Infektionsgefahr

Oralsex: Fellatio und Cunnilingus sicher genießen

Oralsex steht laut Umfragen meist an erster Stelle der sexuellen Fantasien. Den Penis, Anus oder die Vulva mit Lippen, Zunge und Zähnen zu stimulieren, ist eine der beliebtesten Sexpraktiken. Wie gehen Fellatio und Cunnilingus richtig und wie lassen sich Risiken vermeiden?

Mann und Frau liegen im Bett und küssen sich
© Davide Angelini – stock.adobe.com

Artikelinhalte im Überblick:

Fakten über Oralsex

Was versteht man unter Oralsex?

Blowjob, Blasen, Flöte spielen, Lecken oder Sex auf Französisch: Für Oralsex gibt es eine Reihe von Umschreibungen. Je nachdem, ob sich dabei die Frau mit dem Mund verwöhnen lässt oder der Mann, heißt diese Sexualpraktik korrekterweise

  • Cunnilingus, wenn die Vulva, also Scheide, Schamlippen und Klitoris mit Zunge und Lippen stimuliert werden.

  • Fellatio, wenn der Penis mit dem Mund befriedigt wird.

Viele Paare nutzen Oralverkehr zum Einstieg in das Liebesspiel. Wenn beide dadurch richtig erregt sind, wechseln sie zum Koitus.

Männer genießen die totale Hingabe beim Fellatio

Für viele Männer ist die Fellatio eine sehr aufregende Stimulation: Sie genießen die totale Hingabe an die andere Person. Sie dabei anzuschauen, wie sie mit ihrem Mund am Penis spielt, ist für die meisten Männer sehr erregend. Sehr beliebt ist die Technik, bei der eine Hand den Penisschaft mit der Hand festhält, die Vorhaut leicht zurückzieht und die Eichel sanft mit der Zunge umkreist wird.

Weniger erregend kann es dagegen sein, wenn Partner*innen die Vorhaut zu stark zurückziehen, den Penis zu fest anfassen oder daran saugen sowie mit den Zähnen beißen.

Cunnilingus: Frauen lassen sich gern verwöhnen

Auch ein Großteil der Frauen mag Oralverkehr, viele können über einen Cunnilingus zum Orgasmus kommen. Besonders schön ist es für sie, wenn die andere Person sanft mit Lippen und Zunge über ihre Schamlippen und Klitoris streicht. Oftmals sind zu Beginn leichte, indirekte, kreisende oder umhüllende Berührungen erregend. Steigt die Lust, dürfen häufig auch Tempo und Druck ein bisschen stärker werden. Wenn ein*e Partner*in zu lange an einer Stelle verweilt, kann dies dagegen schnell unangenehm werden und zur Überreizung statt zum Höhepunkt führen.  

Mit Oralsex Jungfrau bleiben

In manchen Kulturkreisen wird noch immer gewünscht, dass die Frau als Jungfrau in die Ehe geht. Hier kann Oralsex von Vorteil sein, da er das Jungfernhäutchen (Hymen) nicht gefährdet. Zusätzlich muss bei Fellatio und Cunnilingus nicht verhütet werden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Das ist ein weiterer Pluspunkt für alle, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille nicht anwenden möchten oder können. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten sollte man sich dagegen in jedem Fall mit Kondomen schützen.


Techniken und Stellungen beim Oralverkehr

Deep Throat, also ein Blowjob, bei dem der Penis tief in den Rachen gleitet, funktioniert in der Regel nur mit viel Übung. Die aus Pornos bekannte Technik führt bei vielen Menschen eher zu starkem Würgereiz. Besser geeignet sind folgende Techniken beim Oralsex:

  • sanft Vulva oder Penis und Hoden küssen sowie daran saugen

  • mit der Zunge massieren – vor allem Klitoris beziehungsweise Eichel

  • den Penis in den Mund nehmen und ihn hinaus- und hineingleiten lassen

  • wenn der*die Partner*in es mag, kann ein zarter und dosierter Einsatz der Zähne besonders reizvoll sein

  • zusätzlich Hände benutzen; So kann man etwa die Schamlippen spreizen oder die Klitoris etwas drücken oder um die Peniswurzel einen festen Ring aus Daumen und Zeigefinder bilden und diesen am Penis entlang bewegen, während die Penisspitze in den Mund gleitet.

Beim Oralsex liegt die Person, die mit dem Mund verwöhnt wird, vor der anderen. Eine beliebte Stellung ist auch im Sitzen oder die Position "69". Das Zahlenpaar symbolisiert dabei die einander zugewandte Position der beiden Geschlechtspartner*innen beim Oralsex. Diese Stellung ermöglicht, dass beide sich zur gleichen Zeit gegenseitig oral befriedigen können.

Vorsicht, Infektionsgefahr beim Oralsex

Verschiedene Infektionen und Krankheiten können durch Oralsex übertragen werden. Gerade bei neuen Sexualpartner*innen sollte deshalb immer ein Kondom verwendet werden. Mögliche Infektionen bei ungeschütztem Fellatio und Cunnilingus sind:

Solange eine aktive Infektion anhält, ist es ratsam, auch auf Oralsex zu verzichten.

Sperma zu schlucken ist ungefährlich – soweit der Mann nicht mit HIV, Hepatitis B oder anderen Krankheitserregern infiziert ist, die durch Körperflüssigkeiten übertragen werden. Der Geschmack des Ejakulats ist vielen Frauen und Männern unangenehm. Nahrungsmittel wie Melone, Kiwi, Ananas oder Stangensellerie können dem Samen eventuell einen etwas süßeren oder angenehmeren Geschmack geben.

Für Safer Sex bei Frauen gibt es Lecktücher (Dental Dams). Ein Lecktuch ist eine Art Folie, die über die Vulva oder auch über den Anus gelegt werden wird und ähnlich wie ein Kondom schützt. Ist kein Lecktuch verfügbar, kann ein aufgeschnittenes Kondom ersatzweise verwendet werden. Frischhaltefolie sollte dagegen nicht als Alternative verwendet werden, weil sie weniger sicher ist als ein Kondom.

Blasend sollten sich die Partner*innen dagegen nicht stimulieren – selbst wenn der Volksmund dies nahe legt. Tatsächliches Blasen ist nicht nur für Mann und Frau unangenehm – Luft in der Vagina kann sogar zu schmerzhaften Infektionen führen.

Auf Hygiene im Intimbereich achten

Auch die Hygiene ist beim Oralsex wichtig – allerdings sollte man auf Intim-Deos oder stark duftende Seifen verzichten. Diese können durch enthaltene Duft- und Konservierungsstoffe die Haut reizen oder einen Hautausschlag verursachen. Riecht oder schmeckt der Intimbereich trotz ausgiebiger Reinigung mit Wasser weiterhin unangenehm, kann das ein Hinweis auf eine Entzündung oder Pilzinfektion sein. In diesem Fall empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Je nach persönlicher sexueller Vorliebe kommt eine Enthaarung des Intimbereichs (Intimrasur) infrage.

Ideale Posen für die Intimrasur

Safer Oralsex: Risiken reduzieren

Im Vergleich zu Analsex oder Vaginalverkehr ist Oralverkehr zwar tatsächlich risikoärmer, als sicher kann man ihn dennoch nicht einstufen. Da die Mundschleimhaut im Vergleich zu den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane aufgrund seiner Struktur widerstandsfähiger ist, hat das HI-Virus weniger Chancen, in der Körper einzudringen. Zusätzlich werden Krankheitserreger durch den Speichel in ihrer Konzentration verdünnt (die Virenlast ist ein erheblicher Faktor bei der Gefahr Übertragung) oder unmittelbar auf der Schleimhaut davon abgewaschen.

Das Risiko einer HIV-Infektion erhöht sich deutlich, wenn beim Oralsex Sperma oder Menstruationsblut in den Mund des*der Partner*in gelangt. Verglichen mit ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr fällt die Gefahr aber deutlich geringer aus. Bei Aufnahme von Scheidenflüssigkeit ohne Blut ist das Risiko noch einmal reduziert, da die Viruskonzentration für eine Ansteckung in der Regel nicht ausreicht. Auch bei Aufnahme des "Lusttropfens" ist das HIV-Risiko äußerst gering. Wird das Sperma geschluckt, werden die Krankheitserreger im Verdauungstrakt unschädlich gemacht.

Oralsex ist Vertrauenssache – ist der Gesundheitszustand jedoch nicht gewiss, schützen Kondome oder Oral-Sex-Folien wie ein Lecktuch.

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