, sie machen fünf Prozent der Fälle in proktologischen Praxen aus. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist eine Analthrombose?

Bei einer Analthrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem der oberflächlichen Blutgefäße um den Anus. Die bläulich-roten Knoten werden oft für Hämorrhoiden gehalten – doch trotz ähnlicher Symptome handelt es sich um zwei verschiedene Erkrankungen.

Sowohl Hämorrhoiden als auch Analthrombosen entstehen durch ein Gerinnsel in einem Blutgefäß – bei Hämorrhoiden sind jedoch die Arterien im Inneren des Analkanals betroffen, bei Analthrombosen die Venen am äußeren Analrand. Daher werden sie auch Analvenenthrombosen oder Perianalthrombosen genannt. Sie befinden sich meist außerhalb des Analkanals und machen sich als harte, bläuliche und schmerzhafte Knoten bemerkbar.

Symptome einer Analthrombose

Eine Analvenenthrombose macht sich meist mit plötzlich auftretenden starken Schmerzen in der Analregion bemerkbar, oft geht sie mit einem der folgenden Beschwerden einher:

  • Stechen
  • Brennen
  • Juckreiz
  • starkes Spannungsgefühl

Gleichzeitig ist ein praller, stecknadelkopf- bis pflaumengroßer bläulich-roter Knoten am Analrand sicht- und fühlbar, selten treten auch mehrere kleine Knötchen nebeneinander auf. Anders als bei Hämorrhoidalleiden kommt es bei diesen Knoten nicht zu Blutungen.

Ursachen der Analthrombose

Die Knoten am Afterrand entstehen, wenn durch starke Anstrengung und den damit verbundenen Bauchdruck kleine Äderchen im Venengeflecht des Analbereichs platzen. Das Blut tritt ins umliegende Gewebe aus, gerinnt und staut sich dort zu einem Knoten an.

Verantwortlich für den hohen Bauchdruck ist oft heftiges Pressen beim Stuhlgang oder während einer Geburt oder das Heben schwerer Gewichte. Auch langes Sitzen, vor allem auf kaltem Untergrund, schwül-warmes Wetter oder hormonelle Faktoren (beispielsweise während der Menstruation) können die Entstehung einer Perianalthrombose begünstigen. Scharfe Gewürze und Alkohol können ebenso Auslöser einer Analthrombose sein wie mechanische Faktoren (zum Beispiel Analverkehr oder vorausgegangene proktologische Operationen) oder eine Durchfallerkrankung.


Diagnose: So wird eine Analthrombose festgestellt

Die Diagnose einer Analthrombose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der*die Arzt*Ärztin die aktuellen Beschwerden und eine eventuelle Vorgeschichte erfragt (Anamnese). Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Analregion nach den typischen Knoten begutachtet und abgetastet wird. Nur in seltenen Fällen ist die Analthrombose nicht von außen sichtbar – in diesen Fällen wird der Analkanal zusätzlich mit einem Finger abgetastet. Nur bei sehr tief im Enddarm liegenden Analvenenthrombosen ist die Untersuchung mithilfe eines Spekulums oder einer Proktoskopie (Enddarmspiegelung) erforderlich.

Behandlung der Analthrombose

Eine Analthrombose ist in der Regel ungefährlich und heilt innerhalb von Tagen oder Wochen von alleine ab – dabei baut der Körper die Schwellung nach und nach von selbst ab. Manchmal öffnet und entleert sich das Gerinnsel auch – das hat meist einen sofortigen Rückgang der Beschwerden zur Folge. Auf keinen Fall sollten Betroffene eine Analthrombose ausdrücken oder aufstechen!

Bei geringen oder bereits abklingenden Schmerzen kann mit Schmerzmitteln (wie Ibuprofen oder Diclofenac) sowie abschwellenden und/oder betäubenden Salben und Zäpfchen gegen die Beschwerden vorgegangen werden. Manchmal wird das Blutgerinnsel auch mithilfe von Heparinsalbe aufgelöst. Auch Sitzbäder mit einem Zusatz von Kamille können als wohltuend empfunden werden.

Wenn die Behandlung mit Salben, Zäpfchen und Tabletten erfolglos bleibt und/oder starke Schmerzen bestehen, kann ein kleiner operativer Eingriff helfen: Dabei wird die Thrombose unter örtlicher Betäubung entweder als Ganzes herausgeschnitten oder aber nur angeschnitten und geleert. Wird der Knoten nur angeschnitten, besteht ein höheres Risiko, dass die Analvenenthrombose zurückkehrt. Je später Patient*innen eine Arztpraxis aufsuchten, desto seltener wird operiert: Eine Operation sollte am besten in den ersten Tagen nach dem Auftreten der Beschwerden durchgeführt werden.

Verlauf und Prognose bei einer Analthrombose

In den meisten Fällen heilt eine Analthrombose innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst ab. Ist ein operativer Eingriff erforderlich, sind die Schmerzen danach meist deutlich geringer als der ursprünglich durch die Thrombose ausgelöste Schmerz. Die Wunde wird nicht genäht und heilt innerhalb weniger Wochen von alleine ab. Manchmal bleibt eine kleine, schmerzlose Hautfalte am Analrand (Mariske) zurück. In circa 15 Prozent der Fälle kommt es nach dem Abheilen zu einer erneuten Analthrombose (Rezidiv).

Wie lässt sich eine Analthrombose vermeiden?

Langes Sitzen und hoher Bauchdruck sind die Hauptauslöser einer Analthrombose und sollten daher möglichst vermieden werden. Mit viel körperlicher Bewegung, einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung und einer ausreichenden Trinkmenge lässt sich Verstopfung entgegenwirken.

Wer viel draußen unterwegs ist, sollte das Sitzen auf kalten Flächen vermeiden und sich bei schwül-warmem Wetter einen kühlen Ort suchen. Auch die Reduzierung von Alkohol und stark gewürzten Speisen kann das Risiko für das Auftreten einer Analthrombose senken.

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