Sicherheit beim Feiern

K.o.-Tropfen: Symptome und wie vor Liquid Ecstasy im Glas schützen?

K.o.-Tropfen sind Substanzen, die vor allem in Clubs, Diskotheken oder bei Feiern heimlich in Getränke gemischt werden mit dem Ziel, andere Menschen wehrlos zu machen. Wie genau wirken K.o.-Tropfen? Wie erkennen Betroffene, ob ihnen etwas ins Getränk gegeben wurde und wie schützt man sich?

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© Getty Images/wundervisuals

Wie viele Menschen jährlich Opfer von K.o.-Tropfen werden, lässt sich nur schwer einschätzen. Viele Betroffene merken erst zu spät oder gar nicht, dass ihnen etwas untergemischt wurde – auch weil Symptome wie Schwindel oder Gedächtnisstörungen häufig auf den Alkoholkonsum zurückgeführt werden und der Nachweis der Substanzen nur kurze Zeit möglich ist. Die Dunkelziffer dürfte daher hoch sein, weshalb die Polizei und verschiedene Informationskampagnen regelmäßig auf das Thema aufmerksam machen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was sind K.o.-Tropfen?

Unter K.o.-Tropfen werden verschiedene Substanzen zusammengefasst, die in der Medizin oft als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Von K.o.-Tropfen ist dann die Rede, wenn die Substanzen bewusst von Tätern (meist Männern) eingesetzt werden, um andere Personen (vor allem Frauen) wehr- oder bewusstlos zu machen und Sexualstraftaten oder Diebstahl zu begehen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und steht für "knock out", was so viel wie "außer Gefecht setzen" bedeutet.

Häufig werden vor allem die Partydrogen GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure) beziehungsweise der Vorläufer GBL (Gamma-Butyrolacton) verwendet, die auch unter den Szenenamen Liquid Ecstasy, Bottle, Liquid X, Fantasy, Soap, Liquid E und Gamma bekannt sind.

Weitere gängige Wirkstoffe, die auch als Mixturen zum Einsatz kommen, sind:

Bei den Substanzen kann es sich um Flüssigkeiten sowie Pulver oder Tabletten handeln. Sie sind meist geruchs- und farbneutral. Manchmal haben sie einen leicht bitteren, seifigen oder salzigen Beigeschmack, der in alkoholischen Mixgetränken wie Cocktails aber kaum wahrnehmbar ist. Vor allem in Großbritannien mehren sich zudem Berichte, dass Frauen K.o.-Tropfen per Spritze verabreicht wurden. Beweise für das sogenannte "Needle Spiking" sind bisher allerdings rar.

Während GHB unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und jeglicher Umgang damit verboten ist, unterliegt der Zugang zu GBL keinen Beschränkungen. Die Verabreichung der Substanz an ahnungslose Personen ist strafbar.

Symptome von K.o.-Tropfen: GHB-Wirkung reicht von Übelkeit bis Benommenheit

Das Wirkspektrum der in K.o.-Tropfen eingesetzten Substanzen reicht je nach Dosierung und körperlicher Verfassung von Entspannung und sexueller Enthemmung bis hin zu einem komatösen Tiefschlaf und völliger Handlungsunfähigkeit. Schon zehn bis zwanzig Minuten nach dem unfreiwilligen Konsum setzen meist die Symptome ein:

  • Erst verspüren Betroffene Gefühle der Euphorie. Sie wirken enthemmt, reden viel und wirken für Begleitpersonen angetrunken. Doch bereits in diesem Zustand sind sie praktisch willenlos und manipulierbar.

  • Das anfängliche Hochgefühl kann in Übelkeit und Schwindel übergehen. Oft setzt eine plötzliche Müdigkeit ein, die Betroffene in einen tiefen Schlaf fallen lässt oder bewusstlos macht. In Kombination mit Alkohol kann sich die Wirkung zudem verstärken.

  • Nach dem Aufwachsen haben Betroffene eine Art Kater sowie das dumpfe und unbestimmte Gefühl, "in Watte gepackt" worden zu sein. Typisch sind außerdem Gedächtnislücken oder ein Filmriss. Betroffene wissen oft nicht mehr, wie sie nach Hause gekommen sind. Es ist vor allem die Ungewissheit darüber, was passiert ist, die stark belastend ist.

  • Auch Tage später leiden viele Betroffene noch an Konzentrationsstörungen.

Als Nebenwirkungen von Liquid Ecstasy & Co. kann es zudem zu Muskelkrämpfen sowie Atemnot kommen. Eine Überdosierung der Drogen kann zudem lebensgefährlich werden.

Nachweis von GHB: Richtiges Verhalten bei Verdacht auf K.o.-Tropfen

Wer akute Symptome einer Vergiftung mit K.o.-Tropfen an sich bemerkt, sollte dem Personal oder mitfeiernden Freund*innen Bescheid geben, damit sich diese um ärztliche Hilfe kümmern können. Außerdem gehen Betroffene am besten schnell zur Polizei und zeigen den K.o.-Tropfen-Verdacht an.

Wenn die Vermutung, mit K.o.-Tropfen vergiftet worden zu sein, im Nachhinein auftritt, sollte so rasch wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Durch Urin- und Blutproben lassen sich die Mittel nachweisen – je nach Substanz manchmal aber nur wenige Stunden lang. Im Urin bleiben die Drogen dabei in der Regel länger (rund zwölf Stunden) nachweisbar als im Blut (bis zu sechs Stunden). Man kann den Urin auch in einem sauberen Behälter im Kühlschrank aufbewahren, bis er im Labor untersucht werden kann.

Auch Verletzungen im Intimbereich, an deren Ursache man sich nicht erinnern kann, sollten schnellstmöglich ärztlich abgeklärt, dokumentiert und behandelt werden. Wer eine Vergewaltigung anzeigt, wird in der Regel direkt an eine*n Gynäkolog*in/Proktolog*in weitervermittelt, damit Spermaspuren gesichert und wenn nötig eine HIV-Behandlung eingeleitet werden kann. Vor der Untersuchung sollten Opfer deshalb möglichst nicht duschen und ihre getragene Kleidung nicht waschen.


So können Sie sich vor K.o.-Tropfen schützen

Folgende Verhaltensregeln können dabei helfen, das Risiko eines Angriffs mit K.o.-Tropfen zu minimieren:

  • Nehmen Sie keine offenen Getränke von Fremden an beziehungsweise Flaschen nur mit Originalverschluss.

  • Lassen Sie Getränke niemals unbeobachtet stehen. Sie können beispielsweise im Freundeskreis vereinbaren, gegenseitig auf die Gläser aufzupassen und gemeinsam den Heimweg anzutreten.

  • Wer beobachtet, wie jemand einer anderen Person unbemerkt etwas ins Glas schüttet, sollte das potenzielle Opfer warnen und die Beobachtung dem (Security-)Personal oder Veranstalter*innen melden.

  • Bei plötzlichem Unwohlsein, Schwindel oder Enthemmung sollten Sie das Ihren Freunden mitteilen, damit diese auf Sie aufpassen und rechtzeitig ärztliche Hilfe holen können.

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