Innerer Antrieb

Was heißt eigentlich Motivation?

Menschliches Verhalten: Was treibt uns an?

Ich bin motiviert, hört man oft. Oder das Gegenteil: Da fehlt mir die Motivation. Aber was ist Motivation eigentlich? Nach einfacher Definition ist Motivation ein Gefühl, dass den Menschen bewegt, etwas Bestimmtes zu tun.

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Der innere Antrieb oder die Motivation kann einiges in Bewegung bringen.

Das Wort Motivation kommt vom lateinischen Wort motus, zu deutsch Bewegung. Die Definition von Motivation fällt in vielen Fällen unterschiedlich aus. Je nachdem, ob sie auf  einer philosophischen oder wissenschaftlichen Betrachtung basiert. Am einfachsten drückt es die Definition im Wörterbuch aus: Bei Motivation handelt es sich um "die Beweggründe, die das Handeln eines Menschen bestimmen". Doch im Grunde deutet auch schon die Übersetzung des ursprünglichen Wortes an, worum es geht: um Bewegung. Nicht um körperliche Bewegung, sondern darum, sich selbst oder jemand anderen dazu zu bewegen, etwas zu tun. 

Innerer Antrieb steuert unsere Verhaltensweisen

Wenn Sie hochmotiviert sind, etwas zu tun, steckt in der Regel ein positiver Effekt dahinter. Sie können Ihre eigene Motivation also bewusst dadurch steigern, dass Sie sich nach erfolgreichem Absolvieren einer Sache belohnen. Für manche Dinge braucht es mehr Motivation als für andere.

Fakt ist, dass Motivation prinzipiell immer vorhanden ist. In den meisten Fällen nutzen Sie sie jedoch unbewusst. Wenn Sie essen sind Sie dazu motiviert, Ihren Hunger zu stillen.

Die Motivation befindet sich mehr oder weniger in Ihrem Unterbewusstsein. Wenn Sie sie bewusst nutzen wollen, müssen Sie sich Ziele setzen. Sie müssen dieses Ziel fest erreichen wollen. Und Sie müssen sich immer wieder vorstellen, welchen positiven Effekt es hat, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Moment kommt die Motivation ins Spiel: Sie haben ein festes Ziel, das es zu erreichen lohnt. Folglich sind Sie motiviert, den Weg dorthin auf sich zu nehmen.

Realistische Ziele motivieren und bringen Erfolg

Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihre Ziele richtig formulieren. Setzen Sie sich immer positive Ziele. Sagen Sie sich „Ich möchte eine positive Lebenseinstellung haben“ anstatt „Ich will nicht mehr so negativ denken“. Ihr Ziel darf hoch gesteckt sein. Sie müssen es aber erreichen können. Wenn Sie auf dem Weg merken, dass Sie mit Ihrer Zielsetzung keinen Erfolg haben, sinkt Ihre Motivation.  Um sich realistische Ziele setzen zu können, müssen Sie sich zunächst Ihren Ist-Zustand bewusst machen. Nur wenn Sie wissen, wo Sie stehen, können Sie abschätzen, was Sie in welcher Zeit erreichen können. Wenn Sie beispielsweise Italienisch lernen möchten, Ihr Ist-Zustand sich aber auf wenige Worte beschränkt, wissen Sie, dass es unmöglich ist, innerhalb von drei Wochen Italienisch wie Ihre Muttersprache zu beherrschen.

Vermeiden Sie Frustration

Schwieriger wird es beim Thema Abnehmen. Natürlich würden Sie gern in kürzester Zeit viele Kilos verlieren. Also stecken Sie sich ein hohes Ziel und sind hochmotiviert, denn schließlich sehen Sie vor Ihrem inneren Auge immer Ihren Erfolg. Dann aber stellen Sie fest, dass Sie nicht soviel abnehmen wie gedacht und sind frustriert. Durch den ausbleibenden Erfolg sinkt Ihre Motivation. Wichtig ist, dass Sie folgendes Erkennen: Sie sind nicht gescheitert, weil Sie nicht genug motiviert waren, sondern weil Sie Ihren Ist-Zustand falsch eingeschätzt haben. Bleiben Sie beim Festlegen Ihrer Ziele lieber ein wenig unter Ihren Möglichkeiten und teilen Sie den Weg in kleine Etappenziele.  Diese erreichen Sie etwas schneller, was wiederum zu einer erhöhten Motivation bei der nächsten Etappe führt.

Von wegen viel Geld: Das macht uns wirklich glücklich

Lifeline/Wochit

Ordnung im Haushalt ist Sache der Motivation

Wenn Sie berufstätig sind, Kinder zu versorgen haben und nebenbei noch Freizeit habe wollen, bleibt die Ordnung im Haushalt schnell auf der Strecke. Motivation zum Aufräumen fehlt ohnehin, wenn Sie wenig Zeit haben. Zunächst sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich am Besten zum Aufräumen motivieren. Reicht es, wenn Sie sich vorstellen, wie schön die Wohnung nachher aussieht? Hilft der Gedanke an ein gutes Buch, dass Sie nach dem Aufräumen in der gemütlichen Atmosphäre Ihres Zuhauses lesen? Oder muss es etwas mehr sein? Es spricht nichts gegen das Belohnungsprinzip: Wenn Sie ein echter Ordnungsmuffel sind, dürfen Sie sich nach dem Hausputz etwas Gutes tun. Gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee mit dem besten Freund oder der Freundin oder gehen Sie ins Kino. Wichtig ist, dass die Belohnung im Verhältnis zur erledigten Aufgabe steht. Sich fürs Aufräumen mit einem teuren DVD-Player oder einem Designer-Kleid zu belohnen, ist keine Belohnung. Stattdessen nutzen Sie das Belohnungsverfahren als Ausrede für die teure Anschaffung.

Legen Sie los!

Sie sind hochmotiviert, sehen vor dem inneren Auge den Lohn für Ihre Mühen und können trotzdem nicht anfangen? Der erste Schritt ist der Schwerste. Versuchen Sie, Ihre Unlust zu überlisten. Legen Sie fröhliche Musik auf, die Sie aufmuntert. Mit der passenden Musik macht sogar Hausarbeit Spaß. Und wenn es gar nicht anders geht, arbeiten Sie etappenweise. Heute das Wohnzimmer, morgen das Bad, übermorgen Diele und Küche. Wenn Sie nicht alles schaffen, ziehen Sie sich nicht selbst herunter, indem Sie denken „Andere hätten sicher mehr geschafft“ oder „Ich bin unfähig“. Wenn Ordnung halten Ihre Schwäche ist, sind schon kleine Etappen ein Erfolg. Sie haben das Recht, sich dafür zu loben oder loben zu lassen. Dann sind Sie beim nächsten Mal motivierter.

Wer motiviert ist, lernt erfolgreich

Motivation ist ein wichtiger Antrieb zum Lernen und entscheidend für den Lernerfolg. Hilft in der Schule der Lehrer mittels Lob oder Tadel nach, bekommen Sie als Student nicht soviel Feedback. Die Selbstbestimmtheit, die Sie genießen hat zwei Seiten: Sie können einerseits Ihre Zeit selbst einteilen. Andererseits müssen Sie sich aber auch dazu aufraffen. Denn die Quittung bekommen Sie an der Uni nicht bei der Hausaufgabenkontrolle, sondern frühestens bei der Prüfung – und dann ist es mitunter zu spät. Gerade für Erstsemester empfiehlt es sich, die Seminare und Vorlesungen in einen Stundenplan einzutragen, ähnlich wie in der Schule. So ist fürs Erste ein fester Rahmen vorgegeben, dem Sie folgen können. Versuchen Sie außerdem, die vorgegebene Zeit bis zur Zwischenprüfung, bzw. bis zur Bachelorprüfung nicht zu überschreiten. Um sich zu motivieren, sollten Sie für die Seminare und Vorlesungen Themen wählen die Sie besonders interessieren.

Motivieren Sie sich durch das Erreichen von Etappensiegen

Leider ist es im Studium nicht möglich, sich ausschließlich mit gewünschten Themen zu befassen. Die Vorgaben Ihres Studienfachs werden Ihnen Themen auferlegen, zu denen Sie sich nur schwer aufraffen können. Das in weiter Ferne liegende Studierende und eine danach folgende Berufskarriere sind zu diesem Zeitpunkt keine geeignete Motivation. Stecken Sie sich stattdessen Zwischenziele. So haben Sie immer wieder kleinere Erfolge, die Ihnen helfen, nicht aufzugeben. Sie können sich dadurch motivieren, dass Sie sich nach dem Absolvieren eines Pflichtseminars im folgenden Semester ein Seminar zu Ihrem bevorzugten Thema wählen. Die Aussicht darauf macht Ihnen das Durchhalten leichter. Sie können sich auch vor Augen halten, dass Sie das Pflichtseminar bei nicht erfolgreichem Abschluss wiederholen müssen. In manchen Fällen kann eine negative Aussicht, beziehungsweise die Aussicht auf „Strafe“ ebenfalls zu höherer Motivation führen.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter!

Dass im Berufsleben nicht immer ein Kuschelkurs gefahren werden kann, versteht sich von selbst. Doch wenn Sie als Vorgesetzter ständig Druck auf Ihre Mitarbeiter ausüben, müssen Sie sich nicht wundern, wenn deren Motivation in den Keller sinkt und das Betriebsklima arktische Temperaturen erreicht. Bedenken Sie, dass Sie auf Ihre Mitarbeiter angewiesen sind. Ein gutes Betriebsklima hängt auch viel von Ihnen als Chef oder Chefin ab. Natürlich geben Sie den Ton an und sagen, was gemacht wird. Doch nicht nur das „was“ ist entscheidend, sondern auch das „wie“:

  • Bitte und Danke – diese zwei Zauberwörter dürfen Sie auch als Vorgesetzter nutzen. Es zeigt Ihren Mitarbeitern, dass Sie ihre Arbeit schätzen.
  • Auch als Chef sollten Sie sich entschuldigen, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil.
  • Gute Leistungen Ihrer Mitarbeiter sind schön, aber keine Selbstverständlichkeit. Ein Lob zur rechten Zeit wird Ihre Mitarbeiter motivieren.
  • Als Vorgesetzter tragen Sie Verantwortung. Tun Sie dies auch und delegieren Sie sie nicht an Ihre Untergebenen.
  • Einen freundlichen und fairen Umgang werden Ihre Mitarbeiter ebenfalls zu schätzen wissen.
  •  Sie stehen in der Rangfolge über Ihren Mitarbeitern, also benehmen Sie sich auch so: Seien Sie ein Vorbild. Wenn Sie unhöflich oder unfair sind, müssen Sie sich über ein entsprechendes Echo nicht wundern.

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